Im Sommer 2020 wurden in der Wetterau erstmals tote Igel in Plastiktüten gefunden. Nun geht die Polizei der Frage nach, ob ein 35-Jähriger etwas mit dieser und anderen Taten zu tun hat.
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Im Sommer 2020 wurden in der Wetterau erstmals tote Igel in Plastiktüten gefunden. Nun geht die Polizei der Frage nach, ob ein 35-Jähriger etwas mit dieser und anderen Taten zu tun hat.

Tote Igel

Tiere gequält und getötet: Verdächtiger wieder frei – Wetterauer Polizei klärt auf

  • Sabrina Dämon
    VonSabrina Dämon
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  • Alexander Gottschalk
    Alexander Gottschalk
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Seit Sommer 2020 tauchen in der Wetterau immer wieder getötete und gequälte Igel und andere Kleintiere auf. Nun hat die Polizei endlich eine heiße Spur.

Update vom Dienstag, 17.08.2021, 15.45 Uhr: Der 35-jährige mutmaßliche Tierquäler aus der westlichen Wetterau ist wieder auf freiem Fuß. Das teilte die Polizei am Dienstag (17.08.2021) mit. Noch am Montagnachmittag (16.08.2021) habe man den Mann nach dessen vorläufiger Festnahme entlassen. Der Schritt geschah nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft. Es habe an Haftgründen gemangelt. Die Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen dauern indes an.

Er soll mehrfach Kleintiere gequält und getötet haben. In der Wetterau hatte es seit Sommer 2020 eine Reihe erschreckender Taten gegeben. Wie Polizeisprecher Tobias Kremp nun mitteilte, geht die Polizei aber nicht davon aus, dass die Fälle in Ober-Mörlen mit denen in Friedberg zusammenhängen. In Friedberg waren angekokelte Igel im Bereich Stadthalle/Henry-Benrath-Schule entdeckt worden. In Ober-Mörlen fand man über das Jahr verteilt insgesamt 23 Igel, zwei Kaninchen und zwei Katzen tot auf.

Nach Monaten ohne Ermittlungserfolg gab es am Montag die Kehrtwende. Bei einer Durchsuchung in der Wohnung des 35-Jährigen stellte die Polizei umfangreiches Beweismaterial sicher. Neben einigen toten Tieren fanden die Ordnungshüter auch zwei lebendige Igel. Die Einsatzkräfte übergaben die Tiere in die Obhut von Tierschützern.

Igel gequält und getötet: Wetterauer Tierhasser gefasst? Überraschungscoup nach Serientaten

Erstmeldung vom Montag, 16.08.2021, 16.04 Uhr: Friedberg – Der Wetterauer Polizei könnte ein echter Coup gelungen sein. Wie die Beamten mitteilten, nahmen sie am heutigen Montag (16.08.2021) nach einer Durchsuchung einen 35-Jährigen vorläufig fest. Er wird verdächtigt, mit der Serie von Tierquälereien und Tiertötungen in Verbindung zu stehen, die seit dem Sommer 2020 die Region erschüttert.

Mehrfach waren Kleintiere tot oder misshandelt gefunden worden. Insbesondere Igel traf es immer wieder, zuletzt trieb Ende Juli ein Einkaufskorb mit ihren Kadavern in der Usa bei Ober-Mörlen. Insgesamt seien seit vergangenem Sommer 23 Igel, zwei Kaninchen und zwei Katzen in Ober-Mörlen tot aufgefunden worden, sagt Polizeipressesprecher Tobias Kremp. In allen Fällen wurden Tierschützer und Polizei eingeschaltet, Beweisstücke nach Möglichkeit sichergestellt sowie die Tiere pathologisch untersucht. Monatelang tappten Ermittler und Tierschützer im Dunkeln. Nun also der Durchbruch?

Tierhasser aus der Wetterau? 35-Jähriger „dringend verdächtig“

Aus taktischen Gründen will sich die Polizei vorerst bedeckt halten. Noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Nur so viel: Der Tatverdächtige wohnt im westlichen Wetteraukreis und ist polizeibekannt. In seiner Wohnung sei man auf umfangreiches Beweismaterial gestoßen, darunter auch tote und lebende Tiere. Der Beschuldigte sei „dringend verdächtig“, in mehreren Fällen Wirbeltiere gequält und getötet zu haben. Details zu den Vorwürfen und dem Beweismaterial blieben zunächst offen. Umfangreiche Ermittlungen hätten die Ordnungshüter auf die Spur des 35-jährigen Wetterauers gebracht. Sie vollstreckten nun einen Durchsuchungsbeschluss.

Tierquälerei ist eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Igel stehen unter Artenschutz. In Hessen beträgt das Bußgeld bis zu 50 000 Euro für das Fangen, Verletzen, Töten von Igeln sowie für die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten.

Mehrere Tierschützer hatten Belohnungen ausgesetzt für Hinweise, die zum Täter führen. Neben dem Verein auch die Tierschutzorganisation PETA sowie der Tierschutzverein Butzbach. Der postete gestern auf seiner Facebook-Seite: „Heute ist einer der schönsten Tage in unserem Tierheim! Nach über einem Jahr wurde der Igel-/Katzen-/Kaninchen-Mörder gefasst.“ (red/sda/ag)

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