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Viele Geschäfte wie Nagel- oder Tattoostudios mussten wegen der Corona-Krise schließen. Schutztmasken werden dort nun nicht mehr gebraucht. Doch Ärzte benötigen sie. Die Tageszeitung will nun als Corona-Tauschbörse helfen.

Wir helfen Ärzten und Pflegediensten!

Tageszeitung will helfen: Wenn die Zeitung zur Corona-Tauschbörse wird

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Viele Geschäfte wie Nagelstudios haben durch die Corona-Pandemie schließen müssen und Schutzmasken werden im Moment nicht gebraucht. Auf der anderen Seite arbeiten Ärzte am Limit. Die Tageszeitung zeigt, wie sich beide Seiten helfen können.

Nicht zuletzt die lokale Tageszeitung wird in der Bekämpfung des Coronavirus in vielen Regionen aktuell zum wichtigen Sprachrohr. Denn sie bringt zusammen, was in diesen Tagen stärker zusammengehört als je zuvor: Angebot und Nachfrage. So wenden sich aktuell Hausärzte in ganz Deutschland an Redaktionen, um einen Aufruf für Schutzmaterialien zu starten - und das mit Erfolg. In einigen Regionen sind bereits ganze "Tauschbörsen" für Hilfsbedürftige und Menschen, die andererseits helfen wollen, über die Lokalzeitung entstanden.

Gerade im Bereich des knapper werdenden Schutzmaterials kann ein solcher "Austausch" in diesen Tagen lebensrettend sein. Denn: Laut Robert-Koch-Institut (RKI), der obersten Gesundheitsbehörde Deutschlands, schützt das Tragen einer einfachen Atemschutzmaske vor dem Coronavirus nicht. Einzig der soziale Abstand sowie allgemeingültige Hygienemaßnahmen - allen voran das regelmäßige gründliche 30-sekündige Händewaschen - können vor der Ansteckung schützen.

Corona-Hilfe: Versorgung aufrechterhalten

Bei bereits infizierten Personen jedoch kann der einfache Mund-Nasen-Schutz, wie er in vielen Betrieben "schlummert", die Tröpfchen der Infektion "einfangen". Damit sind die Schutzmasken in der Arztpraxis, wo sich Verdachtsfälle präsentieren, zum Schutz des medizinischen Personals essenziell - für Gesunde im Alltag hingegen haben sie keinerlei Nutzen.

Um die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, kann der Blick in den (Betriebs-)Keller daher essenziell sein. "30 FFP3-Atemschutzmasken eines Zimmereibetriebs, 20 FFP3-Masken und 5 Liter Händedesinfektionsmittel vom örtlichen Freibadverein, 150 sehr hochwertige Schutzkittel aus einer Autolackiererei, 120 FFP2-Masken von einem Fliesenleger, 20 Fläschchen Sterilium aus einem Kosmetikstudio" etwa ist die Bilanz von Dr. Carsten Baumann, der für seine Landarztpraxis im niedersächsischen Neustadt einen entsprechenden Leserbrief verfasst hatte. Denn: Hausärzte stehen in der Erkennung und Begleitung von Corona-Verdachtsfällen sowie bestätigten Fällen aktuell in erster Reihe. Nur mit ausreichendem Schutz jedoch können sie für sich und ihr Praxispersonal sicherstellen, weiter für ihre Patienten da sein zu können. Umso wichtiger ist Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung - und die sei "enorm", beobachtet Baumann.

Corona-Hilfe: Verschlossene Packungen spenden

Auch Bürger, die aus einer anfänglichen Angst heraus "gehamstert" hätten, verstünden mittlerweile den Ernst der Lage und bringen Desinfektionsmittel sowie Atemschutzmasken zurück in die Praxis, berichten Hausärzte gegenüber dieser Zeitung.

Auch die Facebook-Seite "Ben hilft", die einen Aufruf für die Kinderonkologie in Gießen gestartet hat, weiß das. "Wer beruflichen Mundschutz benutzt und ihn momentan nicht benötigt" - beispielsweise Tätowierer, Kosmetikstudios oder Nagelstudios - sei aufgerufen, die noch verschlossenen Packungen zu spenden. Die eindringliche Bitte: Habt "Einsehen und Herz"!

Corona-Hilfe: Kontaktdaten

Wir bringen Ärzte und Helfer zusammen. Wenn Sie in einer Arztpraxis Materialien benötigen, dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an redaktion@wetterauer-zeitung.de. Gleiches gilt für fleißige Helferinnen und Helfer, die den Schutz des medizinischen Personals sicherstellen wollen.

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