Für das Foto hat Udo Landgrebe seine Maske kurz abgenommen: Sein Lieblingsplatz in der 

Wetterau ist der Massenheimer Dorfplatz mit dem Wochenmarkt.	FOTO: FAUERBACH
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Für das Foto hat Udo Landgrebe seine Maske kurz abgenommen: Sein Lieblingsplatz in der Wetterau ist der Massenheimer Dorfplatz mit dem Wochenmarkt. FOTO: FAUERBACH

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Ein Fan des Wochenmarktes

  • vonChristine Fauerbach
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Udo Landgrebe muss keine Sekunde überlegen, um auf die Frage, wo sein Lieblingsplatz in der Wetterau ist, zu antworten. »Das ist der Massenheimer Dorfplatz. Vor allem an jedem Mittwochnachmittag, wenn dort der Wochenmarkt öffnet«, sagt der Bad Vilbeler.

M ittwochs pulsiert im Massemer Ortskern das Leben. Der Dorfplatz wird - in Zeiten von Corona zwar etwas verhaltener - zum Treffpunkt. »Der Massenheimer Wochenmarkt hat eine tolle Atmosphäre, die früher bereits bei den legendären Dorfplatzfesten des Vereins ›Wir Massemer‹ einer der Gründe für viele Besucher war, hierherzukommen«, sagt Landgrebe.

Jeden Mittwoch von 15 bis 19 Uhr fand - vor Corona - ein kleines Dorfplatzfest auf dem Hermann-Freisleben-Platz statt. Der Wochenmarkt bietet den Besuchern mit seinem dörflichen Ambiente die Möglichkeit, frische Lebensmittel unter freiem Himmel einzukaufen. Wegen Corona muss dabei die Geselligkeit derzeit allerdings hintenanstehen. Schon längst kommen die Besucher nicht nur aus Massenheim oder der Vilbeler Kernstadt, sondern auch aus den Frankfurter Stadtteilen Nieder-Erlenbach und Harheim. Damit ist der Wochenmarkt im »Freistaat«, wie die Massenheimer ihren Stadtteil nennen, zu einem Aushängeschild für die Quellenstadt geworden.

Wichtig für die Nahversorgung

Die Idee zum Wochenmarkt hatte 2013 Norbert Kühl. Er ist bis heute Organisator, Marktmeister und Impulsgeber. Unterstützt wird er bei seiner wichtigen Aufgabe, die Nahversorgung im Stadtteil zu ermöglichen, von seiner Stellvertreterin Annette Hielscher sowie Dr. Bernd Hielscher und Hans-Joachim »Hajo« Braden. Das Quartett ist Ansprechpartner für Beschicker und Besucher. Alle vier engagieren sich bereit seit vielen Jahren ehrenamtlich im Stadtteil.

Einkaufen können Besucher auf dem kleinen, aber feinen Wochenmarkt unter anderem Kartoffeln, Obst, Salate und Gemüse, Käse, Milchprodukte, Eier, Brot, Brezeln, Kuchen, Fleisch, Wurst, Fisch, Wein und mediterrane Spezialitäten. Die Beschicker gehen zudem gern auf die Wünsche ihrer Kunden ein. Udo Landgrebe - er ist auch ehrenamtlicher Stadtrat - schätzt am Wochenmarkt die Nahversorgung mit regionalen Lebensmitteln und Spezialitäten in unverwechselbarer Atmosphäre. Vor Corona war dies auch die »Geselligkeit bei Weck, Worscht und Wein«.

Umweltfreundliche Vermarktung

»Der Massenheimer Wochenmarkt ist modern, lebendig und persönlich. Nur in wenigen Geschäften hat man so einen guten Kontakt zum Verkäufer oder Erzeuger wie hier. Die Waren zeichnen sich durch ihre Frische, Qualität, Regionalität und Vielfältigkeit aus. Da die Beschicker und ihre Waren überwiegend aus der Stadt und dem Umland kommen, ist der Wochenmarkt zudem eine der umweltfreundlichsten Einkaufs- und Vermarktungsmöglichkeiten«, sagt der Ehren- und langjährige Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bad Vilbel.

Landgrebe gehörte - vor Corona - zu den zehn Mitgliedern des Markt-Stammtisches. »Wir sind bei jedem Wetter da, sorgen für Leben auf dem Markt. Unser Treffen ist zugleich ein wichtiges Signal und eine Wertschätzung an die Beschicker. Wer nicht kommen kann, entschuldigt sich«, berichtet Marktfan Landgrebe über das Ritual vor der Pandemie. Der harte Kern feierte auf dem Wochenmarkt nicht nur Geburtstage, sondern auch familiäre Ereignisse. Besucher kamen - auch vor Corona - schnell miteinander ins Gespräch.

Zum Gelingen des Marktes tragen die toleranten Anwohner bei. Zwei- bis dreimal im Jahr gibt es einen »besonderen Markt« mit Programm. Dann traten - vor Corona - Chöre, Musiker oder Büttenredner auf. Dann kamen noch mehr Besucher als sonst.

Zu den lieb gewonnenen Traditionen und Höhepunkten des Massenheimer Wochenmarktes gehörte - vor Corona - der »Abgesang mit Glocke« kurz vor 19 Uhr. Einer der Marktorganisatoren entließ die Besucher mit einer gereimten Botschaft oder einem Gedicht.

Auch in der Corona-Krise findet der Massenheimer Wochenmarkt auf dem Hermann-Freisleben-Platz mittwochs von 15 bis 19 Uhr statt. Alle Beschicker sind vor Ort. Der Markt läuft unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, wie dem Tragen von Mund-und-Nase-Schutzmasken und Plexiglasscheiben. Die Nahversorgung ist im Stadtteil ohne Lebensmittelgeschäft gesichert. Allerdings ruht die Geselligkeit. Getränke und Essen zum direkten Verzehr werden derzeit keine angeboten. cf

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