Im Wetteraukreis haben Männer versucht, das Dach eines Senioren zu sanieren - laut Polizei wahrscheinlich minderwertig. (Symbolbild)
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Im Wetteraukreis haben Männer versucht, das Dach eines Senioren zu sanieren – laut Polizei wahrscheinlich minderwertig. (Symbolbild)

Altenstadt

Wetteraukreis: Angebot für spontane Dachsanierung endet in Fiasko

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
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In Altenstadt im Wetteraukreis wollen Männer das Dach eines Seniors erneuern. Der Sohn des Mannes bemerkt: Da könnte etwas faul sein.

Altenstadt – Im Wetteraukreis ist die Polizei Handwerkern auf die Schliche gekommen, die wohl mit minderwertig ausgeführten Dachsanierungen ihr Geld verdienen wollten. Im Stadtteil Heegheim in Altenstadt boten einem Bericht zufolge mehrere Männer einem Senior an, dessen Dach zu sanieren. Ein Vertrag sei handschriftlich auf einem Zettel geschlossen worden, bevor die sechs Männer auf das Dach stiegen und damit begannen, die Dachziegel hinunterzuwerfen.

Nachdem große Teile des Daches in Altenstadt (Wetteraukreis) abgedeckt waren, machten die Männer sich daran, das Gebälk mit Blechen zu verschrauben. Während die Männer an dem Haus arbeiteten, kam der Sohn des Seniors dort an und alarmierte die Polizei. „Er mutmaßte, dass es hier nicht mit rechten Dingen zuging“, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Die Hälfte des Daches war demnach bereits abgedeckt, als die Ermittler eintrafen und weitere Arbeiten einstellen ließen.

Altenstadt im Wetteraukreis: Betrügerische Handwerker unterwegs

Eine als ungarisch angekündigte, letztlich als slowakisch gegenüber der Polizei präsentierte Firma beschäftigte die sechs Männer aus Rumänien, die darauf pochten, für ihre Leistung in bar bezahlt zu werden. Gegen die Männer wird in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen versuchten Leistungsbetrugs eingeleitet, „da sie nach ersten Einschätzungen minderwertige und nicht fachgerechte Leistungen erbrachten und den betroffenen Anwohner darüber täuschten.“ Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurden die Männer gehen gelassen. Den durch die Arbeiten möglicherweise entstandenen Schaden an dem Haus in Altenstadt ersetzt das Strafverfahren laut Polizei jedoch nicht: Den muss der Senior über ein Zivilklageverfahren einfordern.

Die Polizei im Wetteraukreis rät dringend davon ab, sich ungefragt Dienstleistungen an der Haustür anbieten zu lassen. Das betreffe nicht nur Dachdecker, sondern auch Pflasterreinigungen, Baumschnitt und ähnliches. Im Kreis Gießen gab es jüngst einen ähnlichen Fall, bei dem „Handwerker“ für die Reparatur einer Regenrinne* tausende Euro verlangten. Die Polizei rät dazu, sich ein schriftliches Angebot einzuholen und auch Preise mit ortsansässigen Unternehmen zu vergleichen. Man solle außerdem auf das Kleingedruckte achten und eine schriftliche Rechnung verlangen. Weitere Tipps gibt die Polizei auf ihrer Beratungsseite. (ial) *giessener-allgemeine.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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