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Vogelkonzert und Ausblick genießen

  • VonChristine Fauerbach
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Friedhof, Park, Gedenkstätte und Fenster in die Vergangenheit: Der 60 000 Quadratmeter große Friedhof Lohstraße mit der historischen Auferstehungskirche hat viele Facetten. Rüdiger Schwaabe kommt regelmäßig hierher. Es ist einer seiner Lieblingsplätze in Bad Vilbel.

A uf dem Friedhof Lohstraße steht nicht nur die älteste Kirche in Bad Vilbel, sondern er ist mit 60 000 Quadratmetern auch der größte Friedhof in der Quellenstadt, wenn nicht sogar im ganzen Wetteraukreis. Zu den Bürgern, die hier regelmäßig spazieren gehen oder den Ausblick auf Taunus, Stadt und in den Wingert genießen, gehört Rüdiger Schwaabe. Oft legt der 83-Jährige bei seinem täglichen Spaziergang einen Zwischenstopp auf dem Friedhof ein. Dazu gehört stets eine kurze Andacht am Familiengrab. Dort haben seine Eltern und seine 1987 verstorbene Ehefrau Hannelore Schwaabe ihre letzte Ruhestätte gefunden.

»Ich komme gern hierher. Ich genieße hier die Ruhe, die saubere und frische Luft und das vielstimmige Vogelkonzert. Und ab und zu huscht ein Eichhörnchen vorbei«, berichtet der Vilbeler. Er blickt auf die liebevoll mit Blumen geschmückten Gräber, Blumenrabatten und parkähnlichen Areale des Friedhofes.

Acht Stadtgärtner pflegen das Areal

Gepflegt und bepflanzt wird das Areal vor der Trauerhalle und die Auferstehungskirche auf dem kirchlichen Teil des großen Friedhofes von acht Gärtnern der Stadt. Diese führen auch Trauerfeiern und Bestattungen durch, wie Uwe Schnobl von der Friedhofsverwaltung informiert. Der Mitarbeiter des Fachdienstes Abfallwirtschaft und Grünflächenpflege ist mit einem Kollegen für alle Friedhöfe in Bad Vilbel zuständig. »Der kirchliche Friedhof befindet sich rund um die Auferstehungskirche im mit einer Mauer umgebenen Teil. Der städtische Friedhof liegt außerhalb der Mauern. Er erstreckt sich vom namenlosen Bestattungsfeld bis hoch zu den Streuobstwiesen.« Besucher wie Rüdiger Schwaabe sitzen an heißen Sommertagen gern auf einer der Bänke unter den alten Bäumen.

30 Laubbäume auf Friedhof gepflanzt

Kürzlich wurde der Baumbestand durch die Anpflanzung von 30 Laubbäumen verjüngt. Für ein buntes Flair sorgen derzeit die Blüten der Frühlingsblüher. Die Gärtner bepflanzen die von ihnen angelegten Areale saisonal und abwechslungsreich.

Auf dem Friedhof Lohstraße befinden sich neben den Gräbern der Bürger, auch historische und Ehrengräber. Zu den historischen gehören drei Sandstein-Sarkophage an der Südostseite der Auferstehungskirche aus dem 18. Jahrhundert. Sie sind letzte Ruhestätten vom Gründer der »Mergentheim’schen Stiftung«, Leutnant Joahnn Bernhard Mergentheim, seiner Frau Anna Maria Mergentheim geborene Roth und des Schwiegervaters und Vaters des Stifterehepaares, des reformierten Pfarrers Johann Daniel Roth. Historische Grabplatten aus Sandstein finden geschichtlich Interesseierte in der Friedhofsmauer. Ehrenmale und Ehrengrabstätten erinnern an die Gefallen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und beider Weltkriege. Hoch überragt wird das Friedhofsareal wie auch einer der ältesten Teile der Stadt vom aus dem 15. Jahrhundert stammenden Glockenturm der Auferstehungskirche. »Wer Gelegenheit hat, der sollte sich die Auferstehungskirche innen ansehen«, sagt Rüdiger Schwaabe. Sie ist die älteste noch bestehende Kirche von Bad Vilbel, erstmals erwähnt in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1298. Ursprünglich geweiht war sie St. Alban. Seit der Reformation 1548 ist die katholische St.-Alban-Kirche, die auch unter dem Namen »Bergkirche« bekannt ist, evangelisch. Mit Eröffnung der Christuskirche im Grünen Weg 1962 erhielt sie den Namen »Auferstehungskirche«. Nach einem Brand 1640 und der teilweisen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg war das Gotteshaus wieder aufgebaut und im 17. und 18. Jahrhundert erweitert worden. Zuletzt saniert und restauriert wurde die Auferstehungskirche 2006. »Künstlerisch wertvoll ist das stilreine spätgotische Sterngewölbe im Turm-Raum. Die dort an den unteren Enden zu sehenden fratzenhaften Köpfe sind Symbole für die Abwehr des Bösen.« Bei der Restaurierung freigelegt wurde im Turm auch ein Fresco aus dem Jahr 1561. Es zeigt eine Jagdszene. Ein kleiner Teil davon wurde als »Fenster in die Vergangenheit« erhalten. Ein weiteres Zeugnis aus der Geschichte der Kirche ist eine Originalwandmalerei an der Rückwand der Kanzel. Sie zeigt ein von Ranken umgebenes Frucht-Gehänge.

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An der Auferstehungskirche befinden sich diese Gräber aus dem 18. Jahrundert vom Gründer der Mergentheim’schen Stiftung, Joahnn Bernhard Mergentheim, seiner Frau Anna Maria Mergentheim, und des Pfarrers Johann Daniel Roth.

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