Prellbock am Ende der Strecke am Bahnhof Wölfersheim-Södel. Hier soll es künftig wieder weitergehen. Die Kosten für die Reaktivierung liegen bei circa 25 Millionen Euro. FOTO: PM
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Prellbock am Ende der Strecke am Bahnhof Wölfersheim-Södel. Hier soll es künftig wieder weitergehen. Die Kosten für die Reaktivierung liegen bei circa 25 Millionen Euro. FOTO: PM

4,3 Millionen Euro vom Land

  • vonred Redaktion
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Wölfersheim/Hungen(pm). Das Land Hessen fördert die weitere Planung zur Reaktivierung der Horlofftalbahn mit 4,3 Millionen Euro. Einen entsprechenden Vertrag hat das Land mit der DB Netz AG und der DB Station&Service AG abgeschlossen, teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Donnerstag mit. Die Parteien vor Ort freuen sich über die Nachricht.

"Wir wollen den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene weiter stärken, deshalb beteiligen wir uns mit einem hohen Betrag an der Finanzierung der Planungsschritte vom Entwurf bis zum genehmigungsfähigen Antrag", so Al-Wazir. "Selbstverständlich wollen wir uns auch am späteren Bau beteiligen."

Der derzeit stillgelegte, etwa zwölf Kilometer lange Streckenabschnitt von Wölfersheim-Södel nach Hungen soll vollständig erneuert werden und für eine Geschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt werden. Die Kosten werden auf Basis der vorliegenden Vorplanung auf 25 Millionen Euro geschätzt.

Ziel ist die Verlängerung der gegenwärtig in Wölfersheim endenden Regionalbahnen aus Friedberg bis nach Hungen. In der Hauptverkehrszeit werden einige Züge darüber hinaus im Norden bis nach Lich und im Süden bis nach Frankfurt durchgebunden. Voraussetzung für den Betrieb der reaktivierten Horlofftalbahn ist die für 2025 vorgesehene Fertigstellung der neuen elektronischen Stellwerke Beienheim und Gießen/Nidda.

Im Halbstundentakt nach Frankfurt

Ab dem Fahrplanjahr 2026 wird die Strecke in der Hauptverkehrszeit im Halbstundentakt und in der Nebenverkehrszeit im Stundentakt bedient, so die Hoffnung. "Damit entsteht für Berufspendler eine attraktive Alternative zum Auto", sagte Al-Wazir.

Der Wölfersheimer Bürgermeister Eike See (SPD) ist voll des Lobes: "Wir wollen ohne Umstieg von Hungen über Wölfersheim bis zum Frankfurt Hauptbahnhof fahren können. Wenn uns das gelingt, werden einige Pendler ihr Auto gern stehen lassen und auf die Bahn umsteigen." Er sei froh, dass Wölfersheim und Hungen die Strecke durch den Kauf vor der Entwidmung und der Zerstückelung gerettet hätten. "Ohne diese mutige Entscheidung könnten wir heute nicht über eine Reaktivierung diskutieren." Dank der Gelder des Landes könne nun die Planung einen großen Schritt vorankommen", ist See sich sicher.

Der mobilitätspolitische Sprecher der Wetterauer SPD, Rouven Kötter, hat seinerzeit als Bürgermeister in Wölfersheim den Kauf der Strecke möglich gemacht. "Für die Wetterau und die gesamte Region ist die Reaktivierung der Horlofftalbahn ein wichtiger Baustein und ein klares Signal: Die Schiene ist und bleibt das Rückgrat unseres Verkehrssystems." Die Angebote auf der Schiene müssten so vernetzt, attraktiv und verlässlich sein, "dass man gerne umsteigt". Dann könne man sich Verbote und Einschränkungen sparen und trotzdem einen Fortbewegungsmix erreichen, der für den Verkehr und die Umwelt sinnvoll sei.

Laut Kathrin Anders, Landtagsabgeordnete der Grünen für die Wetterau, wird mit der Reaktivierung auch die Verkehrswende im ländlichen Raum vorangetrieben. Eine halbstündige Anbindung nach Frankfurt sei eine attraktive Alternative für Pendler. "Das ist ein wichtiger Schritt zur Erschließung des ländlichen Raums und zur Entlastung des südlichen Wetteraukreises vom Autoverkehr."

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