Damit die Menschen auf Boa Vista eine warme Mahlzeit bekommen, verteilen ehrenamtliche Helfer zweimal wöchentlich Suppe.
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Damit die Menschen auf Boa Vista eine warme Mahlzeit bekommen, verteilen ehrenamtliche Helfer zweimal wöchentlich Suppe.

Wenigstens ein Teller Suppe

  • Dagmar Bertram
    vonDagmar Bertram
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Butzbach(pm/dab). Carmen und Andreas Stengel vom Verein "Help for Boa Vista" bitten um Unterstützung: Die beiden Butzbacher wollen Anfang 2021 wieder einen Seecontainer mit Hilfsgütern nach Boa Vista schicken. Ab heute sammeln sie gut erhaltene Sachspenden für die Menschen auf der kapverdischen Insel vor der Küste Westafrikas.

Auch Geldspenden sind willkommen, denn allein die Kosten für den Container belaufen sich auf 6800 Euro. Zahllose unbezahlte Stunden in der Freizeit werden hinzukommen, in denen Carmen und Andreas Stengel die Spenden sortieren, beschriften und verpacken werden. "Wenn man diese Armut einmal gesehen hat, will man nur noch eins: helfen", sagt die Butzbacherin.

Seit dem Ausbruch der Pandemie sei die humanitäre Lage auf der kleinen Insel prekärer denn je, berichtet sie. Mit dem Zusammenbruch des Tourismus - rund 90 Prozent der Einheimischen verdienten damit ihr Geld - sei den Menschen jegliche Verdienstmöglichkeit genommen. "Sie verhungern, weil sie nicht mal mehr Geld für Lebensmittel haben", ist Stengel erschüttert.

Kochen am Straßenrand

Sie und ihr Mann wollten eigentlich im Mai nach Boa Vista reisen - in Begleitung zweier Notfallsanitäter, die Hygieneschulungen vor Ort durchführen wollten. Doch dann kam Corona. "Aus der Reise wurde nichts, und auch sonst ist nichts mehr, wie es war." Das neue Projekt "Basic medical care Boa Vista" liegt auf Eis. "Dabei wäre es gerade jetzt wichtiger denn je, ein gewisses Maß an medizinischer Versorgung zu gewährleisten."

Nun helfen die beiden weiter von der Wetterau aus. Der Verein hat auf Boa Vista schon eine Schule gebaut und renoviert gerade einen Kindergarten. Um die Notleidenden während der Pandemie zu versorgen, verteilen ehrenamtliche Helfer zweimal wöchentlich Suppe. Dazu wurden acht Töpfe mit einem Fassungsvermögen von je 70 Litern angeschafft, in denen mittwochs und sonntags am Straßenrand über einem Holzfeuer Suppe gekocht und verteilt wird. Stengel: "Rund 1200 Menschen können so versorgt werden."

Auch an Bedürftige, die weit außerhalb leben und nicht zu den Verpflegungsstationen kommen können, ist gedacht: Mit Unterstützung der Organisation ACUB werden diese Orte gezielt angefahren, um dort Essenspakete zu verteilen. "Auch hier ist die Dankbarkeit der Menschen zu spüren", haben Stengels von den Helfern erfahren. So bewahrheite sich wieder einmal das Motto des Vereins: "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern."

Für den Hilfsgütertransport werden gut erhaltene Sachspenden gesammelt, die bei Bedarf auch abgeholt werden. Geldspenden gehen auf dieses Konto: IBAN: DE09 5185 0079 0027 1610 73, Sparkasse Oberhessen, "Help for Boa Vista".

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