Die Johanneskirche soll zum Zentrum des stationären Hospizes werden. FOTO: DANIA ISABELL MARTIN
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Die Johanneskirche soll zum Zentrum des stationären Hospizes werden. FOTO: DANIA ISABELL MARTIN

Stationäres Hospiz "auf einem guten Weg"

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Die Planungen für das stationäre Hospiz in Bad Nauheim sind in vollem Gange. Gebaut wird voraussichtlich nächstes Jahr. Wie das Hospiz einmal aussehen soll, steht weitgehend fest.

Das Hospiz nimmt Gestalt an. Die Grundstücksgrenzen seien bereits ausgemessen worden, erklärt Karlheinz Hilgert. Er ist Geschäftsführer der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen, die Trägerin und Bauherrin des geplanten stationären Hospizes in Bad Nauheim wird. Anhand dieser Vermessung plane Architekt Steffen Mörler den schon entwickelten Entwurf neu. "Damit werden wir dann versuchen, Baurecht zu bekommen. Das wird bestimmt bis Ende des Jahres dauern." Hilgert geht davon aus, dass frühestens Mitte nächsten Jahres damit begonnen wird, am Standort Johanneskirche Bad Nauheim zu bauen.

Klosterähnliches Ensemble

Das separate Gebäude solle um die Kirche herum gebaut und durch einen Gang mit der Kirche verbunden werden, sagt Ulrich Schröder, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands der evangelischen Kirchengemeinde Bad Nauheim. "Die Möglichkeiten des Grundstücks werden voll ausgenutzt." Es gebe aber einen Drei-Meter-Abstand zu den Grundstücksgrenzen. Der Weg in der Mondorfstraße bleibe erhalten. "Zur Auguste-Viktoria-Straße runter wird das Grundstück irgendwo in der ersten Parkplatzreihe enden." Da die Planungen noch in der Entwicklungsphase stünden, könnten noch keine finalen Pläne vorgestellt werden, sagt Hilgert. Bisher ist ein eingeschossiger Bau an der Mondorfstraße vorgesehen, der nach unten hin zweigeschossig werden soll.

"Wir werden die Johanneskirche und das Nachbargrundstück definitiv einer neuen Nutzung zuführen, weil wir es uns nicht leisten können, sie auf Dauer zu halten", sagt Schröder. Die Kirche soll zum Begegnungszentrum des Hospizes werden. Gemeinschaftsräume, Essbereich, Küche, Aufenthaltsbereiche, Empfang und ein Raum der Stille sind vorgesehen. Im Erdgeschoss des Neubaus werden zwölf Einzelzimmer für Bewohner integriert - alle mit Bad und Oberlicht. Zudem soll es kleine Aufenthaltsecken geben, in denen man sich mit zwei bis drei Leuten zurückziehen kann, sagt Hilgert. Im Untergeschoss, was teilweise auch in den Berg hineingebaut werden soll, sind sämtliche Funktions- und Aufenthaltsräume der Beschäftigten und Gästezimmer für die Angehörigen vorgesehen, sagt Schröder.

Besonders hebt er den Innenhof hervor, der von außen nicht sichtbar sein werde. Im Grunde bekäme das ganze Ensemble eine klosterähnliche Anmutung; die Bewohner würden im geschützten Raum an die Luft und ans Licht kommen. "Das hat schon etwas Heimeliges." Dazu kommt ein Dachgarten mit Sommerküche, auf dem man bei gutem Wetter sitzen kann.

Um das Projekt zu finanzieren, hat sich im März vergangenen Jahres ein Förderverein gegründet, der mittlerweile etwa 140 Mitglieder hat. Um das Hospiz finanzieren zu können, müssten sie über Jahre Spenden generieren - nicht eine einzige große Spende, erklärt Stefan Fuchs, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Hospiz Wetterau. "Wir sind keine Sprinter, wir sind Dauerläufer."

Gemeinden wie Wölfersheim und Ober-Mörlen, die Stadt Bad Nauheim und der Wetteraukreis seien bereits Mitglieder. "Was wir noch gewinnen müssen, sind Gemeinden rund herum." Das Ganze sei aber noch sehr abstrakt. Wenn die Planungen so weit seien, dass sie damit ins Bauplanungsverfahren gehen könnten und Baurecht hätten, könnten sie damit auch in die Öffentlichkeit gehen, erklärt Hilgert. Fünf Prozent der laufenden Kosten müssten jährlich vom Verein aufgebracht werden, damit das Hospiz existieren könne. Das entspreche etwa 70 000 bis 80 000 Euro.

Doch Fuchs zeigt sich zuversichtlich. "Wir sind auf einem guten Weg." Aktuell sei der elfköpfige Vorstand die treibende Kraft. Deswegen würde das Gremium im Vorfeld einer Versammlung am 3. April die Mitglieder fragen, was sie noch bereit zu leisten seien, zum Beispiel beim Platanenhoffest mitzumachen oder die Homepage mitzugestalten.

Weitere Infos zu Spenden und Mitgliederanträgen unter www.fv-hospiz-wetterau.de.

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