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Große Koalition steht – Hermann wohl aus dem Rennen

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Einstimmig: Die CDU-Mitglieder votieren für die Große Koalition.
Einstimmig: Die CDU-Mitglieder votieren für die Große Koalition. © Jürgen W. Niehoff

Wetteraukreis (jwn). Einen Tag nach der SPD hat auch die Wetterauer CDU auf ihrem kleinen Parteitag am Freitagabend dem ausgehandelten Koalitionsvereinbarung zugestimmt.

Wie die CDU-Kreisvorsitzende Lucia Puttrich nach Abschluss des nicht öffentlichen Parteitags in der Wetterauhalle in Wölfersheim mitteilte, sei die Entscheidung durch die Delegierten ohne Gegenstimme getroffen worden.

»Wir haben mit dem Koalitionsvertrag eine gute Grundlage für eine stabile und verlässliche Mehrheit im Kreistag«, erklärte sie. Zudem sei der Koalitionsvertrag in seinen Inhalten auf Nachhaltigkeit bedacht. Sehr bewusst trage die Koalitionsvereinbarung die Bezeichnung »Wetterau 2030 – Bündnis für die Wetterau«.

Ebenso wie die SPD tags zuvor bestätigte auch Puttrich, dass die Verhandlungen zunächst mit gegenseitiger Skepsis aufgenommen wurden, schließlich gehörte man zehn Jahre lang verschiedenen Lagern im Kreistag an. Im Verlauf der Verhandlung sei diese Skepsis aber Vertrauen gewichen.

Sebastian Wysocki, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, ging kurz auf die Schwerpunkte der Koalitionsvereinbarung ein. Dies seien beispielsweise die weitere Verbesserung der Bildungslandschaft, eine soziale Gestaltung des Kreises, der Ausbau der Infrastruktur, die Förderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie eine flächendeckende Gesundheitsversorgung und solide Finanzen. Weil große Teile des Vertrags fast wortgleich mit den jüngsten Wahlprogramm der CDU übereinstimmten, könne die CDU mit dem Erreichten sehr zufrieden sein. Man solle vor allem den Dialog mit den Menschen im Wetteraukreis weiter ausbauen und deren Beteiligung stärken, unterstrich der Fraktionschef.

Weshalb die Verhandlungen mit der SPD sich über drei Monate hingezogen hatten, wurde nur am Rande des Parteitages diskutiert. So habe der CDU-Delegation vor allem die Forderung der SPD nach einem zweiten hauptamtlichen Kreisbeigeordneten, der sich um die Bereiche Jugend und Soziales kümmern soll, Bauchschmerzen bereitet. Nachdem aber klar war, dass ohne dieses Zugeständnis an den linken Flügel in der SPD die Verhandlungen scheitern würden, wurde auch diese Position festgeschrieben. Dafür setzte die CDU die Wiedereinführung des Sozialbudgets durch, mit der die Ausgaben in diesem Bereich zukünftig einerseits verlässlich dargestellt werden sollen, andererseits aber auch gedeckelt sind.

Wie weit das gegenseitige Vertrauen reicht, zeigt nach Ansicht Wysockis die Tatsache, dass mit der Umsetzung der Vereinbarungen bereits begonnen wurde. So will die Große Koalition den derzeitigen Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Betschel (Grüne) in der Kreistagssitzung am Mittwoch und in einer Sondersitzung Ende September abberufen. Die dann freie Position soll – entsprechend dem Koalitionsvertrag – mit einem Kandidaten der CDU besetzt werden. Wie Puttrich sagte, werde eine dafür gebildete fünfköpfige Findungskommission über die Nominierung eines Kandidaten beraten und anschließend Kreisvorstand und Kreistagsfraktion einen geeigneten Bewerber empfehlen. Mit der Nominierung des Kandidaten ist Mitte September zu rechnen, verriet Puttrich. Einig scheint man sich inzwischen aber darüber zu sein, dass der oder die Kandidatin aus den Reihen der Kreistagsfraktion kommen soll.

Damit scheinen sich die Gerüchte um die Nominierung des ehemaligen CDU-Kandidaten für das Landratsamt, Thorsten Hermann, endgültig erledigt zu haben.

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