Vor Gericht wird nicht immer die Wahrheit gesagt. Christine Yazdani, Richterin in Friedberg, weiß ein Lied davon zu singen. Manchmal wird es ziemlich kurios. Foto: Agel
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Vor Gericht wird nicht immer die Wahrheit gesagt. Christine Yazdani, Richterin in Friedberg, weiß ein Lied davon zu singen. Manchmal wird es ziemlich kurios. Foto: Agel

Wenn vor Gericht gelogen wird - krasse Fälle

  • Christoph Agel
    vonChristoph Agel
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"Man wird permanent, rund um die Uhr belogen", stellt Richterin Christine Yazdani vom Amtsgericht Friedberg ernüchtert fest. Deshalb geht sie den Dingen auf den Grund, glaubt nicht einfach das, was Menschen sagen, denen ein Fahrverbot droht. Immer wieder behaupteten Menschen, dass sie ohne Führerschein völlig am Ende seien. Hier einige besonders krasse Fälle:

Der Reitunterricht:Eine Mutter klagte, dass sie ihre Kinder nun nicht mehr zum Reitunterricht fahren könne. Die Familie sei sehr gut betucht gewesen, erinnert sich Yazdani. Grund zum Klagen sah sie daher nicht. "Dann soll halt der Butler die Kinder fahren."

Abgeschnitten von der Außenwelt:Ein Mann, dem der zwischenzeitliche Führerscheinentzug drohte, behauptete, er würde auf einem Dorf ohne Geschäfte und ohne Verkehrsanbindung leben. Ohne Führerschein ein echtes Problem - wenn es denn echt gewesen wäre. Yazdani wohnte zufällig damals im selben Dorf, wusste also, dass es dort sowohl Geschäfte als auch Busverkehr und einen S-Bahn-Anschluss gab.

Das behinderte Kind:Eine Mutter behauptete, sie brauche den Führerschein, müsse sie doch zu ihrem schwerstbehinderten Kind fahren, es versorgen. Die Geschichte stimmt fast, nur dass das Kind in einem Heim der Lebenshilfe wohnte, also bereits versorgt wurde.

Der Taxi-Chef:Ein Mann behauptete, auf den Führerschein nicht verzichten zu können, da er Taxifahrer sei. Wie sich herausstellte, war er der Chef, saß in der Zentrale und musste niemanden von A nach B bringen. (agl)

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