Ausgeschwommen: Das Usa-Wellenbad macht im November Zwangspause. FOTO: WEIGELT
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Ausgeschwommen: Das Usa-Wellenbad macht im November Zwangspause. FOTO: WEIGELT

"Wellenbrecher" legt Wellenbad lahm

  • vonCorinna Weigelt
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Bad Nauheim/Friedberg(cor). Ab heute treten die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft. Betroffen sind u. a. der Freizeit- und Profisport, dazu zählen bekanntlich Schwimmbäder, Fitnessstudios, Saunen und ähnliche Angebote, somit auch das Usa-Wellenbad. "Bei den rasant steigenden Infektionszahlen hat mich das nicht überrascht", sagt Sascha Rieck, Betriebsleiter des Usa-Wellenbads. "Ich habe schon vermutet, dass es einen neuen Lockdown geben wird." Nun wird das öffentliche Leben für vier Wochen runtergefahren.

Der sogenannte "Wellenbrecher" oder "Lockdown light" soll helfen, den starken Anstieg der Infektionszahlen deutlich zu verlangsamen und Infektionsketten wieder vollständig verfolgen zu können, wie vom Bund und den Ländern am Mittwoch beschlossen wurde. Das Land Hessen hat diese Vorgaben übernommen. Nun erfolgt seit heute die Umsetzung der Maßnahmen. Im Usa-Wellenbad hat man Sonntagnacht die Heizung abgedreht.

16 Mitarbeiter zählen im Schwimmbad zu den Angestellten. "Ich habe alle am Donnerstag zur aktuellen Situation informiert", sagt Rieck. Niemand habe verwundert reagiert. Für den November werde Kurzarbeit eingeführt. "Wir müssen das Ganze ja wirtschaftlich abfangen."

Eigentlich hatten die Mitarbieter des Schwimmbads dank der Sicherheits- und Hygienemaßnahmen einen guten Monat erwartet; der nasskalte November zählt zu den typischen Hallenbad-Monaten. Trotz Pandemie wären maximal sogar 20 000 Besucher in 30 Tagen möglich gewesen. Rieck: "Inklusive Vereine, Schülergruppen und Kursteilnehmer."

Doch seit Tagen sei die Angst immer spürbarer geworden. "Es sind auch deutlich weniger Gäste gekommen." Die Meinungen der Badegäste seien ganz unterschiedlich, mal verständnisvoll, dann wieder traurig oder auch verwundert. Manche sagen, das Infektionsrisiko wäre doch an anderen Stellen zu suchen, nicht in einem Schwimmbad.

Besonders ältere Menschen betroffen

Zu den Stammgästen zählen auch ältere Schwimmbadbesucher, die ihre Aktivitäten nun vermissen werden. Sie nutzen die Becken oftmals aus gesundheitlichen Gründen, zur Erhaltung der Mobilität und des Bewegungsapparates, weiß Rieck. Auch Outdoor-Sportler zählen zu den Hallenbad-Besuchern, sie halten sich an nasskalten Tagen gerne drinnen fit. Nach dem ersten Lockdown sei vieles erst wieder in Schwung gekommen. "Vereine hatten ihr Leistungsdefizit wieder aufgefangen, die Kurse konnten wieder angeboten werden." Jetzt werde alles wieder auf Null gedreht.

"Es gibt nun eine Notbesetzung", sagt Rieck. "Technische Mitarbeiter kontrollieren alles täglich." Das Wasser verbleibe in den Becken, energetisch werde aber alles stark runtergefahren. Es werde nicht mehr geheizt, der Luftdruck wird gesenkt. "Alles Notwendige halten wir aufrecht." Parallel dazu habe man schließlich den 1. Dezember im Blick. "Wir beobachten die Lage und die Entwicklung der Infektionszahlen und schauen, was die Regierung dann entscheiden wird."

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