Landrat Jan Weckler informiert sich bei Anja Blum und Christian Knickel vom Fachdienst ‚Schul-IT und Einrichtungen‘ zur IT - Bestandaufnahme in einem Klassenraum der John F. Kennedy Schule Bad Vilbel.
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Landrat Jan Weckler informiert sich bei Anja Blum und Christian Knickel vom Fachdienst „Schul-IT und Einrichtungen“ zur IT - Bestandaufnahme in einem Klassenraum der John F. Kennedy Schule Bad Vilbel.

Förderprogramm „DigitalPakt Schule“

Wetterau: Millionen-Summe für digitale Ausstattung an Schulen

  • vonKim Luisa Engel
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Die Corona-Pandemie hat das Thema digitale Ausstattung an den Wetterauer Schulen in den Fokus gerückt. Der Ausbau der Medienentwicklung steht jedoch schon länger auf der Agenda des Kreises.

  • Die digitale Ausstattung an Schulen wird auch abseits der Corona-Pandemie immer wichtiger.
  • Der Wetteraukreis erhält dazu aus dem Förderprogramm „DigitalPakt Schule“ über 19 Millionen Euro.
  • Voraussichtlich kann im zweiten Schulhalbjahr 2021 mit dem Ausbau begonnen werden.

Wetteraukreis - Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist das Thema digitale Ausstattung an den Wetterauer Schulen verstärkt in den Fokus gerückt, nicht zuletzt durch die momentane Einschränkung des Präsenzunterrichts. Der Ausbau der Medienentwicklung steht jedoch schon länger auf der Agenda des Wetteraukreises - bereits seit gut einem Jahr arbeitet die Kreisverwaltung an der Umsetzung des Bundesprogramms „DigitalPakt Schule“. Durch das Förderprogramm erhält die Wetterau mehr als 19 Millionen Euro für die digitale Ausstattung ihrer Schulen.

Wetteraukreis: Corona-Pandemie unterstreicht Bedarf für digitale Ausstattung

Im August 2020 hatte der Wetterauer Kreistag beschlossen, dass die Fördergelder für den flächendeckenden WLAN-Ausbau sowie für Anzeige- und Interaktionsgeräte (interaktive Schultafeln) in den Klassenräumen genutzt werden sollen. Im Dezember hatte der Kreistag dann die konkrete Umsetzung und das darüber hinausgehende Ausstattungs- und Betriebskonzept der Schulen in dem Medienentwicklungsplan 2020-2024 beschlossen.

Erstellt wurde dieser Plan in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib), welches dem Wetteraukreis gleichzeitig wichtige Ratschläge für die zukünftige Strategie zur digitalen Ausstattungen seiner Schulen gegeben hat. Landrat Jan Weckler erklärt die Absicht, die hinter dem Medienentwicklungsplan steht: „Ziel ist es, einen strategischen Ansatz zu liefern, mit dem die Schulen eine stabile, sichere, bedarfsorientierte und finanziell abgesicherte Umgebung vorfinden, die den Anforderungen an einen zeitgemäßen Unterricht und Schulorganisation ermöglicht“. Gerade die Erfahrungen und Erfordernisse der Schulen durch den Online-Unterricht während der Corona-Pandemie hätten den Bedarf noch einmal unterstrichen.

Wetteraukreis: Jährlich 4,7 Millionen Euro zusätzlich

Der Medienentwicklungsplan laufe bis 2024 und orientiere sich an den übergeordneten Zielen des „DigitalPakt Schule, wie es zum Beispiel WLAN und interaktive Schultafeln sind, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. Zusätzlich seien der kontinuierliche Austausch der Hardware, die Nutzung privater Endgeräte, eine Einbindung des Landesportals sowie die Verbesserung der Fortbildung für Lehrkräfte im Plan enthalten. Dabei werde ein gleichmäßiges Ausstattungsniveau aller Wetterauer Schulen angestrebt, dazu sollen zusätzlich zu den Fördermitteln jährlich etwa 4,7 Millionen Euro investiert werden.

Als Bund und Länder 2019 den „DigitalPakt Schule“ beschlossen haben, gewährte der Bund den Ländern Finanzhilfen in Höhe von insgesamt fünf Milliarden Euro für den Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur. Ziel sei es, eine bildungsbezogene digitale Infrastruktur an Schulen aufzubauen und diese zu verbessern. In Hessen werden per Gesetz und Förderrichtlinie entsprechende Vorgaben für den Einsatz und die Beantragung der Mittel gemacht, der Wetteraukreis erhält insgesamt rund 19,6 Millionen Euro. Zurzeit können die Schulen das vorgegebene pädagogisch-technische Einsatzkonzept einreichen, erst wenn die Anträge vollständig genehmigt wurden, kann der Wetteraukreis die Fördermittel abrufen. Dieser hatte seinen Antrag jedoch erst kurz vor Weihnachten gestellt.

Wetteraukreis: Interaktive Schultafeln sollen im zweiten Halbjahr kommen

Parallel dazu wurde vor einigen Monaten eine Begehung der einzelnen Schulen gestartet um festzustellen, wo die Kabel für das flächendeckende WLAN verlegt werden können. Auch wurde geprüft, wo die interaktiven Schultafeln Platz haben könnten. Landrat Weckler erklärt: „Insgesamt müssen Bau- und IT-Fachleute rund 2.600 Räume an den Wetterauer Schulen begutachten. Allein dieser Teil der Umsetzung des Digitalpakts ist eine immense Aufgabe“. Eine Begehung der einzelnen Räume sei ebenfalls wichtig, da der Ausbau des WLAN-Netzes teilweise den Brandschutz beeinflusse oder, im schlimmsten Fall, eine komplette Modernisierung im Bereich Elektrik auslöse. Dies sei, so Weckler, abhängig vom Alter des Schulgebäudes und sehr unterschiedlich.

Inzwischen hat der Kreisausschuss einer Rahmenvereinbarung für die Beschaffung der interaktiven Schultafeln zugestimmt. Nach aktuellem Stand der Planungen sollen die ersten Wetterauer Schulen im zweiten Halbjahr mit den interaktiven Schultafeln ausgestattet werden.

Wetteraukreis: Lockdown als Herausforderung für alle Beteiligten

Landrat Weckler sagt, dass gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Herausforderungen für Schulen ein noch schnellerer Ausbau mit flächendeckendem WLAN wünschenswert wäre. Seit dem ersten Lockdown im März und den einhergehenden Schulschließungen konnte der Landkreis kurzfristige Lösungen, wie die Einrichtung eines Videokonferenztools, schaffen. Auch der zweite Lockdown betrifft die Schulen erneut massiv, eine Aussetzung des Präsenzunterrichts der Klassen eins bis sechs bedeutet eine wiederholte Herausforderung für alle Beteiligten - nicht zuletzt der Ausstattung.

Dazu stünde, so die Pressemitteilung, der Fachdienst „Schul-IT und Einrichtungen“ in engem Kontakt mit den Schulen. So könnten zeitnah individuelle Lösungen für die einzelnen Schulen gefunden werden. „Auch unabhängig von Corona wird WLAN und die Möglichkeit der Nutzung privater Endgeräte in der Schule die Zukunft sein. So wird der Wetteraukreis durch den „DigitalPakt Schule“ und den Medienentwicklungsplan eine deutlich bessere digitale Basisausstattung erhalten, die auch über die aktuelle Pandemie hinaus für den Unterricht neue Möglichkeiten eröffnen wird“, so Landrat Weckler abschließend.

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