Die Kläranlage am Wölfersheimer See soll in ein paar Jahren verschwinden. Einen Grundsatzbeschluss wollen die Gemeindevertreter in der Sitzung heute Abend fällen. 	FOTO: PM
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Die Kläranlage am Wölfersheimer See soll in ein paar Jahren verschwinden. Einen Grundsatzbeschluss wollen die Gemeindevertreter in der Sitzung heute Abend fällen. FOTO: PM

Kläranlage: Heute Entscheidung

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Wölfersheim (pm). Um die Wasserqualität im See zu erhöhen, soll das Abwasser aus Wölfersheim und Södel nicht mehr eingeleitet werden. Die Stillegung der Kläranlage dürften die Gemeindevertreter heute Abend, 19 Uhr, in der Wetter-auhalle beschließen.

Nach intensiven Untersuchungen hatte das Parlament im vergangenen Jahr ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Wasserqualität beschlossen. Die Entscheidung zur Zukunft der Kläranlage stand jedoch aus. Nachdem in einem weiteren Gutachten die Auswirkungen auf die Abwassergebühren in verschiedenen Szenarien beleuchtet wurden, hatten Haupt- und Finanz- sowie Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag erneut über das Thema beraten. Ergebnis: Die Stillegung wird einstimmig empfohlen.

Durch den im Ausschuss beratenen Änderungsantrag sollen die Gremien allerdings stärker daran beteiligt werden. Der Handlungsauftrag für den Gemeindevorstand ist ebenfalls klar definiert. Er soll mit dem Abwasserverband Hungen in Verhandlung treten, um einen Anschluss der Ortsteile Wölfersheim und Södel an die Kläranlage in Utphe zu ermöglichen. Der Abwasserverband hatte hierzu bereits seine Bereitschaft erklärt, die nötigen Kapazitäten seien in der jüngst aufgerüsteten Kläranlage vorhanden. Über die Rahmenbedingungen soll die Gemeindevertretung dann in einer nächsten Sitzung beschließen.

»Wir reden hierbei von einer der bedeutendsten Entscheidungen in den vergangenen Jahren, die alle Bürgerinnen und Bürger über die Gebühren betreffen wird« , sagt Bürgermeister Eike See. Die Einbindung der Gemeindevertretung bezeichnet er als »Zwischenschritt für uns als Gemeindevorstand«. Am Ziel ändere sich nichts.

Die Gemeindevertreter fordern in ihrem Änderungsantrag unter anderem dazu auf, über die Anschlusskosten, die voraussichtliche Höhe der Verbandsumlage und darüber, welche Einrichtungen vom Verband übernommen werden, informiert zu werden. Im Rahmen des Beitritts soll geprüft werden, ob notwendige Bauteile, wie das Regenrückhaltebecken oder eine Feststoffrückhalteeinrichtung, vom Abwasserverband errichtet und ob vorhandene Klärbecken durch den Abwasserverband weiter genutzt werden können. Verlangt wird zudem ein zeitliches Ausstiegsszenario für den jetzigen Betrieb der Kläranlage. Dabei soll die noch mögliche Betriebsdauer der Anlage ohne größere Instandhaltungs- und Nachrüstungskosten berücksichtigt werden.

Die Frage, ob die Gemeinde in die alte Kläranlage weiter investieren sollte, stellt sich laut Bürgermeister See allerdings nicht. »Wir müssen es tun, um ihre Funktion zu gewährleisten, bis wir unsere Abwässer nach Hungen pumpen können. Das Ziel muss deshalb sein, das Projekt so schnell wie möglich voran zu treiben.« See verweist jedoch auch auf den noch ungewissen Zeitrahmen. Um die notwendigen Kanäle und Einrichtungen zu bauen, seien umfangreiche Planungen erforderlich. Die Baumaßnahmen müssten ausgeschrieben und eine Regelung mit dem Abwasserverband ausgehandelt werden. See: »Das alles ist von vielen Faktoren abhängig. Ein solch komplexes Projekt nimmt mehrere Jahre in Anspruch. Ich freue mich aber bereits jetzt sehr darauf, da es sowohl für die Umwelt als auch für unsere Bürger die sinnvollste und günstigste Variante ist, die wir betrachtet haben.«

Die Sitzung heute Abend beginnt unter umfangreichen Hygienemaßnahmen um 19 Uhr im großen Saal der Wetterauhalle. Die SPD hat mehrere Anträge gestellt und fordert die Erweiterung der Friedhofssatzung um Wald- oder naturnahe Bestattungen, die Aufwertung des Herrngartens in Södel, eine Auflistung freier Bauplätze für Unternehmen und einen Sachstandsbericht zu den Neubaugebieten. Die Grünen möchten einen Bericht zum Ausbau der digitalen Infrastruktur und zu den Obstbäumen auf den Streuobstwiesen. Auch geht es um die Erstattung der Kita-Gebühren in Corona-Zeiten.

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