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Die Bürgermeister (von links) Manfred Wetz, Dr. Isabell Tammer und Eike See setzen auf die interkommunale Zusammenarbeit beim Glasfaserausbau.

Im Trio zum schnellen Internet

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Wölfersheim/Rockenberg/Münzenberg (pm). Schnelle Internetverbindung wird in vielen Bereichen immer wichtiger. Deshalb soll der Glasfaserausbau in Münzenberg, Rockenberg und Wölfersheim nun vorangetrieben werden. Die Bürgermeister Dr. Isabell Tammer, Manfred Wetz und Eike See haben hierzu eine gemeinsame Vorlage erarbeitet, die nun in die jeweiligen örtlichen Gremien eingebracht wird.

Damit soll ein flächendeckender Glasfaserausbau in den Gemeinden realisiert werden. Das Thema steht heute Abend (19 Uhr, Wetterauhalle) auf der Tagesordnung der Wölfersheimer Gemeindevertretung.

»Im Vergleich zu anderen Ländern hängt Deutschland beim Glasfaserausbau hinterher. Direkte Anschlüsse wurden bisher nur dort verlegt, wo es sich lohnt, also in den größeren Städten. Die ländlichen Regionen werden dadurch abgeschnitten. Eine gute Internetverbindung wird aber für alle Bürgerinnen und Bürger immer wichtiger und ist inzwischen ein entscheidender Standortfaktor für Privatpersonen und Gewerbetreibende«, unterstreicht Bürgermeister Eike See. Laut Telekom werde ein Glasfaserausbau frühestens ab 2025 in Betracht kommen. Die Bürgermeister aus Rockenberg, Wölfersheim und Münzenberg haben sich bereits über die Möglichkeiten zum Ausbau ihrer Kommunen mit Glasfaser informiert. »Eine gemeinsame Erschließung bietet sich mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit und aufgrund der geographischen Lage der Kommunen an. Es besteht Konsens, dass die Kommunen einen Breitbandausbau in eigener Regie sowohl finanziell als auch personell nicht alleine leisten können«, erklärt der Rockenberger Bürgermeister Manfred Wetz.

Intensive Prüfung

In den vergangenen Monaten seien daher verschiedene Firmen kontaktiert und die Vorgehensweisen und Bedingungen für einen Glasfasernetzausbau intensiv geprüft und diskutiert worden.

Oberste Priorität bei der Beurteilung der verschiedenen Anbieter hatte die Art der Kabelverlegung. »Die Glasfaserkabel werden häufig kostensparend in einer Tiefe von 20 bis 40 Zentimetern unter Straßen-/Gehwegoberkante verlegt, was bei späteren Tiefbauarbeiten zu Problemen führt, da standardmäßig Leitungen und Kabel in einer Tiefe von 60 bis 80 Zentimetern verlegt werden«, so Münzenbergs Rathauschefin Dr. Isabell Tammer.

Weitere wichtige Faktoren seien die Kosten, die möglicherweise auf eine Kommune und die Endkunden zukommen, die Möglichkeit für andere Anbieter, sich in dieses Netz einzumieten (Open Access) sowie die Investoren im Hintergrund, die die finanzielle Stabilität der Unternehmen und den späteren Betrieb gewährleisten sollen.

Nach Ansicht der drei Rathauschefs sei eine Firma aus Kiel, deren Investor seinen Sitz in Frankfurt hat und deren Vertriebspartner in Bad Nauheim ansässig ist, das am besten für den Ausbau geeignete Unternehmen. Dieser werde kostenfrei erfolgen. Es sei dazu der Abschluss eines entsprechenden Kooperationsvertrages zur Unterstützung bei der Werbung und bei den Ausbaumaßnahmen sowie die Bereitstellung einer Fläche für den »Point of Presence« (POP, ähnlich einem großen Stromverteilerkasten) durch die Kommune erforderlich. Die Arbeiten könnten 2022 in einer Kommune beginnen, schrittweise fortgeführt und 2023 abgeschlossen werden.

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