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X10Derness mit Bandleader Martin Schnur (r.) und Sänger Marc Proffert (l.) rocken die Vielfaltbühne am See.

Handgemacht und mit viel Spaß

  • VonAnnette Hausmanns
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Wölfersheim (har). Ständige Wechsel in der Besetzung einer Band sind meist die Ausnahme. Etwas anders ist dies bei der Formation »X10Derness«, die der Wetterauer Kulturpreisträger und Liedermacher Martin Schnur seit knapp 20 Jahren leitet.

Das Band-Projekt des Berufsbildungswerks (BBW) aus Karben war am Mittwochabend zu Gast auf der Vielfaltbühne im Rahmen der Reihe »Sommer am See«. Auszubildende, Lehrkräfte und Ehemalige spielen in der Formation, die »alles spielt, was uns Spaß macht«, wie es Martin Schnur formuliert. Und das ist überwiegend handgemachte Rock- und Popmusik aus den vergangenen sechs Jahrzehnten, wie das genau 30 Jahre alte »Walkin’ in Memphis« von Marc Cohn, mit dem die sechs Musiker ihr buntes Musik-Programm eröffneten.

Hervorragende Gitarren-Soli

Schon hier beeindruckte Sänger Marc Proffert mit seiner ausgeprägten und verwandlungsfähigen Stimme. Mal singt er ruhig und leise, wie bei »Angels« von Robbie Williams, dann rockt er wieder die Bühne, wie mit dem Stones-Klassiker »Satisfaction« oder Joe Cockers »Unchain my Heart«.

Schließlich wird Proffert noch zum Elvis-Interpret. Den Klassiker »Suspicious Minds« des King of Rock’n’Roll singt er überraschend authentisch, während die Band zur Höchstform aufläuft, beginnend beim vehementen Schlagzeugspiel von Drummer Patrick Conseur über Bassist Alex Polski bis hin zu Gitarrist Chris Rohde und Mathias Kliebisch an den Keyboards.

Und dann ist da noch Martin Schnur, der als bekannt exzellenter Gitarrist mit seinen Soli ein ums andere Mal überzeugt. So traut sich die Band sogar an »Evil Ways« heran. Den Song hat Carlos Santana bereits 1969 auf dem legendären Woodstock-Festival gespielt, und auch Schnur gelingt hier ein unfassbares Gitarrensolo, was zu einem Begeisterungssturm der Besucher unmittelbar vor der Pause sorgt. Bekannte Partyklassiker, wie »Hey Baby« oder »Pretty Woman« bestimmten den zweiten Programmteil, und die gut 150 Besucher sangen und klatschten begeistert mit, auch beim unverwüstlichen »Country Roads«, zu dem Martin Schnur die in Wölfersheim bestens bekannte Sängerin Katrin Zerb auf die Bühne holte.

Da erreichte die Stimmung einen weiteren Höhepunkt. Es war ein toller Partyabend, was umso mehr erstaunte, da die Musiker, die unter anderem in Wiesbaden und Rodgau wohnten, nach eineinhalb Jahren Zwangspause zuvor gerade viermal geprobt hatten.

Dazu kam die kurzfristige Erkrankung der Sängerin, so dass zahlreiche Duette wegfielen und das Programm zwei Tage zuvor noch umgestellt werden musste. Doch das alles störte die Musiker auf der Bühne kaum - ebenso wenig wie die Besucher, die bei den Finalsongs »Wonderful tonight« von Eric Clapton und dem Troggs-Klassiker »Love is all around« in der Version der britischen Boy-Band »Wet, Wet, Wet« von 1994 die Handys und Feuerzeuge zückten.

So war denn die nicht geplante, aber von der Besucherschar lautstark geforderten Zugabe »Kompliment« der Sportfreunde Stiller« eine Hommage der Musiker an die Besucher, die nach zwei Regentagen dieses Mal nicht nass wurden. »Wir haben ja auch ein Stoßgebet in Richtung Himmel geschickt«, meinte Kathrin Stör vom Verein »Treffpunkt See«, die schon traditionell gemeinsam mit Rochsane Mentes, der Leiterin des BuntERleben-Projektbüros, die Besucher zu Beginn des Abends begrüßt hatte.

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