Dr. Volker Gräfe (l.) und Frank Scheffler sind dankbar für das erreichte Ziel in verhältnismäßig kurzer Zeit und für die große Solidarität mit dem Orgelprojekt. 	FOTO: HMS
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Dr. Volker Gräfe (l.) und Frank Scheffler sind dankbar für das erreichte Ziel in verhältnismäßig kurzer Zeit und für die große Solidarität mit dem Orgelprojekt. FOTO: HMS

Wichtigstes Spendenziel erreicht

  • vonHanna von Prosch
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Das wichtigste Spendenziel für die neue Orgel in der Dankeskirche in Bad Nauheim ist erreicht: Nach zweieinviertel Jahren zeigt der Spendenstand nun die ersehnten 325 000 Euro. Bahn frei also für die endgültigen Beschlüsse und Anträge des Kirchenvorstandes zur Genehmigung durch die Kirchenverwaltung. Alle sind glücklich, doch das gemeinsame Jubeln muss erst einmal ausfallen.

Wir hätten gerne im Orgelbaukreis miteinander gejubelt, als die Bestätigung kam, aber so musste das jede und jeder für sich selbst tun«, stellt Vorsitzender Dr. Volker Gräfe fest. »Doch alle Spenderinnen und Spender, die Pfeifenpatinnen und -paten und alle, die sich für das Orgelprojekt interessieren und engagieren, können sich mit uns freuen. Wir sagen von Herzen Dank! Allerdings dürfen wir in unserem Engagement nicht nachlassen, denn bis die neue Orgel steht, sind mindestens noch einmal so viel Spenden, Fördermittel und Zuschüsse nötig.« Eine größere Einzelspende und der Zuschuss des Freundeskreises Evangelische Kirchenmusik von 10 000 Euro haben das ersehnte Ziel nun so schnell ermöglicht.

Sobald es wieder möglich ist, findet auch die geplante Informationsveranstaltung statt.

In der Zwischenzeit bereiten er und Kantor Frank Scheffler wesentliche Details für den endgültigen Beschluss zum Neubau auf. Dazu werden sich beratend auch Kirchenmusikexperten der Landeskirche äußern, unter anderem der Orgelsachverständige Thomas Wilhelm, der das Projekt schon lange begleitet. Danach wird der Antrag zur Genehmigung bei der Kirchenverwaltung gestellt. Die Antwort kann dann allerdings noch etliche Wochen oder, im Hinblick auf die Corona-Krise, auch Monate dauern.

Intensive Gespräche

Indes ist Scheffler in intensiven Gesprächen mit vier Orgelbaufirmen, die unter anderem für dieses Projekt infrage kommen: Klais aus Bonn, Eule aus Bautzen, Woehl aus Marburg und Winterhalter aus dem Schwarzwald. »Jede hat ihre Vorzüge. Ich habe in den letzten Monaten auf Orgelfahrten Referenzinstrumente in verschiedenen Kirchen gespielt und zum Teil die Werkstätten besucht«, erklärt Scheffler. »Jetzt kommt es auf unsere Wünsche an, was Klangflexibilität, Optik, Verarbeitung und Zugänglichkeit betrifft und wie diese umgesetzt werden.« Damit meint er zum Beispiel, ob und welche Manuale schwellbar sind, also ob einzelne Bereiche (Werke) einen Schwellkasten mit vorgebauten Jalousien bekommen. So würden dynamische Klangschattierungen ermöglicht, die vom fast unhörbaren Klang bis zum majestätischen Brausen alle Zwischenstufen erlauben, ohne dass ein Bruch zu hören wäre. Für romantische und moderne Musik wäre das ein Vorzug. Sollten in der Endausbaustufe drei Schwellwerke möglich sein, wäre das neben dem bestehenden Walcker-Fernwerk ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

Eine Überlegung ist auch, die Orgel auf der Empore etwas nach vorne zu rücken, um den großen Pfeifen mehr Raum zu geben. Ein statisches Gutachten sichert diese Möglichkeit bereits zu. Gräfe ergänzt: »Wir würden gerne eine Anzahl alter Pfeifen behalten, aber die Orgelbauer haben dazu unterschiedliche Meinungen. Das alles will gut überlegt sein, denn es trägt dazu bei, welche Vorgaben wir für die Ausschreibung der Angebote machen können. Das Preis-Leistungsverhältnis ist letztendlich ein wichtiges Kriterium.«

Alle Orgelbauer haben derzeit Lieferzeiten zwischen drei und viereinhalb Jahren, weswegen die Kirchengemeinde an einem zügigen Vorgehen interessiert ist. »Uns wird gerade in dieser Zeit deutlich, dass Livemusik durch nichts zu ersetzen ist«, bemerkt, Scheffler, der ganz besonders den Moment des Erlebens in der Musik schätzt. Die Konzerte, die jetzt ausfallen, werden zu einem noch unbestimmtem Zeitpunkt nachgeholt.

Momentan bleibt die Vorfreude auf die baldige Realisation der neuen Orgel in der Dankeskirche. Orgelwein, Orgelpralinen und Pfeifenpatenschaften tragen dazu bei.

Alles zu Patenschaften, Spenden und der Orgel ist unter www.orgel-dankeskirche.de zu finden.

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