Metzgereien trotzen der Krise

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Wölfersheim (prw). Viele Gewinner gibt es in der aktuellen Krise nicht. Direktvermarkter, lokale Erzeuger wie Metzgereien verzeichnen allerdings Zuwächse in der Krise. Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch hat sich in der Metzgerei Pfarrer in Wölfersheim-Melbach bei einem Gespräch mit Fleischermeisterin Antje Löchner einen eigenen Überblick verschafft.

»Die Leute kaufen bewusster ein. Das merken wir sofort«, so Löchner. Gerade die Nachfrage nach zu lagernder Ware sei gestiegen. »Wir sind unabhängig von großen Lieferketten, daher können wir auch immer frische Ware anbieten.« Anders sei die Situation bei Großhändlern. »Wenn die Nachfrage zurückgeht, kann die Ware in den meisten Fällen einfach zwischengelagert werden. Bei Tieren ist dies allerdings keine Option«, erklärt Löchner. Durch die Schließung von Restaurants und das Wegbrechen von Catering für Schulen und Kindergärten beispielsweise kämen große Mastbetriebe in Schwierigkeiten. »Wenn Masttiere nicht geschlachtet werden, verliert das Fleisch an Qualität. Einzige Möglichkeit ist dann, das Fleisch zu niedrigen Preisen zu verkaufen. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich hier bei Tieren in der Freilandhaltung. Hier leidet das Tier und die Qualität des Fleisches nicht, wenn die Schlachtung nicht sofort durchgezogen wird.« Für ihre Metzgerei in Melbach hat der Lockdown zu keinen großen Umbrüchen geführt. »Dadurch dass mehr Menschen im Homeoffice arbeiten, haben wir uns durch unsere hochwertigen Mittagessen zum Abholen und Gerichten im Glas an einer hohen Nachfrage erfreut. Insgesamt lässt sich aber feststellen, dass die Menschen durch die Krise verstärkt auf lokale Erzeuger zurückgegriffen haben«, erläutert Löchner.

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