Früher haben Dr. Volker Gräfe (l.) und Dr. Matthias Wagner im Augustiner-Schulorchester gemeinsam musiziert. Jetzt setzen sie sich gemeinsam für die neue Orgel in der Dankeskirche ein. FOTO: HMS
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Früher haben Dr. Volker Gräfe (l.) und Dr. Matthias Wagner im Augustiner-Schulorchester gemeinsam musiziert. Jetzt setzen sie sich gemeinsam für die neue Orgel in der Dankeskirche ein. FOTO: HMS

Verdi hilft der Orgel

  • vonHanna von Prosch
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Früher saßen sie zusammen im Schulorchester des Friedberger Augustiner- Gymnasiums. 2020 stehen sie zusammen auf der Bühne des Bad Nauheimer Jugendstil-Theaters und singen Verdi. Was den Arzt Matthias Wagner und den Physiker Volker Gräfe verbindet, ist nicht nur ihre Heimatstadt Bad Nauheim, sondern auch eine tief verwurzelte Liebe zur Musik. Das haben sie gemeinsam mit den rund 200 Ärztinnen und Ärzten und Angehörigen medizinischer Berufe, die für die neue Orgel in der Dankeskirche am 24. April das Verdi-Requiem aufführen.

Als die Orgel ins Gespräch kam, war der Bad Nauheimer Arzt Matthias Wagner sofort mit einem verlockenden Angebot dabei: Der Deutsche Ärztechor, den er 2007 gründete und dessen Vorsitzender er ist, möchte zusammen mit dem Deutschen Ärzteorchester (gegründet 1989) ein großes Benefizkonzert geben. Bis heute spielt der in Rosenheim niedergelassene Dermatologe Querflöte. Als Jugendlicher gab er mit seinem Vater Richard, der Organist an der Johanneskirche war, Konzerte.

Heute singt er aus frohem Herzen und organisiert für rund 300 chorerfahrene Kolleginnen und Kollegen mehrere Konzerte jährlich in ganz Deutschland. "Meine Intention war die Verbundenheit zu meiner Heimatstadt und der Dankeskirche, in die ich regelmäßig zurückkomme. Da dachte ich, es sei schön, die beiden großen Ensembles für diesen wunderbaren Zweck hier zusammenzubringen."

Ärzte nehmen extra Urlaub

Als er den Vorschlag seinem ehemaligen Orchesterkollegen, dem Vorsitzenden des Orgelbaukreises und Kirchenvorstand machte, kam prompt zurück: "Das machen wir." Auch über das Werk waren sie sich sofort einig, zumal Volker Gräfe die "Messa da Requiem" 1991 schon einmal mit dem Oratorienverein in Bad Nauheim gesungen hat und sich sehr auf eine Wiederholung freut.

200 Mitwirkende erfordern allerdings einen größeren Raum als die Dankeskirche. Daher hat das Organisationsteam beschlossen, ins Jugendstil-Theater zu gehen. "Die Vorbereitungen hier sind sehr professionell und funktionieren reibungslos. Man merkt, dass sich alle für die neue Orgel ins Zeug legen", lobt Wagner. Eine knappe Woche werden die Beteiligten aus Chor und Orchester intensiv mit Chorleiterin Uta Singer und Dirigent Alexander Mottok in Frankfurt proben. Viele von ihnen sind in ihren Heimatstädten musikalisch aktiv, etliche haben sogar Musik als Zweitstudium absolviert. Für die Benefizkonzerte nehmen sich die Medizinerinnen und Mediziner gerne Urlaub und zahlen die Kosten aus eigener Tasche. "Musik ist eine Quelle des Wohlbefindens. Das tut uns und anderen gut", bestätigt Wagner, wobei er auch an die besondere Wirkung in einer Kurstadt denkt.

Eine schöne Geste ist es, dass einige Bad Nauheimer Sängerinnen und Sänger, zum Teil selbst Ärzte, im Chor mitwirken können. "Wir freuen uns außerdem sehr, dass wir für die Basspartie den Arztsohn Florian Plock wieder in seine Heimatstadt locken konnten", betont Gräfe. Weitere Solisten sind Katja Bördner, Sopran, Diana Schmid, Alt, Michael Connaire,Tenor. Übrigens ist der Schirmherr des Orgelprojekts, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, auch Schirmherr der beiden hessischen Konzerte, denn am Samstag, 25. April wird das Requiem in Wiesbaden aufgeführt und bereits am 23. April in Himmerod in der Eifel - jeweils mit unterschiedlichem Benefizzweck.

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