Soulsängerin Kaye Ree präsentiert mit ihrer Band Albumhits und auch das Lied, mit dem sie 2018 bei "The Voice of Germany" angetreten ist. FOTOS: HMS
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Soulsängerin Kaye Ree präsentiert mit ihrer Band Albumhits und auch das Lied, mit dem sie 2018 bei "The Voice of Germany" angetreten ist. FOTOS: HMS

Stimmungsvolles Sommerfinale

  • vonHanna von Prosch
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Unter farbig beleuchteten Platanen, bei hessischem Buffet und gebührendem Corona-Abstand lässt sich durchaus gut Party machen. So wie am Samstagabend beim Finale des Dolce-Kultursommers. Für die passende Musik sorgten Kaye-Ree und Andy Ost mit ihren Bands.

Support your local hero" war das Motto, das Dolce-Direktor Harald Hock und Nadine Wopp von Blum-Productions herausgegeben hatten, um damit in schwierigen Zeiten lokale und regionale Künstler zu unterstützen. "Wir sind unendlich dankbar, dass unsere Partner und die Stadt Bad Nauheim uns treu geblieben sind, denn ohne Unterstützung und Abstriche aller Beteiligten sind solche Events jetzt nicht denkbar. Bad Nauheim hält eben zusammen", sagt Nadine Wopp zu den gelungenen Events. Mit international renommierten "Helden" wie Kaye Ree aus Frankfurt, die sowohl in Soulclubs in New York auftrat als auch mit der SWR Bigband, und mit dem Lokalmatador und Deutschen Kabarettmeister Andy Ost aus Hanau bleibt der Erfolg nicht aus. Die 220 möglichen Sitzplätze, an kleinen Tischen im Platanenhof verstreut, waren nahezu ausverkauft.

Fortsetzung in Aussicht

Mit ihrer souligen Stimme zog die gebürtige Iranerin Kathrin Eftekhari das Publikum von Anfang an in ihren Bann. Sie präsentierte Albumhits und auch das Lied, mit dem sie 2018 bei "The Voice of Germany" antrat. Als Neo-Soul kann man ihren Stil bezeichnen.

Die Songwriterin schweift aber auch gekonnt in Rock und Pop ab, setzt präzise Rhythmen und unerwartete Schlussakzente. Ihre Texte sind zeit- und gesellschaftskritisch geprägt. Besonders schön und von den Fans bejubelt erklingt ein alter persischer Dichtertext, bei dem Melodie, Sprache und Bewegung eine vollendete Harmonie eingehen. Mit ihrem Bruder Amir am Schlagzeug, dem Bad Nauheimer Jo Meltke an den Keyboards, Gitarristen Martin Loos und Bassisten Uwe Felski genoss die Band dieses erste Engagement nach dem Lockdown. Es war keine Stadionatmosphäre sondern eher hochkarätige Dinnermusik. Zudem galt Tanzverbot, außer direkt am Platz. Das Publikum ließ sich nur in Teilen zum Mitsingen und Tanzen hinreißen, was dem Genuss für alle aber keinen Abbruch tat.

Den zweiten Teil des Abends füllte Andy Ost mit seiner Band und Sängerin Melanie Roth, die auch mit einer Eigenproduktion am Start war. Aktuelle Ereignisse und Texte, die das Leben schreibt - insbesondere sein Leben -, sind die Spezialität des Multitalents. Er singt von schlaflosen Nächten, in denen er versucht, die Ängste loszuwerden, von alten Schulfreundschaften, die Jahrzehnte überstehen, als gebe es keine Zeit dazwischen. Lichter schwenkend kehrt die romantische erste Liebe zurück. Auch den Song aus frühen Tagen, als er mutig nach Los Angeles ging, um dort seine erste CD aufzunehmen, kann man leicht nachvollziehen, denn jeder hat einen Sehnsuchtsort. Er machte sich Gedanken über die große Weltenpause mit dem hessen@home-Song, der in einer Hymne mündete über Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Rücksicht und in die Erkenntnis, dass jeder selbst entscheide, ob nach Corona die Welt besser oder schlechter werde. Auch den ehrenamtlich wirkenden Menschen setzte er ein musikalisches Denkmal.

Zu seinem Standardprogramm gehört eine Instrumentaleinlage mit Jürgen Wüst, Piano und Akkordeon, Mirco Sontag, Gitarre und Thomas Dill, Bass ebenso wie die kabarettistische Umarbeitung von Hits bekannter Interpreten in hessischen Dialekt oder mit anderem Text.

"Wir hatten bei allen Veranstaltungen Glück mit dem Wetter, und die Nachfrage war gut", freute sich Harald Hock. Für 2021 stellte er eine Fortsetzung des Kultursommers von Mai bis September in Aussicht. Geplant ist, das moderne Pop-Rock-Programm um andere Kulturformen zu erweitern.

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