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Musik ist seine Passion: Wolfgang Weiß. Als Domkantor hat er in Wetzlar gearbeitet, ist Organist und Chorleiter in Frankfurt gewesen und gibt nach wie vor Unterricht an der Waldorfschule in Bad Nauheim.

Im Traumland der Musik

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Musik wie aus einer anderen Welt, die einlädt zu träumen, innere Einkehr zu halten, in Gefühlswelten einzutauchen: "Piano Visions", so heißt der verführerische Titel der ersten CD mit eigenen Klavierstücken von Wolfgang Weiß, dessen große Passion die Musik ist.

In Frankfurt aufgewachsen und derzeit in Langgöns beheimatet, ist Wolfgang Weiß ein wahrer Tausendsassa der Musik. Schon früh sei ihm die Musik nahegebracht worden, erzählt der 55-Jährige in lockerem Gespräch über den Dächern von Bad Nauheim. Während der Blick vom Johannisberg aus über die Stadt schweift, ist Muße, die Kindheit Revue passieren zu lassen - da waren die Urgroßmutter, eine Sängerin, der Großvater, der Operetten liebte, oft Lieder im Familienkreis vortrug und wunderschön Chopin auf dem Klavier spielte, der Vater, dem es ein Anliegen war, den Sohn möglichst früh in eine musikalische Richtung zu bringen. Pianospiel, der katholischen Erziehung geschuldet Orgelunterricht, Singen im Chor, dies alles betrachtete Wolfgang Weiß als Kind und Jugendlicher stets als "großen Spaß". Und wenn auch dies heute angesichts der anspruchsvollen Tätigkeitsfelder des Künstlers vielleicht ein wenig salopp dahergesagt klingt, so war und ist doch die Musik für ihn stets die große Leidenschaft in seinem Leben.

Mit Begeisterung spricht er von seinem Studium der Kirchenmusik, das ihm alle Möglichkeiten der künstlerischen und beruflichen Betätigung eröffnete. Als Domkantor hat er in Wetzlar gearbeitet, war Organist und Chorleiter in Frankfurt und gibt nach wie vor Unterricht an der Waldorfschule in Bad Nauheim.

Doch war schon früh der Wunsch nach freiberuflicher Unabhängigkeit so groß, dass solche festen Standbeine in seinem Leben nicht den größten Teil ausmachen.

Improvisation, Jazz, Gesang - bei diversen Engagements lebt Weiß sein Faible und sein Können aus, nun hat er seine musikalischen Welten erstmals in eine CD gepresst. Überwiegend in der "wirklichen Stille" der Nacht entstanden die Stücke wie "Geburt des Lichts", "Wanderung im Traumland" oder "Bei Vollmond". Melodien, die umgehend den Weg finden in die Herzen der Zuhörer, die den Wunsch offenbaren, "das Unaussprechliche" herauszulassen, in geistig-emotionale Verbindung mit der Sphäre zu treten. Warum gerade jetzt eine CD, wo er doch all die Jahre Gelegenheit dazu gehabt hätte? Den Anstoß gab das Festival of Arts der Bad Nauheimer Fotografin und Künstlerin Jemanda. Wolfgang Weiß begleitet sie seit geraumer Weile beim Gesang, erhielt von ihr die Einladung, bei ihrem Festival zum zehnjährigen Bestehen des Studios Jemanda mitzumachen. Um den Besuchern nicht nur Livemusik zu präsentieren, sondern auch etwas für Zu Hause mitzugeben, entwickelte Wolfgang Weiß aus dem improvisatorischen Spiel heraus auf dem Flügel daheim die zwölf Stücke bis zur CD-Reife.

Herausgekommen ist ein faszinierendes Musikprojekt, das süchtig macht nach mehr. Und zum Glück für alle, die in weiteren Stücken dieser Weipschen Machart schwelgen möchten, kann der Künstler sich durchaus vorstellen, noch mehr Melodien auf CD Form zu geben.

"Wir tragen alle einen Schatz in uns", zitiert er einen ehemaligen Professor, wird er auf die Faszination angesprochen, die seine Musik ausübt, "es gilt nur, den Schlüssel zu diesem Schatz zu finden."

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