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Konstituierende Sitzung in Wölfersheim: Die SPD hat auch in der neuen Wahlperiode nach der Kommunalwahl die absolute Mehrheit. Doch die Opposition hat sich durch das Wahlergebnis vergrößert.

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Gemeindevorstand vergrößert

  • vonConstantin Hoppe
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Wölfersheim (con). Die erste Sitzung nach einer Kommunalwahl ist etwas Besonderes - denn in der Regel müssen viele Positionen besetzt werden, dazukommen viele neue Gesichter und nun noch die coronabedingten Hygienemaßnahmen. Zudem liegen schon die nächsten Aufgaben vor den Kommunalpolitikern, die jetzt angegangenen werden müssen. Daran erinnerte auch Bürgermeister Eike See zur ersten und damit auch konstituierenden Sitzung der Wölfersheimer Gemeindevertretung am Mittwoch:

“Ich habe einen Appell an alle: Der Wahlkampf ist beendet - im Wahlkampf sagt man meist das eine oder andere Wort, das man sonst nicht gesagt hätte„, sagte er zur Begrüßung. “Wir werden auch in den kommenden Jahren nicht immer bei allen Themen einer Meinung sein - aber einen respektvollen Umgang miteinander sollten wir uns bewahren.„ Einen besonderen Dank richtete er dabei aber in Richtung der Wähler und Wahlhelfer, die trotz der erschwerten Bedingungen in diesem Jahr ihre Stimme abgaben bzw. bei der ordnungsgemäßen Auszählung dieser geholfen haben.

Gleich der erste wirkliche Tagesordnungspunkt der ersten Sitzung der neuen Gemeindevertretung befasste sich mit der Wahl des Vorsitzenden des Gremiums. Für die Durchführung der Wahl wurde Willi Lind (FWG) als Altersvorsitzender des Gremiums ermittelt, der kurzzeitig den Vorsitz übernahm. Aufgrund der weiterhin bestehenden absoluten Mehrheit der SPD-Fraktion gab es hier nach geheimer Wahl allerdings keine große Überraschung: Gerhard Weber (SPD), der bereits in der vergangenen Wahlperiode den Vorsitz innehatte, wurde mehrheitlich in diese Position gewählt. Mit 24 zu sechs Stimmen setzte er sich in dem Wahlgang gegen den zweiten Wahlvorschlag, Dr. Franz Grolig (Bündnis90/Grüne), durch. Webers Stellvertreter werden (in dieser Reihenfolge) Stefan Bodem (SPD), Matthias Appel (SPD), Burkhard Käs (FWG), Thomas Küchenmeister (B90/Grüne), Nadine Zinsheimer (CDU) und Maria Magdalena Gerlach (SPD) sein. “Ich möchte mich ganz herzlich für das ausgesprochene Vertrauen bedanken und verspreche auch in den zukünftigen fünf Jahren die Sitzungen neutral zu führen - das bedeutet auch die Gleichbehandlung der Parlamentarier und Fraktionen„, sagte Weber nach seiner Wahl. “Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft alles tun, um gemeinsam das Beste für Wölfersheim zu erreichen.„

Auch die Ordnungsmäßigkeit der Wahl zur Gemeindevertretung konnte schnell beschlossen werden - Unregelmäßigkeiten im Wahlablauf wurden keine entdeckt.

Die Besetzung des Gemeindevorstands und der Ausschüsse konnte während der konstituierenden Sitzung noch nicht geklärt werden: Durch Änderungen der Hauptsatzung nach zwei Anträgen der SPD-Fraktion wird die Zahl der Beigeordneten von bisher sechs auf acht erhöht. Dadurch soll den geänderten Verhältnissen durch die Kommunalwahlergebnisse Rechnung getragen werden. Freie Wähler und Grüne hatten in einem konkurrierenden Antrag empfohlen, die Besetzung nur auf sieben Beigeordnete zu erhöhen - erhielten hierfür aber keine Mehrheit. Auch die Zahl der Ausschussmitglieder wird sich verändern: Auf Antrag der SPD werden die drei Ausschüsse in Zukunft nur noch aus zehn statt elf Mitgliedern bestehen - auch hier gab es einen erfolglosen Antrag von FWG und Grünen, die Zahl auf neun zu reduzieren. Wie die genaue Besetzung aussehen wird, liegt nun in der Entscheidung der jeweiligen Fraktionen.

In der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertreter standen auch die Wahlen der Vertreter sowie der Stellvertreter für die Verbandsversammlungen bzw. -kammern an, in denen die Gemeinde Wölfersheim vertreten ist - unter anderem für den Wasserverband “Untere Horloff„, den Abwasserverband Hungen und den Zweckverband “Sozialstation Mittlere Wetterau„. Während die meisten dieser Positionen unstrittig abgestimmt werden konnten, war bei der Besetzung des Abwasserverbands Hungen eine geheime Wahl nötig: Mit Andreas Bommersheim (SPD), Dr. Franz Grolig (Grüne) und Nadine Zinsheimer (CDU) standen hier gleich drei Personen für zwei Vertreterpositionen zur Wahl. Das Ergebnis des geheimen Wahlgangs bestimmte Bommersheim als ersten Vertreter, während bei dem zweiten Vertreter das Los entscheiden musste: Dr. Franz Grolig und Na- dine Zinsheimer bekamen beide gleich viele Stimme, sodass hier der Zufall das CDU- Mitglied als Vertreterin bestimmte. Auch für den Vertreter im Regionalverband FrankfurtRheinMain war eine geheime Wahl notwendig, bei der sich Bürgermeister Eike See mit 23 Stimmen gegen Dr. Franz Grolig (sieben Stimmen) durchsetzen konnte. con

Gerhard Weber (SPD)

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