Bürgermeister Gerhard Schultheiß (Bildmitte) und die beiden Stadtbrandinspektoren Markus Müller und Christopher Leidner (rechts) beim symbolischen ersten Spatenstich für das viel diskutierte neue Feuerwehrhaus von Eichen. FOTOS: JÜRGEN W. NIEHOFF
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Bürgermeister Gerhard Schultheiß (Bildmitte) und die beiden Stadtbrandinspektoren Markus Müller und Christopher Leidner (rechts) beim symbolischen ersten Spatenstich für das viel diskutierte neue Feuerwehrhaus von Eichen. FOTOS: JÜRGEN W. NIEHOFF

NACHGEHAKT

Spatenstich fürs Feuerwehrdomizil

  • vonJürgen W. Niehoff
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Aufatmen bei der Eichener Feuerwehr und im Nidderauer Rathaus: der symbolische Erste Spatenstich zum Bau des neuen Feuerwehrhauses im Stadtteil Eichen hat am Mittwochabend stattgefunden.

C orona geschuldet war nur eine kleine Schar erlesener Gäste zum ersten Spatenstich für das Feuerwehrhaus im Stadtteil Eichen zugelassen. "Kommen wollten weit über 100 aus allen Teilen der Bevölkerung. Aber das hätten die Epidemie-Sicherheitsregeln nicht zugelassen", erklärte Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD).

In seiner Rede am Mittwochabend ging Schultheiß dann noch einmal auf den langen Anlauf zum Bau der neuen Feuerwehrwache ein. 2009 habe es den ersten Beschluss zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses gegeben. Das alte entsprach schon lange nicht mehr den Normen einer modernen Feuerwehrwache, und zwar sowohl hinsichtlich der Bausubstanz als auch wegen der Größe. Neue Einsatzfahrzeuge hätten darin keinen Platz gefunden. Zunächst war an eine neue Wache jenseits der Bundesstraße 521 gedacht. Doch machten politische Neuausrichtungen diese Pläne im Jahr 2015 wieder zunichte. Da der Druck innerhalb der Feuerwehr immer größer wurde, und zwar aus technischen wie auch aus hygienischen Gründen, machte die Feuerwehr den Vorschlag, doch nach einem geeigneten Gelände innerhalb der Ortschaft suchen zu wollen, beispielsweise auf dem Gelände der Gartenbaufirma Dillmann, die wieder zurück nach Ostheim ziehen wollte. Zunächst sollte nur die alte Werkhalle zum neuen Feuerwehrgerätehaus umgebaut werden. Die ersten Pläne dazu wurden bereits veröffentlicht, als im November 2018 eine weitere Variante folgte. Die Firma Jung und Schmitt aus Schöneck, die 2012 eine große Halle in unmittelbarer Nachbarschaft des ehemaligen Dillmanngeländes gekauft hatte, benötigte diese nicht mehr und stellte in Aussicht, dieses Areal zu räumen. Da dadurch ein Trafohäuschen, das für den Betrieb der Halle von Jung und Schmitt unabdingbar war, wegfallen konnte, stellte die Verwaltung einen abgeänderten Entwurf vor, der mit der Wehr abgesprochen war und ein Gerätehaus mit einer Grundfläche von nun 645 Quadratmetern ermöglichte.

Doch es gab einen weiteren Stolperstein. Weil der Boden aufgrund eines Altölschadens kontaminiert war, mussten zunächst umwelttechnische Erkundungen des Bauuntergrunds durch das Ingenieurbüro Dr. Hug Geoconsult durchgeführt werden. Mehrere Kubikmeter Erde mussten ausgebaggert und wieder verfüllt werden, bis endlich die Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt Frankfurt des Regierungspräsidiums Darmstadt (RPAU) grünes Licht für den Neubau gab. "Dadurch haben wir weitere zwei Jahre verloren" erinnerte Schultheiß. Zeit, in der Porzellan zerschlagen wurde, denn die Parteien beschuldigten sich gegenseitig mit immer größeren Vorwürfen und Unterstellungen. "Doch damit ist jetzt mit dem heutigen Spatenstich endgültig Schluss" freute sich Schultheiß, der damit kurz vor seinem Wechsel in den Ruhestand auch dieses Kapitel auf seiner To-do-Liste noch abhaken kann.

Ausfahrt in Richtung Nidderauen

Der Neubau wird eine Grundfläche von 645 Quadratmetern haben. Es werden zwei Gebäudeteile sein. Der eine Trakt, der Sozialtrakt, enthält die Umkleideräume, Duschen und Toiletten sowie Büros, Aufenthalts- und Schulungsräume sowie einen Jugendraum. Der andere Trakt sieht drei große Fahrzeugboxen vor, mit einer kleinen Werkstatt und einem Geräteraum. Im Außenbereich sollen ausreichend Pkw- und Fahrrad-Stellplätze zur Verfügung stehen.

Bei der Planung wurde auch das Problem einer möglichen Lärmbelästigung der Anwohner berücksichtigt. Aus diesem Grunde wurde das Gerätehaus so gedreht, dass die Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge nun in Richtung Nidderauen auf die Straße Im Wiesengrund erfolgt. 1,95 Millionen Euro soll die Feuerwehrwache kosten. Mit der Fertigstellung rechnet der Bürgermeister im August kommenden Jahres. Ein Datum, das das Planungsbüro vorsichthalber gleich um zwei Monate nach hinten verschob.

Der Vorsitzende des Eicher Feuerwehrvereins, Thomas Maxheim, zum neuen Feuerwehrdomizil:

Ist die Eicher Feuerwehr mit der neuen Wache zufrieden?

Ja, alle unsere Wünsche sind erfüllt worden. Deshalb ist es jetzt im Grundriss auch größer als ursprünglich geplant.

Ursprünglich wollte die Feuerwehr ihre Wache ja an einem anderen Standort. Warum?

Wenn die Wache an der B 521 entstanden wäre, wäre die Einsatzbereitschaft besser, denn dann hätte sie beispielsweise bei Einsätzen auf der Bundesstraße nicht durch das ganze Dorf gemusst.

Die Diskussion um das neue Feuerwehrgerätehaus hat in der Vergangenheit viel Wirbel verursacht. Haben sich die Wogen inzwischen geglättet?

Noch nicht ganz. Noch muss ein neuer Wehrführer gewählt werden. jwn

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