Bürgermeister Eike See (2. v. l.) und Klimaschutzmanager Markus Michel haben den vier Wölfersheimer Landwirten und Jagdpächter Werner Wolf einen Besuch abgestattet. 	FOTO: PM
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Bürgermeister Eike See (2. v. l.) und Klimaschutzmanager Markus Michel haben den vier Wölfersheimer Landwirten und Jagdpächter Werner Wolf einen Besuch abgestattet. FOTO: PM

»Man schiebt die Schuld auf die Landwirtschaft«

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Wölfersheim (pm). Geht es um das Thema Insektensterben, wird oft die Landwirtschaft mit verantwortlich gemacht. »Eine einfache und pauschale Aussage, die nicht zwingend zutrifft«, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Die meisten Landwirte engagierten sich für eine größere Artenvielfalt und würden große Blühflächen zwischen den Feldern anlegen. Bürgermeister Eike See und Klimaschutzmanager Markus Michel trafen sich zu einem Austausch mit Vertretern der Landwirtschaft und Jagdpächtern aus allen Ortsteilen.

Jagdpächter Werner Wolf (Wohnbach) sowie die Landwirte Simone Hofmann-Kneiske (Södel), Wolfgang Weller (Melbach), Patrick Nowakowski (Berstadt) und Jens Dieffenbach (Wölfersheim) legen bereits seit Jahren Blühflächen an. Alleine in den fünf Betriebe seien es rund 10 Hektar, etwa 15 Fußballfelder. »Die Gesamtfläche in der Gemeinde dürfte aber doch um einiges größer sein«, glaubt Weller. Nach Schätzungen des Wetteraukreises sind es in Wölfersheim insgesamt ca. 22 Hektar. Auf Randstreifen an Fließgewässern, Rübenäckern oder auf Stilllegungsflächen würden die verschiedensten Blühmischungen eingesät.

»Man sucht oft nach einfachen Antworten und schiebt die Schuld auf die Landwirtschaft«, sagt Simone Hofmann-Kneiske. Sei es beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, der Nitratbelastung des Grundwassers oder beim Insektensterben. Dabei sei eine Vielfalt an Bestäuberinsekten existenziell für das Überleben der landwirtschaftlichen Betriebe.

Auch Jagdpächter wie Werner Wolf engagierten sich und legten blühende Wildäcker an. Flächen in Waldlichtungen etwa dienten zugleich als Rückzugsort für Rehe und anderes Wild. Laut See will die Gemeinde die Zusammenarbeit mit den Landwirten intensivieren. »Ohne eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Landwirten wären viele Naturschutzprojekte nicht realisierbar.«

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