Lässig auf der Lehne: Die beiden Wölfersheimer Stefan Bodem und Bettina Skottke sind der Kopf der Band "Manhattan Affair" , die bei Bedarf vom Duo bis zum Quintett mit Saxofon, Gitarre und Percussion/Drums hochgefahren werden kann. FOTO: PM
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Lässig auf der Lehne: Die beiden Wölfersheimer Stefan Bodem und Bettina Skottke sind der Kopf der Band "Manhattan Affair" , die bei Bedarf vom Duo bis zum Quintett mit Saxofon, Gitarre und Percussion/Drums hochgefahren werden kann. FOTO: PM

"Wir werden durchkommen"

  • vonInge Schneider
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Vielseitig und musikalisch in fünf Sparten unterwegs: Das zeichnet die Formation "Manhattan Affair" aus Wölfersheim aus. Stefan Bodem und Bettina Skottke kennen sich seit vielen Jahren, vertrauen einander und der Musik. Das lässt sie auch in kulturell schwierigen Corona-Zeiten nicht den Mut verlieren.

Sie rocken den Saal oder lassen die Tanzpaare übers Parkett schweben. Sie begleiten entspannt eine Vernissage, einen Abend in der Lounge. Sie machen die Trauung und das Jubiläum zum besonderen Moment. Die Formation "Manhattan Affair" aus Wölfersheim ist so vielfältig wie ihre Besetzung und ihr Repertoire, das nach 27 Jahren aus mehr als 500 Titeln in fünf Genres besteht.

"Diese fünf Sparten - Lounge und Tanz, Popklassiker, Bar & Dinner sowie 100 Prozent Deutsch - lassen sich je nach Wunsch und Anlass natürlich auch mixen", berichten Stefan Bodem (Gesang, Piano, Gitarre) und Bettina Skottke (Gesang). Die beiden Wölfersheimer sind der Kopf der Band, die bei Bedarf vom Duo bis zum Quintett mit Saxofon, Gitarre und Percussion/Drums hochgefahren werden kann.

Der aus Inheiden stammende Bodem, eigentlich in der Elektrotechnik zu Hause, inzwischen aber auch Manager und Marketing-Experte bei "Manhattan Affair", begann seine Musikerkarriere bei einer Band seines Heimatortes. Nach Wölfersheim umgezogen und inzwischen mit der "Manhattan Tanzband" unterwegs, kam er bei einem Auftritt mit der damals 17-jährigen Bettina Skottke ins Gespräch.

Die in der Stadt am See aufgewachsene Bad Nauheimerin konnte sich gut vorstellen, als Sängerin in die Formation einzusteigen. "Es steckte tatsächlich viel mehr Potenzial in meiner Stimme, als ich dachte - und nicht zuletzt winkte eine kleine Gage: Mit einem einzigen Abend konnte ich mir ein Zubrot verdienen, für das ich viele, viele Blumensträuße hätte binden müssen", erinnert sich Skottke, die aus der Floristikbranche kam, mit einem Lächeln.

Noch vor der Corona-Krise hat sie im Januar 2020 ein Wölfersheimer Bestattungsunternehmen übernommen - diese Tatsache sicherte ihr das Überleben. Denn die Aufträge für Manhattan Affair sind ebenso weithin weggebrochen wie Auftritte in anderen Solo- und Bigband-Projekten, in denen Skottke tätig ist.

"Wir werden durchkommen", sagt das Duo Bodem/Skottke. "Wir haben uns immer wieder neu erfunden und verstehen einander blind. Ob es um Visionen und deren Realisierung geht oder um die spontane Umgestaltung des geplanten Programms - wir kriegen es hin." Aus diesen Worten spricht die urbane Leichtigkeit von Manhattan Affair, die längst das Image einer Party- und Tanzband abgelöst hat.

Entscheidend auf diesem Weg war die Professionalisierung von Bettina Skottke, die 2003 erfolgreich ihre Ausbildung an der staatlich anerkannten Stage & MusicalSchool Frankfurt ablegte - übrigens im gleichen Jahrgang wie Helene Fischer. Seitdem in den Sparten Musical mit Gesang, Tanz und Schauspiel perfektioniert, fand die Formation "von der Kirmes zum Opernball, vom Bürgerhaus zum Lufthansa CityCenter, dem Hessischen Landtag, der Messe Frankfurt, dem Maintower, der Universität, der Sommertour des HR", wie Stefan Bodem berichtet.

Die Bodenhaftung hat Manhattan Affair dennoch nicht verloren, wie man jüngst mit einem Auftritt bei BUNTerLEBEN zum Tag der Deutschen Einheit auf der Wölfersheimer Seebühne unter Beweis stellte. Bodem und Skottke gibt es nach wie vor auch im kleinen, ganz persönlichen Rahmen, bei Hochzeiten, Konfirmationen und Bestattungen in schwierigen Corona-Zeiten, als Weihnachtsmann und Engel beim Wölfersheimer Christbaumsingen in den Ortsteilen - einer Benefizveranstaltung für den gemeinnützigen Verein "MainLichtblick" in Frankfurt - beim musikalischen "Fensterzauber" für die während der Pandemie vereinsamten Bewohner von Friedberger Senioreneinrichtungen. Zukunftsvisionen? In diesem Krisenjahr ist man, wie alle Kulturschaffenden, bescheiden geworden: "Wir wollen und werden vor allem überleben - und unser Publikum irgendwann wieder vollkommen unbeschwert erfreuen, ohne über so etwas wie Distanz auch nur nachdenken zu müssen."

Weitere Infos unter www.manhattan-affair.info.

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