Bereits im vergangenen Jahr waren in der Wetterau zahlreiche tote und verletzte Igel gefunden worden. Bei diesem Tier erkennt man die verkokelte linke Vorderpfote. Nun wurden erneut tote Tiere gefunden.
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Bereits im vergangenen Jahr waren in der Wetterau zahlreiche tote und verletzte Igel gefunden worden. Bei diesem Tier erkennt man die verkokelte linke Vorderpfote. Nun wurden erneut tote Tiere gefunden.

Nach Igel-Quälerei 2020

Wetterau: Hasen und Igel getötet – Polizei womöglich mit heißer Spur zum Tierquäler

  • Lena Karber
    VonLena Karber
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Nach den erschreckenden Fällen von Tierquälerei im vergangenen Jahr, wurden in der Wetterau nun abermals tote Igel sowie tote Hasen gefunden. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Taten?

Update, 15.03.2021, 16.28 Uhr: Nachdem in der vergangenen Woche zwei getötete Hasen und zwei Igel in der Wetterau gefunden worden waren, scheint die Polizei nun eine Spur zum mutmaßlichen Tierquäler zu haben. Denn die Ermittler wenden sich mit einem Hinweis an die Öffentlichkeit: Es geht um Behältnisse, die offenbar im Zusammenhang mit dem Fund der toten Tiere in der Wetterau stehen.

Die Polizei erhofft sich Hinweise auf den Besitzer diesen Einkaufskorb.

Die Polizei fragt daher: „Wer kann Hinweise auf die Herkunft der beiden auf den Bildern zu erkennenden Behältnisse machen? Hierbei handelt es sich um eine rechteckige, pinke Kiste mit hellblauem Deckel, handschriftlich mit ‚1/2 Kg‘ gekennzeichnet und mit silberfarbenem Panzerband zugeklebt sowie um einen ovalen, schwarzen Einkaufskorb mit orangen Reißverschlüssen, Henkel aus Aluminium sowie der Aufschrift ‚Miyako BBQ‘.

Auch diese Kiste könnte mit dem grausigen Fund in der Wetterau in Verbindung stehen.

Offenkundiger Hintergrund des Aufrufs: Die Tierkadaver, die durch den Butzbacher Tierschutzverein bereits nach dem Auffinden zur veterinärmedizinischen Untersuchung gebracht wurden, waren in auffälliger Weise verpackt und entsorgt worden. Die beiden beiden Behältnisse, zu denen sich die Polizei nun Hinweise erhofft, könnten zu dem Tierquäler führen.

Ebenfalls fragt die Polizei mit Blick auf die toten Hasen und Igel in der Wetterau: „Wer hat südlich der B275, östlich der A5 (Anschlussstelle Ober-Mörlen) verdächtige Personen oder Fahrzeuge wahrnehmen können? Konnten gar Personen dabei beobachtet werden, wie sie sich dort der abgebildeten Boxen entledigten? Hinweise nimmt die Polizei Butzbach unter Tel. 06033/70430 entgegen.“

Bereits 2020 waren im Bereich Ober-Mörlen mehrfach entsorgte Tierkadaver aufgefunden worden (siehe unten). Ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen von damals und dem aktuellen Fund besteht, ist derzeit nicht bekannt.

Wetterau: Tote Hasen und Igel gefunden – Verbindung zu anderen Fällen von Tierquälerei?

Erstmeldung, 12.03.2021, 17.32 Uhr: Wie die Polizei mitteilt, wurden am heutigen Freitag (12.03.2021) in der Wetterau abermals tote Tiere gefunden: Zwei Hasen und zwei Igel wurden vermutlich durch menschliche Hand getötet. Nachdem es im vergangenen Jahr zu mehreren Fällen von Tierquälerei gekommen war, stellt sich die Frage: Besteht ein Zusammenhang zwischen den Taten?

Tierquälerei in der Wetterau: 13 Igel-Kadaver und 13 verkokelte Ingel 2020

Im Sommer vergangenen Jahres waren insgesamt 13 tote Igel auf den Friedhof-Parkplatz und in der Usa in Ober-Mörlen sowie 13 angekokelte Igel in der Nähe der Henry-Benrath-Schule in Friedberg gefunden worden. Der Großteil der angekokelten Tiere überlebte, doch zum Teil waren die Tiere traumatisiert. Jutta Knierim-Haustein, Vorsitzende des Vereins »Igelmama«, hatte vermutet, dass mit ihnen auch „Fußball gespielt“ worden war. Sie wiesen Verbrennungen an Kopf und Po auf. Auch in den Jahren zuvor waren wiederholt Fälle von Tierquälerei festgestellt worden.

Die Fälle des vergangenen Jahres hatten überregional Wellen geschlagen. So hatten zahlreiche Medien über die Igelquälerei in der Wetterau berichtet und die Tierschutzorganisation PETA hatte eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Trotzdem konnten die Fälle nicht aufgeklärt werden.

Erneut tote Tiere in der Wetterau gefunden: Besteht ein Zusammenhang zwischen den Taten?

Dass nun am heutigen Freitag (12.03.2021) in der Wetterau erneut zwei tote Igel sowie zwei tote Hasen aufgefunden wurden, lässt daher aufhorchen. Laut Angaben der Polizei liegt der Fundort im Bereich Kremermühle in Ober-Mörlen. Eine Tierschützerin hatte der Polizei in Butzbach mitgeteilt, dass ein bislang Unbekannter die Tiere an den Läufen zusammengebunden hatte. Die Kadaver werden veterinärmedizinisch untersucht, um festzustellen, wie die Igel und Hasen letztlich zu Tode kamen.

Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und sucht dringend nach Zeugen, die Angaben zu dem Fund machen können. „Ob die Fälle aus dem Vorjahr mit dem jetzigen Fund in Verbindung stehen ist noch unklar“, heißt es in der Mitteilung der Polizeidirektion Wetterau. Trotzdem weist die Polizei noch einmal explizit darauf hin, dass auch zu den Taten aus dem vergangenen Jahr weiterhin Informationen entgegen genommen werden.

Die Polizei Butzbach bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 06033/7043-4010.

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