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Eisiger Tod eines Fuchses

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Von: Philipp Keßler

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Ein Foto einer Leserin mit einem außergewöhnlichem Motiv hat uns erreicht: Es hält den Moment des eisigen Todes eines Fuchses fest.

Einen schaurig-schönen Anblick bietet er ja schon, der Fuchs, der am Sachsensee nahe Wölfersheim im Eis eingeschlossen ist. Das Foto dazu hat unsere Leserin Dr. Monika Gramatte bei einem Spaziergang rund um den See mit einer Freundin am Wochenende aufgenommen.

»Meine Freundin sagte noch, da sei bestimmt jemand eingebrochen. Ich hielt das erst für Unfug, doch dann sah ich den Fuchs«, erzählt Gramatte. Über den Hergang des eisigen Geschehens hat sie anhand der Spuren ihre eigene Theorie: »Dort sind massenhaft Vögel und Enten. Als das Eis noch nicht so dick war, war der Fuchs sicher auf der Jagd nach ihnen, ist eingebrochen und hat es nicht mehr rausgeschafft. Das passiert sicher häufiger, aber ich habe so etwas noch nie gesehen.« Ihre Theorie ist schlüssig – das bestätigte Jäger und Forstmeister Andreas Mohr, der die Jagd in Heuchelheim und Gettenau hat. Er sei dieser Tage in der Gegend unterwegs gewesen und habe an anderen Seen Spuren von Fuchs, Waschbär, Maus und Ratte gefunden. »Es ist unbegreiflich, warum die Tiere auf der Eisfläche herumlaufen, vielleicht haben sie einfach nur Spaß daran«, sagt er. »Dass Tiere dabei einbrechen und nicht wieder herauskommen, so dass sie unterkühlen und sterben, passiert immer wieder.

« Schließlich benötige ein ausgewachsener Fuchs rund 350 Gramm Fleisch pro Tag, eine Maus gebe nur etwa 10 bis 15 Gramm her. »Wenn er eine Ente oder Gans abgreifen kann, lohnt sich der Aufwand. Hat der Fuchs gute Erfahrungen gemacht, versucht er es immer wieder – wie beim Hühnerstall«, erklärt Mohr. Ansonsten sei der Fuchs eher wasserscheu, obwohl er schwimmen kann – was Reinke Fuchs diesmal aber nicht half.

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