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Kümmern sich um Suchtprävention (v. l.): Nikola Lenz (Pädagogische Leitung), Isabel Unger (Jugendpflege), Andreas Offermanns (Suchtbeauftragter), Anna, Olaf Bogusch (Schulleiter).

Fast eine Drogentote mehr

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Wölfersheim(pm). Schon zum zweiten Mal hat Anna die Singbergschule besucht. Mit ihrer eigenen Geschichte will sie andere Jugendliche davon abhalten, Dorgen zu nehmen.

Vor knapp einem Jahr hatte Anna den Schülerinnen und Schülern das erste Mal von ihrer Vergangenheit erzählt. Eine Vergangenheit, geprägt durch die Gewalt des Vaters und den Alkoholmissbrauch der Mutter. Eine Vergangenheit, in der sie keinen anderen Ausweg sah, als sich mit Drogen zu betäuben. Sie rutschte vom Gymnasium ab und brach die Schule nach der achten Klasse ab. Cannabis, Speed, Kokain, Heroin und LSD - Anna hatte alles probiert und wäre mit 20 Jahren fast daran gestorben.

Doch durch viel Willenskraft und den unerbittlichen Wunsch zu leben hat die junge Frau es mit Therapien und Entzügen schließlich geschafft. Anna hat über den zweiten Bildungsweg ihren Abschluss nachgeholt und inzwischen auch eine Ausbildung abgeschlossen.

Anna nutzt ihre Erfahrungen jetzt, um Schulen beim Thema Drogen- und Suchtprävention zu unterstützen. "Ich erzähle einfach von meinem Leben und schaffe es so immer, einen ganz guten Draht zu den Jugendlichen aufzubauen", berichtet sie. Die Schülerinnen und Schüler fühlen sich verstanden und öffnen sich.

Infos für Eltern

Aus diesem Grund hatten die Singbergschule Wölfersheim und die "Jugendpflege 4.0" Anna in diesem Jahr wieder eingeladen. In der vergangenen Woche besuchte sie insgesamt zehn Klassen des Haupt-, Real- und Gymnasialzweigs der Jahrgangstufe 9. Die Schüler unterhielten sich mit Anna über Themen wie Drogen, Alkohol und Spielsucht. Außerdem bot die besondere Referentin ihnen die Möglichkeit, in Einzelgesprächen über Probleme und Ängste zu sprechen, für die in der Klassengemeinschaft kein Raum war.

Des Weiteren hatte die Schule einen Elternabend für alle interessierten Mütter und Väter mit Kindern in der Jahrgangstufe 9 angeboten. Dabei bestand die Möglichkeit, Anna kennenzulernen und Fragen, welche die Eltern beschäftigten, zu stellen. Die "Jugendpflege 4.0" war durch Isabel Unger vertreten. Sie konnte gemeinsam mit Andreas Offermanns, Drogen- und Suchtbeauftragter der Singbergschule, über die Situation an der Schule sowie in der Gemeinde Wölfersheim aufklären und über Angebote informieren.

Das Fazit der Schule lautet: "Das Feedback der Eltern und Schüler war durchweg positiv, weshalb wir uns freuen, Anna auch 2021 wieder begrüßen zu dürfen." FOTO: PV

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