Die Nidderhalle bleibt zu. Eine Gruppe um Ortsvorsteher Sam Pfeiffer (2.v.r.), die den Bau befürwortet, diskutiert. FOTO: JWN
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Die Nidderhalle bleibt zu. Eine Gruppe um Ortsvorsteher Sam Pfeiffer (2.v.r.), die den Bau befürwortet, diskutiert. FOTO: JWN

Weiter Differenzen um Standort fürs Altenheim

  • vonJürgen W. Niehoff
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Nidderau. Das geplante Altenheim an der Höchster Straße in Eichen erhitzt die Gemüter. Die Stadt Nidderau wollte nun die Pläne veröffentlichen, informieren und den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Doch die verschärften Regeln der Corona-Krise haben das Vorhaben verhindert.

Fachleute des Hanauer Architekturbüros Heitzenröder sollten vor Ort erste Fragen beantworten und das Vorhaben erläutern. Doch die neuen Regeln zur Pandemie haben der Stadt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Veranstaltung musste kurzfristig abgesagt werden. Dafür aber wurden die Pläne mit den vier Alternativen nun auf der Homepage der Stadt eingestellt.

Die Bürger habe nun zwei Wochen die Möglichkeit, Fragen oder Stellungnahmen zu dem Bauvorhaben der Alten und Pflegezentren (APZ) des Main-Kinzig-Kreises im Rathaus einzureichen.

Strahlten nun die einen, wegen der vor allem von den Gegnern des Projektes so lange geforderten Transparenz und der nun Zurverfügungstellung der Pläne, so sahen sich die Kritiker in ihrer Skepsis bestärkt. "Hier fehlen jegliche Maßangaben. So kann man mit den Plänen kaum etwas anfangen", kommentierte beispielsweise René Sebastian, der die Pläne online angesehen hat. Im Falle der Umsetzung des Projektes würde das gesamte Umfeld in Mitleidenschaft gezogen, Bäume müssten gefällt und der allseits geliebte Abenteuerhügel abgetragen werden, kritisiert er.

Kritik: Spielplatz wird verkleinert

Was Eltern aber besonders erregt und das schon seit Bekanntwerden des Bauvorhabens auf dem Spielplatzgelände, ist nach Aussage von Chrissie Kapfenberger, die Tatsache, dass der Spielplatz später erheblich kleiner ausfallen soll, obwohl zwei neue Kita-Gruppen dazukommen. Um das zu verschleiern, habe man jetzt auf den Plänen optionale Spielplätze, die allerdings im ausgewiesenen Hochwassergebiet liegen. Sie vermutet, dass wegen der dem Alten- und Pflegezentrum zugesagten Fläche von rund 3500 Quadratmetern die Parkplätze und die Überschwemmungswiesen mit in den späteren Spielplatzbereich eingerechnet worden seien und deshalb auf den Plänen auch nicht mit konkreten Angaben ausgewiesen worden seien.

Kompromiss am runden Tisch?

Auch Daniel Habermann, einer der BI-Sprecher "Rettet den Spielplatz" war an diesem Nachmittag vor der Nidderhalle, in der eigentlich die Ausstellung angesetzt war. "Wir sind auf keinen Fall gegen ein Altenzentrum in Eichen nur halt nicht an diesem Standort. Wir halten die Pläne für eine Mogelpackung, zumal sie bestimmten Kreisen in Nidderau schon vorab zugänglich gemacht worden sind", kritisiert Habermann. "Und die Leute schießen nun aus allen Rohren auf uns Eltern", sagt er. Habermann ist vor allem verärgert über die ungewöhnliche Zuspitzung der Debatte. "Wir sind doch alles erwachsene Menschen. Da wird man doch mal vernünftig miteinander reden können. Ich glaube, das Projekt ist zu einem falschen Zeitpunkt auf den Tisch gekommen, nämlich mitten in einen Wahlkampf."

Zwar würde seine BI, vorausgesetzt, die Pläne würden so weiterverfolgt und zu Baurecht werden, einen Bürgerentscheid initiieren, doch dazu müsse es nicht kommen. "Vielleicht hilft aus der vertrackten Situation ein runder Tisch mit einem wirklich neutralen Schlichter. Es gibt an diesem Tag aber auch eine andere Gruppe vor den Türen der geschlossenen Nidderhalle. Um Ortsvorsteher Sam Pfeiffer (SPD) hatte eine kleine Schar Befürworter des Projektes versammelt. Immer wieder verwiesen sie darauf, dass doch nun alles seinen richtigen Gang gehe, die Pläne seien veröffentlicht und eine sachliche Diskussion könne nun beginnen.

Doch schon die ersten Einwände, zeigten, wie verhärtet die Fronten in der Tat sind. Erst mit der Zeit kam auch auf dieser Seite die Einsicht, dass es doch möglich sein müsse, eine gemeinsame Lösung zu finden.

"Es muss doch eine Variante geben, auf die sich alle Seiten einigen können," zeigte sich am Ende Susanne Leiner überzeugt. Kurz zuvor hatte sie noch zu denjenigen gezählt, die vehement den von der Stadt und dem Alten- und Pflegezentrum eingeschlagenen Weg verteidigt hatte. jwn

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