In Robert Maiers drittem Roman "Frankfurter Fake News" ermittelt IT-Spezialist Olaf erneut in Sachen Mord. Wenn der Autor aus Bad Vilbel-Dortelweil nicht gerade schreibt, ist auch er als IT-Spezialist unterwegs. FOTO:S IHM/VERLAG
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In Robert Maiers drittem Roman "Frankfurter Fake News" ermittelt IT-Spezialist Olaf erneut in Sachen Mord. Wenn der Autor aus Bad Vilbel-Dortelweil nicht gerade schreibt, ist auch er als IT-Spezialist unterwegs. FOTO:S IHM/VERLAG

Über den Hass im Internet

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Hetze, böse Kommentare, Falschmeldungen - das Internet ist voll davon. Geht es dabei um Fremdenfeindlichkeit, ist konstruktives Diskutieren selten möglich. Krimi- Autor Robert Maier aus Bad Vilbel-Dortelweil, der sonst eher unpolitisch in seinem Schreiben ist, hält es in seinem neuen Buch "Frankfurter Fake News" aber anders.

Das Schreiben ist für Robert Maier eine Ausdrucksform, die er vor zehn Jahren entdeckte. "Bei einem Thema, das mir begegnete, dachte ich: Darüber müsste jemand mal ein Buch schreiben", erzählt der 59-Jährige. Es ging seinerzeit um die Studentenszene 1981, "Pankfurt" hieß der Roman, den der Dortelweiler dabei zu Papier brachte. Mit "Frankfurter Fake News" kommt nun Maiers drittes Werk heraus, das brandneu im Mainbook Verlag erschienen ist.

Bereits zum zweiten Mal dreht sich der Inhalt um "Virus Cop" Olaf, der früher als IT-Manager arbeitete. Er ist Ende 50, schon in Rente und besucht gern seine Stammkneipe in Bornheim, um Äppelwoi zu trinken. Sein Sohn ist bei der Kripo in Frankfurt und klärt Gewaltverbrechen auf. Was der Sprössling nicht ahnt: Hinter seinem Rücken ermitteln Olaf und sein Freund Gottfried in denselben Mordsachen wie er.

Ermittler gerät in Gefahr

In "Frankfurter Fake News" haben unbekannte Täter einen türkischstämmigen Deutschen in seinem Reisebüro mit einem Kopfschuss gezielt umgebracht. Die Polizei denkt an das organisierte Verbrechen, Olaf und Gottfried schauen sich hingegen viel im Internet um. Dabei stoßen sie auf fremdenfeindliche Gruppen, die in den sozialen Netzwerken versteckt agieren. Olaf gerät in Gefahr.

Maier, der beruflich DiplomPhysiker und IT-Manager bei einer Fluggesellschaft ist, schreibt normalerweise unpolitisch. Bei "Frankfurter Fake News" hielt er es anders, was folgenden Grund hat: "Seit 2015 die Flüchtlingswelle war, sehe ich, was im Internet passiert: Dass sich Leute radikalisieren." Um in den sozialen Netzwerken mit Stimmungsmache erfolgreich zu sein, würden viele Aktivitäten auch automatisch generiert. Man könne "Likes", Kommentare und das Teilen von Beiträgen kaufen, was nicht einmal sehr teuer sei. Zudem gebe es "Bots", Computerprogramme, die eigenständig agieren. Maier erinnert sich an einen "Bot", den das Unternehmen Microsoft im Jahr 2016 entwickelt hatte, um zu testen, wie künstliche Intelligenz im Alltag lernen kann. Innerhalb von 24 Stunden wurde der "Bot" zum Sexisten und Rassisten. Wie er an vielen Stellen merke, fährt Maier fort, sei im Internet oft kein vernünftiger Diskurs mehr möglich. Es gebe viel Populismus und Lügen, beispielsweise durch rechtspopulistische bis -radikale Nachrichten- und Meinungs-Webseiten. Gezielte Kampagnen gegen die Demokratie wahrzunehmen, das entsetzte den Autor. "Ich dachte, dagegen muss man angehen. Die überwiegende Mehrheit der Menschen ist nicht so."

Sein Schreiballtag sieht vor, immer mal wieder ein bis zwei Stunden am Text zu arbeiten, ganz nach Lust und Gelegenheit. "Ich schreibe mit Kuli in ein Büchlein und übertrage es in den Laptop", erzählt er. Das bereitet ihm immer noch so viel Freude wie vor zehn Jahren, als er damit begann. Er absolvierte damals einen Volkshochschulkurs, der auch Lesungen beinhaltete, was ihm Selbstvertrauen gab. Auftritte findet er spannend. Es sei interessant, die Zuhörer zu treffen, ob 50, oder wie es auch schon mal passiert ist, nur drei Personen. "Ich hatte mal eine tolle Lesung mit drei alten Damen. Ein anderes Mal habe ich eine alte Klassenkameradin getroffen, die ich 40 Jahre nicht gesehen hatte. Man weiß vorher nie, was passiert."

Mit dem Buch "Frankfurter Fake News" möchte sich Maier in einen Diskurs einbringen. "Ich würde mich freuen, wenn über meinen Blog oder Facebook-Account eine Diskussion entstünde. Viele machen sich keine Vorstellung, was im Internet alles passiert", sagt er.

Ein Termin für die Premierenlesung ist vorerst für Donnerstag, 10. Dezember, um 20.15 Uhr in der Bad Vilbeler Stadtbibliothek geplant. Pandemiebedingt ist noch nicht sicher, ob die Veranstaltung stattfinden darf.

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