In der Corona-Krise sind Stadtverwaltungen auf digitale Technik angewiesen. Die Stadt ist erreichbar, sagt Bürgermeister Dirk Antkowiak: per Telefon, E-Mail, Fax und Post.		ARCHIVFOTO: PM
+
In der Corona-Krise sind Stadtverwaltungen auf digitale Technik angewiesen. Die Stadt ist erreichbar, sagt Bürgermeister Dirk Antkowiak: per Telefon, E-Mail, Fax und Post. ARCHIVFOTO: PM

Verwalten mit Telefon-Konferenzen

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
    schließen

Die Politik ruht, aber die Verwaltung nicht. Wie hat sich die Arbeit im Friedberger Rathaus durch die Corona-Krise verändert? Wie geht die Stadt mit Themen um, die dringende Entscheidungen erfordern? Die WZ hat Fragen gestellt, Bürgermeister Dirk Antkowiak gibt Antworten.

Herr Bürgermeister, was hat sich durch die Corona-Krise im Rathaus geändert? Wurde ein Krisenstab eingerichtet? Wie kommunizieren die Mitarbeiter untereinander?

Im Rathaus haben wir Schichtbetrieb eingeführt, um bei einer möglichen Infizierung eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin weiterhin arbeitsfähig zu bleiben. Bereits vor vier Wochen haben wir einen Krisenstab »Kommunale Schadenslagen« eingerichtet, der sich regelmäßig via Telefon-Konferenzen austauscht. Telefon-Konferenzen gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft, auch mit übergeordneten Behörden.

Das Rathaus ist für den Besucherverkehr geschlossen. Nicht alle Bürger haben Internet. Gibt es da Probleme?

Alle Abteilungen im Rathaus sind in der ausgedünnten Besetzung per Telefon, E-Mail, Fax oder Post zu erreichen.

Wie viele Mitarbeiter aus welchen Bereichen sind in Kurzarbeit?

Kurzarbeit gibt es nicht in der Stadtverwaltung. Von den Kita-Mitarbeitern arbeitet die Hälfte, die andere Hälfte ist zu Hause. Zum Schutz vor einer Infektion wurde grundsätzlich allen Bediensteten der Stadtverwaltung Friedberg ab einem Alter von 60 Jahren und/oder die aufgrund einer Grunderkrankung gemäß Robert-Koch-Institut (z. B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere sowie Krebserkrankungen, Immunschwäche oder unterdrückte Immunabwehr) als Risikopatienten eingestuft werden, die Möglichkeit eingeräumt, ihren Dienst, sofern möglich, von zu Hause zu erbringen.

Wie ist das Rathaus mit Schutzmasken, Handschuhen und Desinfektionsspray ausgestattet?

Die wenigen Schutzmasken und Schutzanzüge, die uns zur Verfügung stehen, sind auf die Abteilungen verteilt worden, die im öffentlichen Kontakt stehen (Ordnungsamt, Bauhof). Zusätzliche Schutzausrüstung wurde nachbestellt. Desinfektionsspray hatten wir rechtzeitig nachbestellt; nachdem das Rathaus für die Öffentlichkeit geschlossen wurde, wird es auch nicht mehr aus den Toiletten gestohlen. Auch in den öffentlichen Toiletten (Elvis-Presley-Platz, Burggarten) haben wir Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Ordnungspolizei und Mitarbeiter des Bauhofs haben am ehesten Kontakt zu anderen Menschen. Gibt es besondere Schutzmaßnahmen für diese Mitarbeiter?

Alle unsere Mitarbeiter müssen auf die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Sicherheitsabstände und Verhaltensregeln achten.

Wie gehen Sie persönlich mit der Corona-Krise um? Haben Sie Zeit, Liegengebliebenes aufzuarbeiten oder können Sie sich vor zusätzlicher Arbeit nicht retten?

Zu dem normalen Tagesgeschäft sind jetzt noch zusätzliche Aufgaben hinzugekommen, die von mir und der Ersten Stadträtin abzuarbeiten sind.

Die Politik pausiert. Kann sich die Stadt das erlauben? Was wird beispielsweise aus der Kita Winterstein- bzw. Taunusstraße?

Das Land berät gerade über Möglichkeiten der politischen Beschlussfassungen. Ansonsten arbeiten alle Ämter, so auch das Amt für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Rechtswesen, normal weiter. Zur Kita Wintersteinstraße/Taunusstraße: Die Verwaltung erarbeitet derzeit eine Vorlage für die Gremien mit einer Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile beider Standorte.

Wie wird die dritte Offenlage des B-Plans für das Kaufhaus Joh organisiert?

Die Frage der Offenlage stellt sich erst und nur nach der entsprechenden Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung. Die für März geplante Sitzung der Stadtverordneten fand aber nicht statt.

Verzögert sich durch Corona die Entwicklung des Kasernengeländes?

Das für den 27. April geplante Bürgerforum ist zwar abgesagt; die Bürgerbeteiligung wird nun aber online erfolgen, die Vorbereitungen dazu laufen.

Was ist mit weiteren Projekten wie der Kaiserstraßensanierung.

Die Kaiserstraße ist Teil des ISEK-Prozesses. Nachdem der Haushaltsplan genehmigt ist, werden die Planungen vorangetrieben.

Auch für die Feuerwehr gibt es Veränderungen.

Die Friedberger Feuerwehren arbeiten alle Einsätze nach den gültigen Vorschriften ab. Nach den Einsätzen werden die Ausrüstung und das Material komplett desinfiziert.

Wie weit gehen die Planungen für die Absage von Veranstaltungen? Was ist mit dem Städtepartnerschaftstreffen Ende Mai? Den Feierabendtreffs? Dem Herbstmarkt?

Hier wollen wir mit dem Wetteraukreis und den anderen Gemeinden auf eine gemeinsame Linie drängen. Definitive Aussagen dazu können frühestens nächste Woche gemacht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare