Weihnachtliche Dekorationen für draußen und drinnen: Auszubildende Marina bekommt viel Lob für ihre festlichen Kreationen. Foto: Schenk
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Weihnachtliche Dekorationen für draußen und drinnen: Auszubildende Marina bekommt viel Lob für ihre festlichen Kreationen. Foto: Schenk

Vorfreude auf den Advent

  • vonJürgen Schenk
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Kurz vor dem ersten Adventssonntag wird es im Berufsbildungswerk Südhessen in Karben beschaulich: Drei Tage lang zieht der traditionelle Adventsmarkt wieder junge und alte Besucher in seinen Bann. Heute geht er in die Schlussrunde.

W eihnachtsmarktbummler, Deko-Liebhaber und Geschenkesucher haben sich diesen Termin vorgemerkt. Nicht wenige Marktgänger finden, dass der Budenzauber im Berufsbildungswerk (BBW) mit vergleichbaren Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit auf einer Stufe stehe. Das liegt letztlich im Auge des Betrachters, der Bummel durch das Hüttendorf und die weihnachtlich geschmückte Freizeithalle haben aber ihren Charme.

Das liegt nicht zuletzt an den vielfältigen Dingen, die zum Stöbern und Kaufen einladen: Festliche Adventskränze, Gestecke, Weihnachtssterne in verschiedenen Farben, Geschenkideen aus Holz, Metall, Filz und Stoff, hausgemachtes Gebäck und Konfitüren - diese Produkte stellen die jungen Leute in den BBW-Ausbildungsbetrieben selbst her. Während des Adventsmarktes lernen sie dann auch gleich noch, wie der Verkauf läuft. Das ist nicht nur ein Nebeneffekt, sondern Teil der Gesamtausbildung. Pünktlich fällt das rote Band vor dem Eingang und der große Pulk von wartenden Menschen erobert sodann in Windeseile das Halleninnere. Während die Bläserklasse der Kurt-Schumacher-Schule den Adventsmarkt eröffnet, gehen bereits die ersten Kränze und Gestecke über die Ladentheke. Der Andrang ist enorm.

Eine gewisse Vorfreude auf die kommende Zeit ist nicht zu übersehen. Die 22-jährige Marina ist im zweiten Ausbildungsjahr zur Floristin. Zusammen mit den anderen fünfzehn Azubis hat sie seit Ende Oktober die weihnachtlichen Schmuckstücke hergestellt. 120 Adventskränze in allen Farben und Variationen hätten sie angefertigt, erzählt die junge Frau. Die genaue Zahl an Gestecken kann BBW-Pressesprecher Ivo Wittich von den Meisterinnen in Erfahrung bringen: Sie läge in diesem Jahr bei rund 800. "Man kann sehen, wie die Leute sich freuen und begeistern", sagt Marina. "Wir bekommen von ihnen auch viel Lob für unsere Arbeit. Das macht Spaß und motiviert für die Zukunft. Ich persönlich kann außerdem noch etwas im Kontakt mit den Kunden lernen. Als Floristin brauche ich diese Erfahrungen später."

Durchs Hüttendorf schlendern

Davon profitieren genauso die Teilnehmer aus den Holz- und Metallberufen. An deren Stand vor der Halle gibt es kunstvoll gearbeitete Sterne und Figuren, die man drinnen und draußen als Zierde verwenden kann. Bettina und Raul Miguele verkaufen sie zum ersten Mal auf dem Adventsmarkt. Aber die beiden Azubis aus der Unterstufe sind gleich voll dabei. Man merkt ihnen an, dass es für sie keine lästige Pflicht ist. Bei Themen wie Freundlichkeit und Kundenberatung machen sie eine gute Figur. "Kundenkontakt und Arbeitsmarktfähigkeit sind ohnehin wichtige Eckpfeiler der Ausbildung", betont Wittich. "Von den rund 500 Auszubildenden im Berufsbildungswerk sind fast alle am Marktgeschehen beteiligt. 50 bis 60 junge Leute betreuen in den nächsten drei Tagen die Stände und verkaufen ihre selbst hergestellten Produkte."

Die Vermittlungsquote nach der Ausbildung habe zuletzt bei 60 Prozent gelegen, fügt er noch hinzu. Das sei ein sehr hoher Wert. Beim Schlendern durch das kleine Hüttendorf duftet es nach Glühwein. Die BBW-Gastronomie bietet Suppen, hausgemachte Waffeln und andere Leckereien an. Außerdem erweitern acht Stände von regionalen Anbietern in diesem Jahr den Markt. Dort gibt es Kreatives zu entdecken. Dazu zählen unter anderem Keramiken, Seifen und Schreibgeräte aus Holz.

Adventsmarkt-Programm am Samstag: 11 bis 16 Uhr Basteln für Kinder, 12.30 und 14.30 Uhr Märchenerzählerin von "MainMärchenschiff" mit Geschichten und Interaktionen für Kinder ab vier Jahre und Erwachsene.

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