Ab Dienstag hat die Gewerkschaft ver.di Warnstreiks angekündigt. Wie und wann trifft es die Wetterau?
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Ab Dienstag hat die Gewerkschaft ver.di Warnstreiks angekündigt. Wie und wann trifft es die Wetterau?

Ab Dienstag in Deutschland

Warnstreiks an Kliniken in der Wetterau angekündigt - Trifft Streit im Öffentlichen Dienst Kitas?

  • vonKatharina Gerung
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  • Marion Müller
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Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst hat keine Einigung gebracht. Warnstreiks sollen nun den Druck erhöhen. Welche Auswirkungen gibt es in der Wetterau?

Update, 22.09.20, 17.50 Uhr: Die Warnstreiks im Öffentlichen Dienst könnten die Wetterau und Hessen in den kommenden Tagen treffen. Allerdings ist noch nicht bekannt, inwiefern und wann es zu Einschränkungen kommen wird. Anders sieht es beim Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) aus. Betroffen ist das Bürgerhospital in Friedberg, das Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim und das städtische Haus in Schotten. Laut einer Mitteilung gibt es am Donnerstag (24.09.2020) einen ersten Warnstreiktag in Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen und einzelnen Trägern der Sozialen Arbeit. Gestreikt wird hessenweit einen Tag lang, von Beginn der Frühschicht bis zum Ende der Spätschicht.

Der Schwerpunkt der Streiks liegt laut Verdi in Frankfurt, Offenbach, Friedberg und Bad Nauheim. Auch einen Demonstrationszug soll es am Vormittag in Frankfurt geben. Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik ihren Lohnforderungen im laufenden Tarifstreit mit Bund und Kommunen Nachdruck verleihen. Verhandelt wird über die Einkommen von mehr als zwei Millionen Beschäftigten.

Warnstreiks an Kliniken in der Wetterau angekündigt: »Wir wollen ein deutliches Zeichen setzten.“

»Wir wollen ein deutliches Zeichen setzten, dass es so nicht weiter gehen kann«, sagt Gewerkschaftssekretärin Hilke Sauthof-Schäfer. Vor allem die aktuelle Corona-Krise habe das Fass zum überlaufen gebracht. Seit Beginn der Pandemie arbeite das Personal in den verschiedenen Häusern auf Hochtouren um Infektionsketten zu unterbrechen und zu verhindern. Es habe sich nicht nur gezeigt, wie gut die unterschiedlichen Zahnräder der Krankenhaus-Maschinerie in Zeiten wie diesen ineinandergreifen, sondern auch wie wichtig sie sind. »Und damit meinen wir nicht nur die Arbeitnehmer, die bei den Patienten direkt am Bett stehen«, sagt Sauthof-Schäfer, »da ist sehr viel Wut und sehr viel Frust. Wir sind die, die den Laden am Laufen halten.« Während der vergangenen Monate hätten viele nicht auf Überstunden oder Urlaub geachtet und alles gegeben. »Uns in einer Tarif runde dann quasi zu sagen, wir sollen froh um unseren Job sein, ist frech und unverschämt.« 

Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, beziehungsweise einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus soll das Thema der Entlastung der Beschäftigten in den Tarifverhandlungen behandelt werden. Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis blieb, rief die Gewerkschaft zum Streik auf. 

Warnstreiks an Kliniken in der Wetterau angekündigt: Notfallversorgung sichergestellt

In den Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen sei die Notfallversorgung laut Verdi sichergestellt. Geplante Operationen könnten verschoben werden. Die Streikleitung hat darüberhinaus angekündigt, Streiks abzusagen, sollten sich in einzelnen Häusern erhöhte Corona-Infektionen zeigen. Verdi bietet immer auch eine Notdienstvereinbarung an. Die wird zwischen der Leitung der bestreikten Einrichtung und der streikführenden Gewerkschaft geschlossen. Mit dem GZW gebe es laut Sauthof-Schäfer keine solche Vereinbarung. 

»Das GZW nimmt generell immer an unseren Streiks teil«, sagt die Gewerkschaftssekretärin. »Wir gehen davon aus, dass sie eine Delegation zur Kundgebung nach Frankfurt schicken.« Dort wird es unter den entsprechenden Corona-Maßnahmen einen Demonstrationszug geben, Verdi überlässt es den Streikenden, dort anzutreten. »Wir werden es erstmals nicht anhand der Demonstrierenden festmachen können, wie viel sich am Streik beteiligen«, sagt Sauthof-Schäfer. Eine grobe Abschätzung werde es erst in den Tagen danach geben. 

Wetterau: Warnstreik steht an - Wie und wann trifft es Kitas und Co. in Städten und Gemeinden?

Erstmeldung, 21.09.20, 17.47 Uhr: In der laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks und kleineren Aktionen aufgerufen. Auch auf Städte und Kommunen in Hessen kommen Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu. Das bestätigt Verdi-Pressesprecherin Ute Fritzel auf Anfrage.

Doch wann geht es los? Und welche Institutionen in der Wetterau werden bestreikt? Für Dienstag und Mittwoch schließt Fritzel Streiks in Hessen noch aus. Aber sie sagt: „Wir werden in dieser Woche auf jeden Fall noch streiken.“ Details verrät sie zunächst nicht: Wann genau in Hessen mit Streiks gerechnet werden muss und ob auch Kitas betroffen sind, wollte Verdi zunächst nicht mitteilen. Die Gewerkschaft kündigte für Dienstagvormittag nähere Informationen an. Dann könnte klar werden, inwiefern die Warnstreiks im öffentlichen Dienst auch Städte und Gemeinden in der Wetterau treffen.

Hintergrund: Da die zweite Runde der Tarifverhandlungen ergebnislos geblieben war, wollen die Gewerkschaften den Druck erhöhen. Die Verhandlungen mit dem Bund und den kommunalen Arbeitgebern am Wochenende seien „sinnlos verplemperte Zeit“ gewesen, kritisierte zuletzt Verdi-Chef Frank Werneke. Wie sich der mögliche Warnstreik auf Hessen - und damit auch in der Wetterau - auswirken wird, das ist zur Zeit noch unklar. Die Ansage vonseiten der Gewerkschaften ist aber deutlich: Es solle kein Bereich ausgenommen werden.

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