Erhöhter Starkregen-Index

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Wölfersheim (pm). In Friedberg hat sie die SPD gefordert, in Echzell die Gemeindevertretung beschlossen: Eine Starkregen-Gefahrenkarte. Die Grünen-Fraktion hält sie auch in Wölfersheim für nötig, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung. Zwar gebe es in Wölfersheim keinen Fluss, von dem Gefahr ausgehen könnte. Allerdings zeigt die Starkregen-Hinweiskarte des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), dass Wölfersheim einen durchaus erhöhten Starkregen-Index aufweise.

Besonders die beiden nördlichen Ortsteile Wohnbach und Berstadt würden in der Hinweiskarte auffallen. Und der Blick in die jüngere Vergangenheit unterstreiche dies. »Die Wohnbacher Festschrift zur 1250-Jahr-Feier weist einige historische Unwetter aus, aber auch eine ganze Reihe von schweren Niederschlägen seit der Jahrtausendwende. Das war so im Jahr 2008. 2012 ergoss sich eine Schlammwelle ins Dorf. 2015 und im Mai 2018 kam es zu weiteren Starkregenereignissen. Nicht ohne Grund hat die Gemeinde das Kanalsystem verbessert und im Westen des Ortes ein Rückhaltebecken geplant«, heißt es in der Mitteilung weiter. Für Letzteres stünden seit 2013 500 000 Euro im Haushalt, »bisher eher als Erinnerungsposten«. Grund für die noch nicht umgesetzte Maßnahme sei laut Bürgermeister Eike See, dass die Förderung der Finanzierung noch ausstehe.

Grünen-Gemeindevertreter Dr. Franz Grolig: »Es ist offenkundig, dass es auch in Wölfersheim bedrohte Ortslagen gibt. Die Flut im Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, was Wetterlagen mit Starkregen bewirken können. Mit einer Katastrophe dieses Ausmaßes hat zuvor nie jemand gerechnet. Deshalb sollten wir auch für Wölfersheim eine Starkregen-Gefahrenkarte erstellen lassen.« Sie zeige auf, wo sich das Wasser im Fall eines Starkregenereignisses im Gemeindegebiet sammeln und ergießen würde und welche Gebäude oder Infrastrukturen dann besonders gefährdet seien.

Grolig: »In Bezug auf Wohnbach frage ich mich seit den Juli-Ereignissen, ob Kanalerweiterung und das geplante Rückhaltebecken ausreichen. Hier hoffe ich auf weitere Hinweise durch die Gefahrenkarte.« Außerdem würde deren Erstellung wenig Geld kosten. Dafür könnten sogenannte Klimakommunen vom Land Hessen Fördersätze von bis zu 90 Prozent erhalten.

»Erst kürzlich ist Wölfersheim dem Bündnis der Klimakommunen beigetreten. Wir möchten, dass eine Starkregen-Gefahrenkarte zügig beauftragt und deren Finanzierung in die laufende Haushaltsplanung aufgenommen wird. Ein entsprechender Antrag ist für die Oktobersitzung der Gemeindevertretung gestellt«, schreiben die Grünen abschließend.

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