Jugendliche gegen die Macht der Drogen

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Drei Tage Drogen- und Suchtprävention: Das Thema Drogen, Sucht und Konsum einmal anders unter die Lupe zu nehmen, haben sich die Jugendpflege 4.0 und die Singbergschule zur Aufgabe gemacht und Anna dazu eingeladen. Schüler, Lehrer und Eltern erfuhren aus erster Hand wichtige Informationen über Drogenmissbrauch.

Drei Tage Drogen- und Suchtprävention: Das Thema Drogen, Sucht und Konsum einmal anders unter die Lupe zu nehmen, haben sich die Jugendpflege 4.0 und die Singbergschule zur Aufgabe gemacht und Anna dazu eingeladen. Schüler, Lehrer und Eltern erfuhren aus erster Hand wichtige Informationen über Drogenmissbrauch.

Anna ist eine junge Frau, 31 Jahre alt, hat eine Ausbildung gemacht und steht mitten im Leben. Doch Annas Vergangenheit hat sie viel Kraft gekostet, um heute dort zu stehen, wo sie ist. Ihre Kindheit war geprägt durch die Gewalt des eigenen Vaters und den Alkoholmissbrauch der Mutter. Eine Kindheit ohne Rückhalt und Schutz. Anna hat sich bereits mit neun Jahren in die Welt der Drogen geflüchtet und mit ihnen betäubt.

Betäubt von ihrem Leben, der Qual sowie dem Druck zu Hause. "Ich komme aus einem Akademikerhaushalt, der Schein nach außen musste immer bewahrt werden!" Anna war auf dem Gymnasium, doch die Drogen haben ihr Leben verändert. Sie ist abgestürzt: Cannabis, Speed, Kokain, Heroin, LSD – sie hat alles bereits probiert, ihren 15-jährigen Schulfreund durch einen Joint an die psychische Erkrankung Schizophrenie verloren und wäre selbst mit Anfang 20 fast gestorben. Doch sie hat es geschafft. Therapien, Entzüge, die eigene Willenskraft und der Wunsch nach einem besseren Leben haben sie ermutigt, etwas zu verändern.

Schülern werden die Augen geöffnet

Um eine Ausbildung machen zu können, ist sie aus ihrer Heimat weggezogen, hat ihren Schulabschluss über den zweiten Bildungsweg nachgeholt und durch viel Kampfgeist einen Ausbildungsplatz erhalten. Heute steht Anna mitten im Leben und genießt es mehr als je zuvor.

Sie nutzt ihre Erfahrungen, um Schulen zum Thema Drogen- und Suchtprävention zu unterstützen. "Es ist eine One-Woman-Show, ich erzähle einfach von meinem Leben." Und genau das ist es, was bei den Schüler so gut ankommt. Eine Person, die weiß, wovon sie spricht, die ungeschönt und offen die eigenen Erfahrungen mit ihnen teilt.

Kürzlich war Anna an der Singbergschule zu Gast. Alle Klassen der Jahrgangsstufen neun und zehn hat sie besucht und Einzelgespräche geführt. Außerdem fand ein Elternabend statt, der sowohl von Lehrkräften als auch von Eltern gut besucht war. "Ich bin so froh, dass dieses ernste Thema immer wieder aufgegriffen wird", sagte eine Mutter. Es wurde deutlich, wie wichtig die offene Kommunikation zwischen Eltern und deren Kindern ist. Auch die gelungene Zusammenarbeit zwischen der Jugendpflege 4.0 und der Singbergschule wurde gelobt. Innerhalb weniger Tage stand das Konzept, und nur einige Wochen später war Anna schon da.

Die positive Rückmeldung sowohl der Schüler als auch der Eltern macht deutlich, wie wichtig das Thema Suchtprävention ist. Neben dem Thema Drogen wurden auch die Themen, Spielsucht und selbstverletzendes Verhalten thematisiert.

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