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Ghostbusters auf der Bühne

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Wölfersheim(geo). Josef Retter ist Chorleiter, Komponist, Arrangeur und Studiomusiker. Er war Orchestermusiker beim Landespolizeimusikkorps Schleswig-Holstein und spielt Saxofon, Klarinette, Piano und Keyboard. Seine Konzerte mit dem Blasorchester des Turnvereins Berstadt und der Harmonika Big Band aus Haiger zählen zu den kulturellen Ereignissen, die große Säle füllen. Am Wochenende gab Retter zwei Konzerte "Pop meets Classic" in der Wetterauhalle.

Nach dem großen Erfolg von "Pop meets Classic" im Rahmen der 1200-Jahr-Feier Berstadts 2017, startete die Neuauflage des Konzertereignisses mit einer Scheckübergabe. Bürgermeister Eike See überreichte einen Scheck in Höhe von 400 Euro an den Turnverein. "Einmal jährlich unterstützt die Gemeinde Wölfersheim drei bis vier Vereine mit dem Vereinsförderprogramm für herausragende Jugendarbeit", sagte See. Die Spende ist für das Jugendblasorchester gedacht.

DSDS-Kandidatin ist dabei

Dieser Auftakt leitete mit der von Aaron Copland 1942 komponierten lauten "Fanfare for the common man" über in ein herausragendes Konzert mit namhaften Gesangssolisten und 60 Musikern auf der Bühne. Retter mischte nicht nur Pop, Klassik, Walzer, Filmmelodien und Kuschelrock-Hits der 90er, sondern verband auch Musik mit Unterhaltung und seine unstillbare Leidenschaft für Musik mit der Begeisterung für modernen Sound mit Orchesterklang. Moderator Joachim Lehr musste nicht viele Worte finden, um die einzelnen Titel anzusagen. Neben bekannten klassischen Werken wurden auch Rockhymnen gespielt, bei denen das Gros der Zuhörer mitsang.

Viel Applaus gab es für Vanessa Jean Dedmon für den Song "Let it go". Im ersten Teil "Die Eiskönigin - völlig unverfroren" war "Let it go" der herausragende Song des gesamten Soundtracks. Die in Braunfels geborene Sängerin wurde einem breiten Publikum 2006 als Kandidatin der dritten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" bekannt. 2006 startete sie ihre Solokarriere.

Bettina Skottke wurde für den melancholischen Ohrwurm des britischen Erfolgsduos Andrew Lloyd Webber und Tim Rice gefeiert. Ihre gefühlvolle Interpretation von "Don’t cry for me Argentina" bewies die große Ausdrucksstärke der gelernten Musicaldarstellerin.

Sänger Alexander Ahner zeigte mit Ghostbusters auch schauspielerische Qualitäten. Timo Semlitsch, der mit seiner Stimme seit Jahren zum Erfolg der Band New Jersey beiträgt, ist auch in Wölfersheim gerngesehener Gast. Nicht zu vergessen Wasilena Georgieva. Sie ergänzte das Quartett mit "New York, New York" und "I am what I am". Retter selbst, halb dirigierend, dann wieder das Altsaxofon spielend, mit Trompeter Florian Bayer an seiner Seite, erhielt Zugaberufe und Standing Ovations für "Barcelona". Barcelona ist die Heimatstadt von Montserrat Caballé. Freddy Mercury hat das Duett geschrieben.

Auf dem Saxofon, dem Instrument des Jahres 2019, übernahm Retter die Melodieführung, ohne die Strahlkraft der Trompete zu beeinflussen. Der offizielle Teil endete mit dem Beatles-Song "Hey Jude". Der Hoffnungssong vermittelt die Botschaft, dass alles gut wird und man Dinge nicht so schwernehmen soll. Voraussehend hatte Retter bei der Zusammenstellung des Programms einige Zugaben eingeplant. "An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit, an Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit", heißt es im Refrain des gleichnamigen Songs der Toten Hosen. Eine Botschaft, die im Finale eines grandiosen Konzertes kaum umsetzbar scheint.

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