Der Gacksapfelbaum ist auf dem Mehrgenerationenspielplatz am Wölfersheimer See gepflanzt worden. Der katholische Pfarrer Wolfgang Kaiser (l.) hat ihn als ersten Baum für die Aktion "10 000 Bäume für Wölfersheim" gespendet. Zusammen mit Bürgermeister Eike See gießt er den noch kleinen Baum. 	FOTO: PV
+
Der Gacksapfelbaum ist auf dem Mehrgenerationenspielplatz am Wölfersheimer See gepflanzt worden. Der katholische Pfarrer Wolfgang Kaiser (l.) hat ihn als ersten Baum für die Aktion »10 000 Bäume für Wölfersheim« gespendet. Zusammen mit Bürgermeister Eike See gießt er den noch kleinen Baum. FOTO: PV

Ein Baum zum Abschied

  • vonRedaktion
    schließen

Wölfersheim/Echzell (pm). Über viele Jahre war Wolfgang Kaiser katholischer Pfarrer für Wölfersheim und Echzell. Aus privaten Gründen verlässt er die Gemeinde und wird künftig in Südhessen aktiv sein. Zum Abschied und als Dank überreichte Bürgermeister Eike See einen kleinen Apfelbaum, den Kaiser als ersten Baum im Rahmen der Aktion »10 000 Bäume für Wölfersheim« spendete. Vor wenigen Tagen wurde der kleine Baum auf dem Mehrgenerationenspielplatz am Wölfersheimer See gepflanzt.

Legende eines besondern Apfels

Auf Wunsch von Pfarrer Kaiser wurde der Baum an eine Stelle gepflanzt, an der er künftig möglichst vielen Menschen seine Früchte schenken soll. Es handelt sich um einen Gacksapfel, eine alte hessische Lokalsorte, die als Zufallssämling in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Aßlar-Berghausen an der Dill entstanden ist. Eng verbunden mit der Geschichte dieser Lokalsorte ist ihr Namensgeber Ernst Gack aus Berghausen. Der Landwirt und Holzhauer fand um 1870 diesen Sämling im Wald von Berghausen. Den Erzählungen nach grub er den Wildling »mit seinen bloßen Händen« aus und pflanzte ihn schließlich einige Hundert Meter vor dem Ort wieder ein. Die ersten Früchte waren keine sauren, holzharten Wildäpfel, sondern große, goldgelbe Früchte mit roten Streifen. Generationen von Schuljungen haben sich heimlich die Früchte von »Gack’s Apfelbaum«, so hieß er inzwischen, schmecken lassen. Im Alter nahm sich der Naturschutz der Pflege des Mutterbaumes an, bevor er - nahezu 100 Jahre alt, zusammenbrach. Es bleibt zu hoffen, dass auch der von Pfarrer Kaiser gespendete Baum so lange vielen Menschen eine Freude bereitet.

Es ist der erste offizielle Baum, der im Rahmen der Aktion »10 000 Bäume für 10 000 Wölfersheimer« gepflanzt wurde. Am Baum wird in den nächsten Wochen noch eine kleine Hinweistafel montiert. »Die Entscheidung von Pfarrer Kaiser, den Baum für alle Mitbürger zu spenden, hat mich sehr gefreut«, sagte Bürgermeister See.

Er danke Kaiser für sein Engagement. Gerade für Senioren und in der Flüchtlingsarbeit sei Herr Kaiser ein verlässlicher Partner gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare