Regen und Tauwetter

Hochwasser in der Wetterau: Büdingens Altstadt unter Wasser - Auch andere Städte betroffen

  • Florian Dörr
    vonFlorian Dörr
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  • Ines Alberti
    Ines Alberti
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In der Wetterau treten Bäche und Flüsse über die Ufer. Besonders Büdingen ist schwer vom Hochwasser getroffen.

  • Tauwetter und Regen bringen viele Flüsse und Bäche in Hessen zum Übertreten.
  • Auch im Wetteraukreis sind bereits Kommunen von Hochwasser und Überschwemmungen betroffen.
  • In Büdingen steht die Altstadt unter Wasser.

Update, 29.01.2021, 19.01 Uhr: Besonders betroffen vom Hochwasser ist Büdingen im Wetteraukreis: Dort steht die Altstadt unter Wasser. Rettungskräfte holen Anwohner mit Schlauchbooten aus ihren Häusern. In der Altstadt, wo der Seemenbach über die Ufer getreten war, stand das Wasser einem Sprecher des Wetteraukreises zufolge teilweise hüfthoch. Man müsse schauen, wie sich die Lage entwickele, sagte er mit Blick auf die Wetterlage. Eine Anwohnerin berichtete, sie lebe sei 15 Jahren in der Stadt und habe so etwas noch nie gesehen.

Die Feuerwehr befreite über den Tag immer mehr Menschen aus Häusern. Dafür waren auch Schlauchboote und ein Radlader nötig. Das Hochwasser erreichte auch ein Altenheim mit rund 100 Bewohnern in Büdingen. Wie der Hessische Rundfunk berichtet, sollen die Senioren in anderen Heimen untergebracht werden.

Der viele Regen und das Tauwetter haben die Hochwasserlage in Teilen Hessens deutlich verschärft.

Auch andere Städte in der Wetterau sind vom Hochwasser betroffen. „Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen“, resümiert etwa Stadtbrandinspektor Benjamin Balser in der Einsatzzentrale der Freiwilligen Feuerwehr Nidda am Freitagnachmittag. „Es darf nur jetzt nicht in großem Ausmaß weiterregnen, das Tauwetter im Vogelsberg müsste bei sinkenden Temperaturen enden, und es sollte kein Wind aufkommen, der die Wasserfluten zusätzlich über die Ufer, in die Straßen und Keller drückt.“

Als technischer Einsatzleiter lobt Balser die reibungslose Kooperation zwischen Feuerwehr, Stadtverwaltung und Bauamt. Gemäß dem Hochwasseralarmplan sei die Bevölkerung rechtzeitig durch Lautsprecherdurchsagen sowie via Social Media über den jeweils aktuellen Wasserstand sowie geplante Einzelmaßnahmen informiert worden. „In den Hochwasser-Spitzenzeiten am späten Vormittag waren wir mit 150 Kräften aus der Kernstadt und den Stadtteilen im Einsatz“, erläutert er. „Es galt, Keller auszupumpen, Straßen zu sperren, mit Unterstützung des Bauhofes und der Anwohner selbst Sandsäcke zu verteilen sowie auf einem Reiterhof in den Niddaauen die Pferde zu evakuieren, die kniehoch im Wasser standen.“ Eine Alarmierung zur Kläranlage wegen eines möglichen Kabelbrandes in der Photovoltaik-Anlage aufgrund des Hochwassers konnte Klärung herbeiführen und Schlimmeres verhindern.

Besondere Sicherungsmaßnahmen wurden im Bereich Schwickartshausen, Ober-Lais und Hirzenhain getroffen, 500 Sandsäcke in die Kommune Glauberg abgegeben. „Aktuell haben wir die Lage im Griff, Personen sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen“, resümiert der Stadtbrandinspektor und hofft auf die eingangs beschriebene Beruhigung der Wetterlage.  

Hochwasser in der Wetterau: Feuerwehr im Einsatz - Büdingen schwer getroffen

Erstmeldung, 29.01.2021, 13.53 Uhr: Es regnet und es taut. Eine ungünstige Kombination, die Feuerwehren in ganz Hessen und auch im Wetteraukreis einiges an Arbeit beschert: Vielerorts treten Bäche und Flüsse über die Ufer, Hochwasser und Überschwemmungen drohen. So auch bei der Nidda und ihren Nebenflüssen.

Das Regierungspräsidium Darmstadt warnt für den Wetteraukreis insbesondere an der Nidda vor derzeit rapide steigenden Pegelständen. Alle Bäche, die in die beiden Flüsse münden, führen viel Wasser. Kritisch ist die Lage laut dem Hessischen Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (HLNUG) bislang vor allem in Friedberg, Glauberg, Büdingen und Bergheim. Die Wetter hat in Friedberg mit einem Pegelstand von 2,17 Metern die Meldestufe 2 überschritten.

Auch Orte im Wetteraukreis sind von Hochwasser aufgrund von Regen und Tauwetter betroffen. (Symbolbild)

Büdingen (Wetteraukreis) kämpft gegen Hochwasser in der Altstadt an

Im Gebiet der Nidder, einem Nebenfluss der Nidda, wird Glauberg (2,23 Meter) und Büdingen (3,39 Meter) ebenfalls die Meldestufe 2 überschritten. In Büdingen steht der Pegelstand kurz vor der höchsten Meldestufe 3, die ab einem Wasserstand von 3,40 Meter gilt. Im selben Gebiet wurde dem Landesamt zufolge am kleineren Bleichenbach sogar der historisch höchste Wasserstand überschritten.

In Büdingen sind die Feuerwehren bereits im Einsatz, um Überschwemmungen zu verhindern und das Hochwasser in den Griff zu bekommen. Ein Video von wetter.de zeigt bereits stark überschwemmte Straßen aus der hessischen Stadt. Auch auf der Facebook-Seite „Büdingen Erleben“ wird das Ausmaß der Überschwemmungen deutlich: Das Wasser ist in die Altstadt vorgedrungen. Auf den Straßen geparkte Autos stehen zur Hälfte unter Wasser, Keller sind vollgelaufen.

Hochwasser im Wetteraukreis: Baumärkte in Büdingen und weiteren Orten geöffnet

Der Magistrat von Büdingen und der Baumarkt Eichhorn teilen auf Facebook mit, dass in Absprache mit dem Ordnungsamt die Bauzentren in Büdingen, Glauburg und Gedern am Freitag und Samstag (29. und 30.01.2021) geöffnet sind, damit Betroffene sich mit Schaufeln, Eimern, Wannen, Sand, Planen und Pumpen eindecken können.

Das HLNUG rechnet damit, dass die Hochwasserlage in Hessen über das gesamte Wochenende hin andauern wird. An kleineren Gewässern soll sich die Lage demnach ab Montag entspannen. Auf der interaktiven Karte des Landesamts können die Pegelstände verfolgt werden. (Ines Alberti) *giessener-allgemeine.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch im Landkreis Gießen gelten Hochwasser-Warnungen* für die Lahn. Viele weitere Gebiete in ganz Hessen sind von Hochwasser betroffen.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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