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Der Wolkenhimmel spiegelt sich im Wölfersheimer See: Die Wasserqualität leidet im Sommer unter dem Sauerstoffmangel. Eine Tiefenbelüftung soll Abhilfe schaffen.

Mehrere Gegenmaßnahmen

Wölfersheimer See in der Tiefe ökologisch tot – Belüftungsanlage kommt

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Vor allem im Sommer fehlt es dem Wölfersheimer See an Sauerstoff in der Tiefe. Aber die Vorbereitungen für die Verbesserung der Wasserqualität sind angelaufen.

Wölfersheim – Zu Beginn des Jahres hatten die Mitglieder der Gemeindevertretung nach intensiver Beratung und Austausch mit Fachleuten gleich mehrere Beschlüsse gefasst, um die Wasserqualität des Wölferheimer Sees zu verbessern. Seither arbeiten Gemeindevorstand und Verwaltung an der Umsetzung.

Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Tiefenbelüftung des Gewässers. Küzlich fand ein Austauschtermin mit Vertretern der Gemeinde, des Angelsportvereins, dem von der Gemeinde beauftragten Biologen und einem Unternehmen statt, um Details zur Umsetzung zu klären, berichtet das Rathaus.

Im Sommer hat der See unter zwei Meter Wassertiefe bis zum Grund in 18 Metern Tiefe keinen Sauerstoff mehr. Er ist dort ökologisch tot. Um die Wasserschichten zu erhalten, ist eine Tiefenbelüftung notwendig. Dabei wird das Tiefenwasser künstlich mit Sauerstoff angereichert.

Wetterau: Wölfersheimer Politiker einstimmig für Gewässertherapie

Die Gemeindevertreter beschlossen einstimmig, unverzüglich mit einer solchen Gewässertherapie zu starten. Das Büro Fluvialis wurde beauftragt, die technische und bauliche Umsetzung mit den zuständigen Wasserbehörden und dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUNG) zu begleiten. Vor wenigen Tagen fand ein Termin vor Ort statt, bei dem Details zur Anlage abgestimmt wurden.

Dipl.-Biol. Ingo Kramer vom Büro Fluvialis hatte bereits im Vorfeld Details mit der Beratungsgesellschaft Polycon GmbH abgestimmt. Vor Ort wurden mit Stefan Bruns von Polycon und der Gemeinde weitere Details abgestimmt, auf deren Grundlage nun ein Angebot für eine Tiefenwasserbelüftungsanlage erstellt wurde.

»Mit der Beauftragung alleine kann das Projekt noch nicht realisiert werden«, erklärt Bürgermeister Eike See. Um die Anlage betreiben zu können, sei eine Versorgung mit Starkstrom notwendig.

Zwei voneinander getrennte Bereiche

Bauabteilungsleiter Thomas Größer und Fachbereichsleiter Christopher Ahlemeyer stehen daher bereits in Kontakt mit der OVAG, um dies gewährleisten zu können. Der Wölfersheimer See besteht aus zwei voneinander getrennten Bereichen, die durch einen unterseeischen Rücken getrennt sind. Daher wäre die Wirkungsweise des Gerätes eingeschränkt.

Durch Leitungen und Pumpen soll Tiefenwasser aus dem unbehandelten Bereich in den Ansaugbereich der Belüftungsanlage gefördert werden. Alle Geräte sollen mit Messeinrichtungen versehen werden, um damit den Erfolg der Maßnahmen zu dokumentieren und die Anlagen gezielt steuern zu können.

In einem Container sollen Tanks für Fällmittel untergebracht werden, mit dem das Tiefenwasser gezielt behandelt werden kann. Wie Biologe Kramer beim Ortstermin unterstrich, wurde das Projekt schnellstmöglich vorangetrieben.

Man stand in den vergangenen Monaten in einem intensiven Austausch. »Die Anlage kann bereits im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden, und dem Wölfersheimer See wird geholfen«, so die Mitteilung.

See in der Wetterauer: 350 000 Euro für Belüftungsanlage in Wölfersheim

In die Belüftungsanlage sollen mehr als 350 000 Euro investiert werden. Weitaus größer sind jedoch die Investitionen im Bereich der Kläranlage. Um den Wölfersheimer See bei Starkregenereignissen besser zu schützen, wurde beschlossen, dass ein neues Regenüberlaufbecken errichtet und mit einem Feststoffrückhalt ausgestattet wird. Ein solches Becken dient als Puffer. Wassermassen, die bei einem Starkregen auftreten, werden darin zwischengespeichert und nach und nach verarbeitet. Ein solches Becken könne jedoch auch nur eine begrenzte Menge Wasser speichern. Daher werde es mit einem Feststoffrückhalt ausgestattet. Mit diesem Feststoffrückhalt sollen nicht klärbare Feststoffe, wie zum Beispiel Feuchttücher, aufgefangen werden. Die Verwaltung stehe hierzu bereits im intensiven Austausch mit Fachplanern, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde. Insgesamt sollen für diesen Projektabschnitt rund 1,85 Millionen Euro investiert werden.

Wölfersheimer See: Kläranlage größte Investition

Die größten Investitionen stehen im Bereich der Kläranlage an. Der Gemeindevorstand soll mit dem Abwasserverband Hungen in Verhandlung treten, um einen Anschluss der Ortsteile Wölfersheim und Södel an die Kläranlage in Utphe zu ermöglichen.

Auch hierzu stehe die Gemeinde bereits in intensivem Austausch mit dem Abwasserverband, dem RP Gießen und verschiedenen Fachleuten. »Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich zu handeln. Ein solch komplexes Projekt nimmt dennoch mehrere Jahre in Anspruch. Wir sind auf einem guten Weg, und schon im kommenden Jahr könnte unserem See geholfen werden«, sagte Bürgermeister Eike See beim Ortstermin an dem Gewässer abschließend.

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