Insgesamt 20 Kubikmeter Müll sind im Februar 2020 bei der Aktion "Sauberhaftes Bad Nauheim" zusammengekommen. Wegen der Pandemie hat die Aktion in diesem Jahr nicht stattfinden können. (Archivfoto)
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Insgesamt 20 Kubikmeter Müll sind im Februar 2020 bei der Aktion »Sauberhaftes Bad Nauheim« zusammengekommen. Wegen der Pandemie hat die Aktion in diesem Jahr nicht stattfinden können. (Archivfoto)

Umweltverschmutzung

Wie vermüllt ist die Natur rund um Bad Nauheim?

  • Christoph Agel
    vonChristoph Agel
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Bei der Aktion »Sauberhaftes Bad Nauheim« hatten die Sammler 2020 viel Müll gefunden. Diesmal musste die Aktion wegen Corona ausfallen. Doch wie sieht es aus mit Müll in der Natur?

Überquellende Abfalleimer im Kurpark und andernorts in Bad Nauheim und Sensoren, die anzeigen sollen, wann die Eimer voll sind - die Stadt hat das Müll-Problem erkannt und unter anderem mit dieser technischen Maßnahme reagiert. Kürzlich berichtete die WZ darüber. Doch wie sieht es mit dem Abfall aus, der nicht im Eimer landet? Wie steht es um die Sauberkeit der Landschaft um die Kernstadt und die Stadtteile?

Normalerweise bekommt man davon einen Eindruck, wenn man sich die Müllmengen anschaut, die alljährlich bei der Aktion »Sauberhaftes Bad Nauheim« eingesammelt werden. Im vergangenen Jahr, kurz vor den Corona-Einschränkungen, hatten etwa 250 Helfer mitgemacht. Am Ende kamen 20 Kubikmeter Müll zusammen.

Entscheidung für den Schutz der Gesundheit

Aktion „Sauberes Bad Nauheim“ abgesagt: Entscheidung für den Schutz der Gesundheit

Die Aktion »Sauberhaftes Bad Nauheim« diesmal abzusagen, sei alternativlos gewesen, sagt Steffen Schneider, Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb. Die Priorität liege derzeit auf der Sicherstellung einer zuverlässigen Abfall- und Wertstoffsammlung. Zudem seien die Mitarbeiter der Abfallsparte auch Teil der Winterdienst-Mannschaft. »Trotz Corona ist in den vergangenen Monaten nicht eine Tour ausgefallen. Auch der Winterdienst findet in diesem Winter unter verschärften Bedingungen statt, und wir hatten schon einige Einsätze. Wir haben strenge Hygienevorschriften und ausdifferenzierte Einsatzpläne, um die Zahl der Kontakte innerhalb der Belegschaft auf ein Minimum zu reduzieren«, macht Schneider deutlich. Die Aktion »Sauberhaftes Bad Nauheim« müsse vorbereitet und durchgeführt werden. Dies binde personelle Kapazitäten, die derzeit an anderer Stelle benötigt würden.

Schneider weiter: »Hinzu kommt, dass eine solche Aktion zwangsläufig eine Ansammlung von mehreren Personen fördert. Die Aktion ist erfolgreich insbesondere auch aufgrund des Engagements von Vereinen, von Naturschutzverbänden, der Jugendfeuerwehr und von Firmenbelegschaften. Die Annahme, dass dies in Zweiergruppen stattfinden kann, ist lebensfremd.« In Abwägung der Vor- und Nachteile habe man sich in diesem Jahr gegen die Aktion und für den Schutz der Gesundheit entschieden. »Wenn die Rahmenbedingungen wieder anders sind, findet die Aktion 2022 ganz sicher wieder statt.«

Bad Nauheim: Hohe Kosten durch illegale Müllablagerungen

Mehr vermüllte Stellen oder größere Müllmengen in der Natur beobachte die Stadt nicht, sagt Schneider. »Wir stellen jedoch fest, dass dieses Jahr bei schönem Wetter sehr viele Bürger und Gäste in der Natur unterwegs sind - mehr als in den Jahren zuvor. Hinweise auf ein- und dieselbe illegale Müllablagerung bekommen wir oft mehrfach.« Müll werde an den Verbindungswegen zwischen den Stadtteilen abgestellt - oder an Waldrändern, auf Grillplätzen oder in der Nähe von Glascontainern. »Die Palette reicht von Sperrmüll bis zu normalem Hausmüll. Oft auch kleine Elektrogeräte wie Toaster, Drucker oder Fernseher und Kühlschränke.« Es habe auch schon illegal entsorgte Tierkadaver gegeben, sagt der Fachbereichsleiter. »Hier ist die Umweltgefahr sowie die Gesundheitsgefahr, insbesondere für spielende Kinder, sehr groß.«

Jede illegale Müllablagerung binde personelle Kapazitäten, die für andere Tätigkeiten fehlten, erläutert Schneider. Hinzu kämen die Entsorgungskosten. »Wir reden hier insgesamt inklusive Personalkosten von einem mittleren fünfstelligen Eurobetrag jährlich.«

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