Karlheinz Rübeling
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Karlheinz Rübeling

Trauer um Karlheinz Rübeling

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Friedberg. Der Friedberger Geschichtsverein trauert um sein Ehrenmitglied Dr. Karlheinz Rübeling, der im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Rübeling hat sich in vielfältiger Weise um die Erforschung der Geschichte seiner Heimatstadt Friedberg verdient gemacht.

Hervorzuheben ist zunächst seine Forschung über die alte Burgkirche, die 1783 abgerissen wurde. In diese Arbeit flossen Erkenntnisse aus einer Notgrabung von 1962 ein, die vor dem Turnhallenneubau der Aufbauschule, des späteren Burggymnasiums, vorgenommen wurde. Grabungsergebnisse, die Rübeling mit Hilfe seiner Schüler sichern konnte, lieferten unter anderem Erkenntnisse über den genauen Standort der ehemaligen Kirche.

Seine Ortskenntnis und sein Forscherdrang führten ein Jahr später - wieder im Zuge von Schulneubauten - zur Aufdeckung der Fundamente des römischen Bades in der Burg. Rübeling veranlasste die Ausgrabung, die er wieder mit seinen Schülern unterstützte. Sein Führer zum Römerbad mit der Deutung als Offiziersbad ist bis heute eine anerkannte Publikation.

Wie Friedberg in der Römerzeit hieß

Seitdem Rübeling als Schüler der Augustinerschule als Grabungshelfer Hermann Roths erstmals Spuren der Römer aus augusteischer Zeit kennenlernte, faszinierte ihn dessen These, dass das beim Historiker Tacitus erwähnte castellum in monte Tauno in Friedberg zu verorten sei.

In seinen letzten Lebensjahren konnte Rübeling trotz altersbedingter Beschwerden mit scharfer Argumentation hartnäckig eine Beweisführung erarbeiten, die durch gewissenhafte Quelleninterpretation und gestützt auf Ortskenntnis neue Ergebnisse ermöglichte und Taunum als wahrscheinlichen Namen Friedbergs in der Römerzeit ermittelte.

Rübeling legte mitten im Krieg 1942 sein Abitur an der Augustinerschule ab. Nach Flucht aus russischer Gefangenschaft studierte er von 1945 bis 1951 Latein und Geschichte in Marburg, wo er mit "Untersuchungen zu den Popularen", den Volksvertretern zur Zeit der römischen Republik, promoviert wurde. Von 1960 bis 1986 war er an der Aufbauschule und am Burggymnasium tätig, zuletzt als Studiendirektor. Aus seiner Feder stammt der historische Abriss "80 Jahre Gymnasien in der Burg Friedberg" zum Jubiläum 1985.

Mehr als 61 Jahre war Rübeling Mitglied des Friedberger Geschichtsvereins. Von 1985 bis 1994 war er stellvertretender Vorsitzender, seitdem Ehrenmitglied. Über ein Jahrzehnt hat er seine breit gefächerten Kenntnisse als Organisator und Leiter von Studienfahrten eingesetzt. Bis zuletzt hat er das Vereinsleben interessiert begleitet und die Entwicklung in seiner Heimat Friedberg und an seinem Wohnort Bad Nauheim kritisch verfolgt.

Lothar Kreuzer/FOTO: STADTARCHIV FRIEDBERG

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