In der Wetterau bleibt der Impfstoff knapp. (Symbolbild)
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In der Wetterau bleibt der Impfstoff knapp. (Symbolbild)

Coronavirus

Dutzende Impf-Termine in der Wetterau ausgefallen – Doch Kreis verzichtet auf Nachrücker-Liste

Im Wetterauer Impfzentrum mussten am Sonntag Dutzende Corona-Impfungen ausfallen. Der Kreis äußert sich zum weiteren Vorgehen.

Friedberg – Rund 100 Menschen, die eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus hätten erhalten sollen, sind am Sonntag (11.04.2021) nicht zu ihrem angemeldeten Impftermin in Büdingen erschienen. Es sei das erste Mal, dass eine „große Zahl von Impfterminen nicht wahrgenommen wurde“, teilte der Wetteraukreis mit. Die Betroffenen hätten demnach die Vakzine von Biontech oder Moderna bekommen sollen. Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs äußerte die Vermutung, dass „diese Personen bereits durch ihre Hausarztpraxis geimpft wurden und den Termin einfach nicht abgesagt haben“.

Die freigewordenen Termine wolle man nun „überbuchen“, das heißt: „Wir werden etwa 100 Termine zusätzlich über die Landesliste vergeben lassen“, erklärte der Fachmann. „Sollten dann doch mehr Personen den Impftermin wahrnehmen, so können wir diese aus der Reserve bedienen.“ Eine Nachrücker-Liste, auf die sich jeder eintragen könne, lehne das Gesundheitsamt ab. „Wir wollen die Prioritätenliste der Ständigen Impfkommission (Stiko) und des Ethikrates beibehalten“, so der Wetterauer Amtsarzt. Solange nicht alle besonders vulnerablen Gruppen geimpft seien, mache es „wenig Sinn“ solche offenen Listen aufzumachen. Merbs: „Bis darüber ein Impftermin zustande kommt, kann es für die meisten viele Wochen oder gar Monate dauern“.

Corona-Impfungen in der Wetterau: Kreis will keine Gesamtzahlen veröffentlichen

Im Impfzentrum in Büdingen erfolgten laut Wetteraukreis seit Donnerstag (08.04.2021) 3159 Corona-Impfungen. Es fehle nach wie vor an Impfstoff. Für diese Woche seien Lieferungen von Biontech und von Astrazeneca angekündigt. Die Hausarztpraxen werden über die Lieferketten der Apotheken mit dem Biontech-Vakzin versorgt. Wie viele Impfungen in den Arztpraxen durchgeführt werden, sei dem Gesundheitsamt „nicht bekannt“, heißt es.

Weil damit „kein realistisches Bild über die tatsächliche Zahl der geimpften Menschen im Wetteraukreis möglich“ sei, will der Kreis künftig keine Gesamtzahl zu den Impfungen mehr veröffentlichen. Vor einer Woche lag die Impfquote in der Wetterau bei Erstimpfungen über dem Hessen-Schnitt, bei Zweitimpfungen darunter. Landesweit fallen in den Impfzentren vermehrt Termine aus, so jüngst etwa im benachbarten Landkreis Gießen, wo viele sich gegen eine Impfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca entschieden. (red/ag)

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