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Biokraft: Hallen bauen, kürzer lagern, besser kontrollieren

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Wölfersheim-Berstadt (en). Erst saß man im Rathaus zusammen, dann nahm man die angekündigte »Geruchsprobe«: Gestern fand der Ortstermin mit der Firma Biokraft, der Gemeinde Wölfersheim, dem TÜV Hessen und dem Regierungspräsidium Darmstadt statt.

Bürgermeister Rouven Kötter formulierte klare Anforderungen an den Vertreter des Regierungspräsidiums, Holger Fitz: »Das Regierungspräsidium muss tätig werden. Als zuständige Genehmigungsbehörde ist es verantwortlich für die Einhaltung der Auflagen. Im Genehmigungsbescheid steht, dass die Anlage keine erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft bringen darf. Dieser Punkt wird momentan eindeutig verletzt.«

Neben den betroffenen Bürgern geht es Kötter auch um die angrenzenden Industrie- und Gewerbebetriebe, vor allen Dingen die aus der Lebensmittelbranche: »Wirtschaftliche Entwicklung ja, aber nicht um jeden Preis. Es ist wichtig, dass dies im Einklang mit den Menschen und den vorhandenen Betrieben geschieht.«

Das Regierungspräsidium räumte im Rahmen der Diskussion ein, dass sich die Firma Biokraft momentan nicht in allen Belangen an die Auflagen der Genehmigung halte. Als Hauptkritikpunkte wurden die fehlenden Hallen, zu lange Lagerzeiten und ungenaue Kontrollen bei der Anlieferung moniert. Die Firma hat nun eine Woche Zeit, dem RP schriftlich darzulegen, wie die Problempunkte schnellstmöglich abgestellt werden können, um die Geruchsemissionen auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.

Dieses Konzept will der RP kritisch überprüfen. Als letztes Mittel stehe eine Betriebsstilllegung im Raum.

»Ende Mai werden die Hallen stehen«, sagte Biokraft-Geschäftsführer Manfred Zimmermann zu. Bis dahin sei auf dem Gelände nur ein reduzierter Betrieb möglich.

Das Regierungspräsidium habe ihm zugesagt, so Kötter, die Einhaltung der Auflagen »regelmäßig und unangekündigt« zu überprüfen. Gemeinsam mit der Firma wolle man eine verträgliche Lösung finden. Sei die nicht möglich, stehe der Gemeindevorstand auf der Seite der Betroffenen.

Parallel zu den Bemühungen über das Regierungspräsidium ist die Gemeinde derzeit dabei, die bestehenden Verträge mit Biokraft juristisch zu überprüfen. Die Firma habe einen Pachtvertrag mit anschließender Kaufoption mit der Gemeinde vereinbart. Kötter hierzu: »Verträge sind zu halten. Klar ist aber auch, dass wir alle rechtlichen Möglichkeiten überprüfen, wenn die Belästigung ein verträgliches Maß überschreitet und eine Lösung nicht in Sicht ist.«

Gestern Abend informierte der Bürgermeister die Vorsitzenden der Parlamentsfraktionen über den aktuellen Sachstand, die weiteren Schritte und Möglichkeiten. Gemeinsam werde man mit Hochdruck daran arbeiten, den Geruch in Berstadt zu bekämpfen, so Kötter abschließend.

Für den 13. März plant die Firma Biokraft einen Tag der offenen Tür, an dem sich alle Interessierte direkt über die weiteren Abläufe und Planungen informieren und sich ein Bild von der Firma machen können.

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