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Jeder darf mal ran: Für die Zweitklässler ist bei der Verarbeitung von Obst alles neu und spannend.

Theorie und Praxis miteinander verbunden

  • VonChristine Fauerbach
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Bad Vilbel (cf). »Keltern mit Kindern« lautet das Motto im Herbst zur Erntezeit beim Verein Streuobstzentrum Kirschberghütte Bad Vilbel. Grundschüler sammeln Äpfel und pressen ihren eigenen Süßen. Nebenbei lernen sie viel über Äpfel, Streuobstwiesen, ihre Bewohner und wie man einen Apfel aufschneidet. Gut gelaunt in den Vilbeler Streuobstwiesen unterwegs ist die Klasse 2c von Lehrerin Anica Bertsch aus der Saalburgschule.

Die Mädchen und Jungen beschäftigen sich gerade im Sachkundeunterricht mit dem Thema Apfel. Bisher nur in der Theorie.

Heute steht mit dem Ausflug ins Grüne auf der Streuobstwiese die Praxis auf dem Stundenplan. Angekommen am Ziel, gibt es viel zu entdecken, sehen und hören. Was blüht denn da? Wie heißt die blaue Blume? Welcher Vogel singt so schön? Wie heißen die roten und grünen Äpfel? Welches Insekt brummt so laut? Die Mädchen und Jungen haben viele Fragen an Vereinsvorsitzende Tanja Tahmassebi-Hack, ihre Lehrerin, Praktikantin Corinna Trabandt und die Helferinnen Marie, Leonie und Lilly. Kein Wunder, denn auf einer gesunden Streuobstwiese finden bis zu 5000 Tiere und viele Pflanzen einen Lebensraum.

Schnell stellen die jungen Erntehelfer fest, dass nicht alle Äpfel gleich groß sind und einheitlich aussehen. Da gibt es große und kleine, glatte und runzelige, rote, grüne, gelbe und mit rot-gelber Schale. Dann geht es ans Pflücken und Auflesen der Äpfel. Mit ihrer süßen Fracht im Bollerwagen geht es für die Schüler weiter auf Schusters Rappen von der Streuobstwiese auf das nahe liegende Vereinsgelände des Vereins Streuobstzentrum Kirschberghütte Bad Vilbel.

Hier will Tanja Tahmassebi-Hack von den Zweitklässlern zunächst einmal wissen, woran sie auch im Winter ohne Früchte und Blätter am Baum erkennen können, ob es ein Birnen- oder Apfelbaum ist. »An der Rinde«, verrät sie den Jungen und Mädchen. »Die Rinde von einem Birnbaum sieht aus, als ob sie aus vielen kleinen Teilchen besteht. Fast so wie bei einem Lego-Baum. Dagegen ist die Rinde eines Apfelbaums runzelig.«

Nach dem gemeinsam gesungenen Mitmach-Apfelbaum-Lied geht es an die Weiterverarbeitung der Früchte von heimischen Wiesen. Eine Gruppe wäscht die Äpfel in einem großen Bottich, eine andere schneidet die Äpfel auf. Für viele Kinder ist das Zerteilen eines Apfels mit einem Obstmesser, auch als Kneipchen bekannt, noch neu. Erst nachdem die Erwachsenen ihnen gezeigt haben, wie es geht, werden die gewaschenen Äpfel geviertelt. Dabei erwartet die Kinder eine weitere Überraschung: »Seht einmal, der Apfel hat Besuch«, verkündet Tanja Tahmassebi-Hack.

Schnell ist sie von einer Kindergruppe umringt. »Hier wohnt ein Apfelwickler. Seine Raupen haben feine, gewundene Gänge im Apfel angelegt. Die schneiden wir großzügig raus und werfen die anderen Teile in unseren Bottich.« Nachdem dieser gut gefüllt ist, geht es weiter zum Maischmühle. Dort drehen alle nacheinander kräftig am Schwungrad, damit die Äpfel zu feinen, kleinen Stückchen zermahlen werden. Die Maische schütten die Kinder dann in die Kelter. Und drehen dann erneut kräftig, dieses Mal an einer Kurbel, bis der süße Saft in den Eimer tropft.

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