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Rainer Schwarz IHK-Präsident

Virtuelle Ausbildungsmesse

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Gießen/Friedberg (pm). Seit Oktober 2020 ist die virtuelle Ausbildungsmesse der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg rund um die Uhr online. Ziel der Messe, an der aktuell 30 Aussteller aus der Region teilnehmen, ist es, ausbildungswillige Jugendliche und Unternehmen zusammenzubringen. Aus diesem Grund stehen am 22., 27. und 29. April von 13 bis 16 Uhr Ausbildungsverantwortliche von 18 Unternehmen interessierten Jugendlichen (und deren Eltern) Rede und Antwort.

»Der demografische Wandel, einhergehend mit einer zunehmenden Akademisierung, macht bereits seit Jahren in vielen Branchen gut ausgebildete Arbeitskräfte zur Mangelware. Die Pandemie hat die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter verstärkt«, sagt IHK-Präsident Rainer Schwarz.

»Die Ausbildungsplätze sind vorhanden, können allerdings in vielen Fällen nicht besetzt werden.« Die Folge: Deutschlandweit weniger Ausbildungsverträge als in den Vorjahren. Das könne zum einen auch daran liegen, dass aufgrund der Pandemie eine Berufsorientierung zum Beispiel durch Praktika, kaum stattfinden kann.

Zum anderen hätten die Auswirkungen von Corona zu einer tief greifenden Verunsicherung junger Menschen im Hinblick auf ihre Bildungs- und Beschäftigungschancen geführt. »Hier ist es unsere Aufgabe, ihnen eine Sicherheit zu geben, in dem wir sagen: Wenn Du eine Ausbildung machen möchtest, dann bekommst Du auch einen Ausbildungsplatz«, so Schwarz. Da viele Plätze noch unbesetzt seien, sei es möglich, auch später mit der Ausbildung zu beginnen. Ein Blick in die IHK-Lehrstellenbörse und den IHK-Ausbildungsatlas lohne sich dabei immer.

Antizyklisch denken und handeln

Auch in diesem Jahr gebe es wieder mehr Studienanfänger als junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen. »Dabei ist es kurzsichtig, das zu machen, was alle machen. Es ist immer klug, antizyklisch zu denken und zu handeln. Gut ausgebildete Fachkräfte werden immer gebraucht, und eine abgeschlossene Ausbildung ist der Türöffner für eine glänzende Karriere«, rät der IHK-Präsident. Die duale Ausbildung in Deutschland sei ein Erfolgsfaktor, in dem Theorie und Praxis miteinander kombiniert würden. Dass Ausbildung noch immer attraktiv für junge Menschen sei, zeige eine aktuelle Umfrage, derzufolge 43 Prozent aller befragten Schülerinnen und Schüler fest vorhaben, eine Ausbildung zu beginnen. Allerdings seien auch 61 Prozent der Befragten der Ansicht, dass sich die Chancen durch Corona verschlechtert hätten. »Das ist definitiv nicht der Fall«, unterstreicht Schwarz.

Alle Unternehmen, die aktuell Auszubildende suchen, seien solide Betriebe, die realistisch beurteilen könnten, ob sie einen jungen Menschen vom Anfang bis zum Ende einer Ausbildung entsprechend betreuen können. Viele von ihnen bildeten seit Jahren aus und stünden in engem Kontakt zur IHK.

»Unternehmen, die Angst haben, die nächsten Monate nicht zu überleben, werden mit Sicherheit keine Auszubildenden einstellen. Wer jetzt Plätze zu vergeben hat, übernimmt Verantwortung und weiß natürlich auch, dass genügend Arbeit vorhanden ist«, meint der IHK-Präsident. Nach über einem Jahr Pandemie hätten Unternehmer reichlich Erfahrung gesammelt. »Sollte es dennoch zu Problemen kommen, stehen wir den Auszubildenden selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Unsere Ausbildungsberater werden dann gemeinsam mit den Azubis einen anderen Ausbildungsplatz suchen und mit Sicherheit auch finden.«

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