Neues Team mit bekannten Gesichtern (v. l.): Ordnungsamtsleiter Jürgen Schlerf, stellvertretender Stadtbrandinspektor Mathias Henritzi, Bürgermeister Dirk Antkowiak und der neue Stadtbrandinspektor Ingo Wißmer im Rathauspark.		FOTO: JÜRGEN WAGNER
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Neues Team mit bekannten Gesichtern (v. l.): Ordnungsamtsleiter Jürgen Schlerf, stellvertretender Stadtbrandinspektor Mathias Henritzi, Bürgermeister Dirk Antkowiak und der neue Stadtbrandinspektor Ingo Wißmer im Rathauspark. FOTO: JÜRGEN WAGNER

Neuer Feuerwehrchef vereidigt

Stadtbrandinspektor: Ingo Wißmer löst Michael Stotz ab

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Das ging schnell: Am Samstag endete die Amtszeit von Stadtbrandinspektor Michael Stotz, am Dienstag leistete sein Nachfolger Ingo Wißmer den Eid aufs Grundgesetz. Corona macht’s nötig.

Michael Stotz konnte aus privaten Gründen nicht anwesend sein. Aber Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) stellte bei der Feierstunde im Rathaus klar: »Wir werden eine besondere Ehrung aussprechen, der Dank der Stadt Friedberg an das, was Michael Stotz geleistet hat, wird in einer Stadtverordnetenversammlung nachgeholt.« Stotz (50) war stolze 20 Jahre lang im Amt und somit der mit Abstand dienstälteste Stadtbrandinspektor weit und breit.

Sein Nachfolger heißt Ingo Wißmer, ist 32 Jahre alt, Schichtleiter beim Automobilzulieferer Mahle Ventiltrieb in Wölfersheim und kommt aus Bauernheim. Am 24. April wollte er sich den Feuerwehren der Gesamtstadt zur Wahl stellen. Stotz hatte sein Ausscheiden nach vier Amtszeiten bereits vor Monaten angekündigt. Wißmer, bislang sein Stellvertreter, stand bereit. Die Coronakrise vereitelte die Jahreshauptversammlung, wie andernorts auch musste sie abgesagt werden.

Der Stadtbrandinspektor ist ein Ehrenbeamter auf Zeit, eine Vakanz ist für dieses wichtige Amt nicht vorgesehen. Das Hessische Innenministerium hat daher bereits am 24. März einen Erlass zu Wahlhandlungen innerhalb der Freiwilligen Feuerwehren in Zeiten der Coronakrise beschlossen. Demnach hat der Magistrat bzw. der Gemeindevorstand von sich aus und ohne Wahl einen Nachfolger zu bestimmen. Die Wahl muss aber bis zum 30. September nachgeholt werden.

Der Wehrführerausschuss hatte der Wahl Wißmers zuvor zugestimmt und sich ausbedungen, den neuen Stellvertreter zu bestimmen. Dieses Amt wird Kernstadt-Wehrführer Mathias Henritzi übernehmen. Der 33-Jährige, der in der Buchhaltung der Ovag beschäftigt ist, bleibt Wehrführer in Friedberg. Für die Doppelfunktion wurde eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Stadtbrandinspektor Wißmer hingegen muss sein Amt als Wehrführer in Bauernheim abgeben. Es gebe Interessenten, er müsse aber noch Gespräche führen, sagte Wißmer.

Erst entlassen, dann neu vereidigt

»Ich muss dich leider entlassen«, scherzte Bürgermeister Antkowiak, als er Wißmer als Wehrführer ent- und anschließend als Stadtbrandinspektor wieder verpflichtete und den Eid auf das Grundgesetz und die Verfassung des Landes Hessen abnahm. Auf Wißmer und Henritzi kommt viel Arbeit zu. Rund 250 bis 300 Einsätze haben die Feuerwehren der Stadt und der Stadtteile jährlich zu bewältigen, viele gehen bis tief in die Nacht. »Ich ziehe meinen Hut vor dem, was Michael Stotz geleistet hat«, sagte Wißmer und bedauerte, dass sein Vorgänger nicht anwesend sein konnte. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und mit Amtsleiter Jürgen Schlerf und auf die neue Verantwortung. »Konfliktpotenzial« werde es wohl nur bei der Mittelanmeldung für den Haushalt geben, sagte Wißmer und verriet, dass er dies in seiner neuen Rolle bereits erfahren durfte: Als designierter Stadtbrandinspektor strich er (notgedrungen) Mittel, die er als Bauernheimer Wehrführer selbst angemeldet hatte. »Man muss eben sehen, was die Stadt leisten kann und was nicht.«

Bürgermeister Antkowiak richtete einen Dank nicht nur an Mahle und die Ovag, sondern an alle Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer für den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst freistellen. »Nur dank der Betriebe können wir die Tagesbereitschaft aufrecht erhalten.« Der Magistrat überlege, diese Firmen mit Schildern, auf denen die Stadt ihren Dank ausdrückt, auszuzeichnen.

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