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Unterwegs

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Wenn man die Weihnachtsgeschichten der Evangelien wörtlich und sehr praktisch liest, dann wären sie jetzt schon unterwegs. Die sogenannten Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland mit Sicherheit schon einige Wochen. Denn sie hatten einen Weg von vermutlich um die 2000 Kilometer.

Auch Josef und Maria werden sich in diesen Tagen auf den Weg gemacht haben. Von Nazareth bis Bethlehem sind es laut Google Maps über 150 Kilometer. Wenn man davon ausgeht, dass eine hochschwangere Frau zu Fuß oder mit Esel nicht mehr als 20 bis 30 Kilometer am Tag schafft, dann werden sie fünf bis acht Tage gebraucht haben. »Wo kämen wir hin?«, fragt der Schweizer Pfarrer Kurt Marti in einem Gedicht und er führt fort »und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.«

Die beiden adventlichen Reisegruppen wussten nicht, wo sie hinkommen, aber sie gingen. Die Weisen aus dem Morgenland haben einen Stern gesehen und sind ihrer Sehnsucht gefolgt ohne das Ziel zu kennen. Sie haben sich auf ein Abenteuer, auf Neues eingelassen. Maria und Josef sind dagegen gezwungenermaßen aufgebrochen, sie wussten, dass sie nach Bethlehem mussten, um sich bei der Volkszählung eintragen zu lassen. Aber was daraus werden würde, wussten auch sie nicht.

Überrascht waren Sie am Ende alle. Das ist wichtig im Advent und Weihnachten. Lassen Sie sich überraschen, nicht nur beim Auspacken von Geschenken. Durch Corona können die üblichen Erwartungen sowieso nicht erfüllt werden, dann können Sie sich und andere auch überraschen, wenn Sie Ihre eigentliche Sehnsucht suchen und innerlich oder äußerlich unterwegs sind und aufbrechen.

Und suchen Sie dabei ruhig mal in den Ställen des Lebens. Mal sehen, wo wir alle noch hinkommen.

Andreas Münster

Dekanatsreferent

im katholischen

Dekanat Wetterau-West

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