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Mit der Plakatierung fing der Ärger an

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Von: Rüdiger Geis

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Wölfersheim (rüg/pm). Die Magie der Manege fasziniert nach wie vor viele Menschen. Doch manchmal kann die Faszination auch in Ärger und Streit umschlagen - wie jetzt in Wölfersheim. Dort hatte sich der Zirkus Alberti für ein Gastspiel angekündigt, das zunächst auch von der Gemeinde für den Festplatz an der Mehrzweckhalle/Oberpforte in Berstadt genehmigt wurde.

Gestern meldete sich der Zirkus bei dieser Zeitung mit einem Vorwurf an die Verwaltung: »Heute ist der zwölfte Tag, seitdem uns Wasser und Strom abgeschaltet wurden. Wir sind psychisch allmählich fertig, kein Wasser für uns, unser Team - vor allem kein Wasser für die Tiere. Kein Duschen trotz Auftreten. Noch nie seit hundert Jahren ist uns und meiner Familie so etwas passiert.« Die Gemeinde habe eine Kaution für einen Hydranten in Höhe von 300 Euro entgegengenommen. »Alles ist wie ein Alptraum.« Auf Nachfrage gibt die Gemeinde allerdings ein anderes Bild der Geschehnisse seit dem 25. April. Man habe dem Zirkus Alberti zunächst eine formlose Zusage per E-Mail gegeben, heißt es aus dem Rathaus. Nach der Zusage habe es weitere Abstimmungen bezüglich Wasser und Strom sowie der Plakatierung gegeben. Diese seien in der Art der Kommunikation und Vorgehensweise nicht auf partnerschaftlicher Basis - wie seitens der Agentin angekündigt - verlaufen.

Vorgaben missachtet

»Seitens der Gemeinde Wölfersheim wurde mehrfach von verschiedenen Seiten telefonisch auf die Plakatierungssatzung der Gemeinde hingewiesen und ausdrücklich untersagt, wild zu plakatieren. Entgegen der Abstimmung am Telefon mussten wir feststellen, dass im gesamten Gemeindegebiet Plakatierungen vorgenommen wurden, ohne jegliche Genehmigung.« Die Gemeinde habe die Agentin aufgefordert, die Plakate umgehend abzunehmen. »Aufgrund der Menge der Plakatierung und der wissentlichen Missachtung der Vorgaben wurde der Agentin am selben Tag per E-Mail mitgeteilt, dass die Nutzung und somit das Gastspiel auf dem Schotterparkplatz in Berstadt zurückgezogen und untersagt wird«, sagt die Gemeinde. Das Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Unternehmens sei geschädigt und man sei zu keiner weiteren Zusammenarbeit bereit.

»Zu Beginn der vergangenen Woche mussten wir feststellen, dass der Zirkus Alberti sich auf dem Gelände niedergelassen hat. Es folgten mehrere penetrante Telefonate mit der Aufforderung seitens der Agentin, den Zirkus hier gastieren zu lassen. Seitens der Gemeinde wurde dieser Bitte nicht nachgekommen.«

Eine Kommunikation am Telefon sei aufgrund der aufgeheizten Lage nicht möglich gewesen. Daraufhin habe sich die Zirkusfamilie Frank selbstständig eingeschaltet. »Auch diese Art der Kommunikation, teils mit Beschimpfungen und Androhungen der rechtlichen Durchsetzung wurde seitens der Verwaltung abgeblockt und die Nutzung weiterhin untersagt.«

Beschimpfungen gegen Mitarbeiter

Damit habe sich die Zirkusfamilie aber nicht zufrieden gegeben und sei im Rathaus vorstellig geworden. Im Gespräch mit Bürgermeister Eike See sowie Fachbereichsleiter Christopher Ahlemeyer seien die Gemüter zunächst erhitzt gewesen. Im weiteren Verlauf verständigte man sich darauf, dass der Zirkus bis maximal Freitag vor Ort bleiben dürfe und sich in dieser Zeit einen neuen Platz suche.

Zudem gab es die Zusage, übergangsweise Strom und Wasser zur Verfügung zu stellen. Vergangenen Donnerstag habe die Gemeinde bei der Zirkusfamilie nach den weiteren Planungen gefragt und habe die Mitteilung erhalten, dass der Zirkus keinen Ausweichplatz habe und hier bleibe. Man habe kein Benzin, um den Platz zu verlassen. Dies solle doch die Gemeinde zur Verfügung stellen. Diese untersagte jedoch nochmals die Nutzung des Platzes.

Es folgten Beschimpfungen gegen den Fachbereichsleiter und Mitarbeiter des Betriebshofs, als diese das Standrohr für Wasser und den Stromanschluss entfernten. Auch zu Tätlichkeiten soll es laut Gemeindeverwaltung gekommen sein. Aufgrund nicht angemeldeter Fahrzeuge war der Ordnungsbehördenbezirk vor Ort, und das Veterinäramt wurde aufgrund der Haltungsbedingungen informiert.

»Der Mist der Tiere liegt noch heute auf einem großen Haufen am Platz und es bleibt zu befürchten, dass auch dieser nicht entsorgt wurde«, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde abschließend.

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