Dr. Peter Hanker  Vorstandssprecher
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Dr. Peter Hanker Vorstandssprecher

Trotz Pandemie: Volksbank wächst weiter

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Gießen/Friedberg (pm). Die Volksbank Mittelhessen ist im Geschäftsjahr 2020 kräftig gewachsen. Die Bilanzsumme stieg bis zum Stichtag von 8,3 Mrd. Euro um fast 11 Prozent auf 9,2 Mrd. Euro. Das Geldinstitut gehört damit zu den größten Volksbanken in Deutschland. Getragen wird die Genossenschaft von jetzt 201 580 Mitgliedern.

Die regionale Wirtschaft sei bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen, sagte Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker. »Bis dato haben wir keine nennenswerten Kreditausfälle zu verzeichnen«. »Viele Unternehmen hätten in dieser schwierigen Phase einen akuten Kapitalbedarf. Die Aufgabe der Volksbank sei es, sie mit dem notwendigen Kapital zu versorgen. Genauso stehe die Volksbank auch ihren privaten Kunden in diesen finanziell anspruchsvollen Zeiten eng zur Seite.

Im deutlichen Anstieg der wesentlichen Bilanzpositionen zeigen sich die Folgen der Niedrigzinspolitik und der Corona-Pandemie. So war die Aktivseite von einer starken Kreditnachfrage gekennzeichnet, die Passivseite dagegen von einer hohen Sparquote.

Dividende stabil

Die Kundeneinlagen stiegen um 572 Mio. Euro bzw. 8,5 Prozent auf 7301 Mio. Euro an. Dieser hohe Mittelzufluss sei Ausdruck der aktuellen Situation vieler Menschen. Vorhandene Liquidität werde dauerhaft geparkt. Große Anschaffungen oder Reisen kämen für viele derzeit nicht infrage.

Die mittelhessische Wirtschaft präsentierte sich trotz der konjunkturellen Verwerfungen laut Hanker »robust und widerstandsfähig«. Gleichwohl sei damit zu rechnen, dass 2021 der finanzielle Druck auf Unternehmen steigen werde. Der Kapitalbedarf bleibe hoch.

Erträge gesteigert

Die Folge war ein kräftiges Wachstum des Kreditvolumens von 5,103 Milliarden Euro um 556 Mio. Euro bzw. 10,9 Prozent auf 5,659 Mrd. Euro. Mit 1,648 Mrd. Euro erreichen die Neukredite im Geschäftsjahr 2020 einen Höchstwert. Den Neukrediten standen Tilgungen in Höhe von 825 Mio. Euro gegenüber. Die Verteilung des Kreditvolumens hat sich erneut leicht zugunsten des Firmenkundensegments verschoben. Das Zinsergebnis beläuft sich im Geschäftsjahr auf 126 Mio. Euro (2019: 135 Mio. Euro). Der Ergebnisbeitrag aus Provisionen konnte im Berichtsjahr um 7 Mio. Euro auf 59 Mio. Euro gesteigert werden. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen betrugen 2020 120 Mio. Euro. Damit konnten sie im Vergleich zum Vorjahr um 3 Mio. Euro gesenkt werden.

Ein Bewertungsergebnis von nur minus 2 Mio. Euro zeige die Widerstandskraft der mittelhessischen Wirtschaft. Laut den vorläufigen Zahlen erreicht die Volksbank im Geschäftsjahr ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nach Bewertung in Höhe von 60 Millionen Euro nach 47 Mio. Euro im Jahr zuvor. Davon sollen auch die Genossenschaftsmitglieder profitieren: Vorstand und Aufsichtsrat werden der Vertreterversammlung die Auszahlung einer Dividende in Höhe von erneut 5,5 Prozent auf die Einlagen vorschlagen.

Die Volksbank Mittelhessen betrieb zum Stichtag nach eigenen Angaben 78 Geschäftsstellen, 49 Selbstbedienungsstandorte sowie 160 Geldautomaten. Damit sei sie in der Fläche des Geschäftsgebietes für ihre 343 775 Kunden präsent.

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