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»Funkeln in die Augen zaubern«

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Wölfersheim-Wohnbach (pm). Mit einem festlich beleuchteten Traktor brachten heimische Landwirte aus Wohnbach und Berstadt schon am Freitag ein wenig Licht ins Dunkel. »Spende einen Funken Hoffnung«, lautet das Motto der Aktion, die von der Bewegung »Land schafft Verbindung Hessen« (LSV Hessen) am Samstag landesweit durchgeführt wurde. Die Organisation für die Wohnbacher und Berstädter Landwirte hatten Karl Heinz Grenzebach und Andreas Storck übernommen.

Um 16 Uhr wurde der geschmückte Ackerschlepper direkt an der Einfahrt von Haus Atemzeit in Wohnbach mit seiner weihnachtlichen Beleuchtung vorgefahren. »Wir, als örtlicher Ableger der Organisation ›Land schafft Verbindung‹ wollen mit unserem Engagement und dieser Aktion Sie hier im Haus Atemzeit unterstützen. Unterstützung vor allem für die Kinder, die Sie hier in Wohnbach betreuen«, erklärten die Initiatoren der Aktion. »Wir möchten den Kindern gerne ein Lächeln entlocken, also eine Freude machen, und sie somit vom Alltagseinerlei ablenken.«

Gleichzeitig wollten die Organisatoren aber auch auf die Bauern und »unsere prekäre landwirtschaftliche Situation aufmerksam machen«, sagte Karl-Heinz Grenzebach bei der Übergabe eines mit regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen gefüllten Präsentkorbs, der mit einem gefüllten Spendenkuvert an die erste Vorsitzende von Atemzeit e. V., Anett Wiese ergänzt wurde.

Das Haus Atemzeit nimmt nach dem Krankenhausaufenthalt die kleinen Patienten, die intensivmedizinische Versorgung benötigen, beatmet werden oder von einer Beatmung bedroht sind, auf - bei Bedarf sogar zusammen mit ihren Eltern. In häuslicher Atmosphäre sorgen dann ausgebildete Pflegekräfte, mit Unterstützung von Therapeuten und Pädagogen, für eine ganzheitliche Betreuung rund um die Uhr.

»Die Liebe, mit der wir unseren Beruf ausüben, wollen wir teilen und ein Funkeln in die Augen der Menschen zaubern«, beschrieb Grenzebach die Absicht der Landwirte und Landwirtinnen. »Der schöne Grundgedanke ›Ein Funken Hoffnung‹ lässt sich vor diesem Hintergrund auf viele Bereiche unseres Alltages und somit unseres Lebens übertragen.« Im Vorfeld der adventlichen Spendenaktion wurden Geldspenden für die Kindereinrichtung gesammelt. Die Sammlung erfolgte coronabedingt kontaktlos.

Die Spenden sollen die Beschaffung von dringend benötigten Küchenutensilien im Hause ermöglichen. Dieser große Wunsch wurde den Landwirten im Vorfeld zugetragen.

Mit ihrer Aktion wollen die Landwirte und Landwirtinnen auch auf ihre Situation aufmerksam machen. »Wir wollen zeigen, dass die Landwirtschaft auch in schwierigen Zeiten für die Menschen da ist. Gerade im Hinblick auf die Corona-Krise und das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in der Grenzregion zu Polen, haben Erzeuger von Lebensmitteln immense Umsatzeinbußen zu verkraften.«

Appell der Bauern: Regional einkaufen

Hinzu komme, dass durch immer weiter steigende Auflagen und Gesetze die Produktionskosten in die Höhe steigen, der Erlös jedoch seit drei Jahrzehnten nahezu stagniere. Allen Verbraucherinnen und Verbrauchern müsse klar sein, dass sie selbst beim Einkauf etwas für den Klima- und Umweltschutz tun können. »Kaufen Sie regional, in Hessen wird eine große Bandbreite an Lebensmitteln erzeugt, das ist Ihr Beitrag für den Klimaschutz und für die deutsche Landwirtschaft. Wir laden Sie gerne zu Hofbesuchen bei uns für die Zeit nach Corona herzlich ein - nach dem Motto: »Schaut euch an, wie wir arbeiten und wo eure Lebensmittel herkommen«, appellierte Grenzebach.

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