Karin Schrey hat viele Stunden am Laptop gesessen, bis der aktuelle Krimi "Paradis Green - ein Krimi aus Cornwall" fertig war. Derzeit schreibt sie bereits am dritten Teil. 	FOTO: CF
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Karin Schrey hat viele Stunden am Laptop gesessen, bis der aktuelle Krimi »Paradis Green - ein Krimi aus Cornwall« fertig war. Derzeit schreibt sie bereits am dritten Teil. FOTO: CF

Unbekannte Seuche in Cornwall

  • vonChristine Fauerbach
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Niederdorfelden (cf). Eine unbekannte Seuche scheint ausgebrochen zu sein, die Menschen in kürzester Zeit tötet. Immer wieder findet man Anzeichen einer Erkrankung, die in keinem Lehrbuch zu finden ist. Geht es am Ende um biologische Kampfstoffe, wie man bei Scotland Yard befürchtet?

Der zweite Fall für Klara, Gina und Hanni ist spannend, komplex, faszinierend und aktuell. »Paradis Green« lautet der Titel des zweiten von drei »Farbenkrimis« von Karin Schrey. Als die Autorin aus Niederdorfelden die Idee für ihre Romantrilogie zu einem Virus und biologischen Waffen hatte, konnte sie nicht ahnen, dass die Realität mit ihrer Fantasie Schritt hält.

Im aktuellen Buch lässt Krimiautorin ihr aufgewecktes Trio an der rauen südwestlichen Spitze Englands ermitteln. Im idyllischen Cornwall ist eine unbekannte Seuche ausgebrochen, die in kürzester Zeit Menschen und Tiere tötet. Die Einwohner sprechen von einem Fluch. Aberglaube und Weihbüschel haben wieder Hochkonjunktur. Die Beamten von Scotland Yard denken beim Anblick der mit dicken, roten Blasen übersäten Leichen an biologische Kampfstoffe und das Werk von Terroristen. Europol schickt noch rechtzeitig vor dem Brexit die »fähigsten Polizisten Europas« nach Cornwall, um den Fall aufzuklären. Zu ihnen gehören die den Lesern aus »Lago Blu« bereits bestens vertrauten Ermittler, Vice Questore Ivan di Mattei und Commissario Capo Fausto Contarini aus Stresa am Lago Maggiore. Die internationale Soko bekommt in Küstennähe ein Haus als Zentrale zur Verfügung gestellt. Wie bereits in Italien helfen auch in der englischen Grafschaft die drei ebenso mutigen wie klugen und beherzten Detektivinnen den Profis bei der Aufklärung.

Rezepte mitten im Krimi

Die verzwickte Suche nach der Ursache für die in Rekordzeit todbringende Erkrankung und dem/den Täter/-n führt die Leser an Strände, wilde Küsten und steile Klippen, an denen Meer, Wind und Möwen für Unterhaltung sorgen. Aber auch geheimnisumwitterte Steinkreise und Fogous (das sind eisenzeitliche Systeme mit unterirdischen Gängen, Kammern und Nischen), ein gemütlicher Pub, ein mit Leckereien gefüllter Pastry Shop sowie wundervolle Gärten laden zum Träumen wie Ermitteln ein. Einige Orte im Krimi sind real, andere der Fantasie der Autorin entsprungen. Diese verlebt seit 45 Jahren immer wieder ihre Urlaube in Cornwall, hat Land und Leute in ihr Herz geschlossen. »Ich hatte viel Spaß beim Zeichnen der Charaktere«, bekennt Karin Schrey.

Die drei Freundinnen befassen sich ungewollt neben Erholen, Shoppen gehen und Kochen mit der Herstellung von biologischen Waffen, die man profitabel auf den Markt bringen kann. »Das, was in ›Paradis Green‹ behandelt wird, ist jedoch definitiv Stand der Technik«, versichert Schrey.

Nicht allein die tödliche Bedrohung durch biologische Waffen spielt im zweiten Farbenkrimi eine Rolle, sondern auch das Gedicht »Ein grünes Kleid« von Gertrud Kolmar, der »Fairy Song« und Verse von John Keats. »Die Zitate inspirierten mich zu den jeweiligen Kapiteln von ›Paradis Green‹, sind ihnen vorangestellt.« Für Lokalkolorit sorgen Fotos von Jorge Schott und zahlreiche Rezepte aus »Klaras Küche« wie »Scones« mit »Clotted Cream« oder »Patty’s Drunken Sailer«.

Schrey gelingt es auf packende Weise, die Schnittstellen zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu verwischen. Zwar glaubt kein Leser, dass Literatur eins zu eins die Realität nacherzählt, aber dann streut eine Autorin wie Schrey ein paar Zitate, Hinweise und Bilder ein und schon wird im Netz recherchiert.

Der dritte Teil »Vulcano Red«, der als Trilogie geplanten Mini-Reihe, ist bereits in Arbeit, wie die Autorin verrät. Darin geht es für das Trio Klara, Gina und Hanni nach Athen.

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